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    Würzburg

    Austausch über Ländergrenzen hinweg

    Fantasievolle Tortenkreation: Konditormeisterin Melanie Michel und der französische Konditor Antoine Houot teilen die Leidenschaft für die Pâtisserie. Foto: Magdalena Rössig

    Der trinationale Junghandwerkeraustausch zwischen der Handwerkskammer für Unterfranken und ihren Partnerkammern Calvados-Orne/Frankreich und Danzig/Polen findet zur Zeit in Würzburg statt. Er ermöglicht es Junghandwerkerinnen und -handwerkern, Arbeitserfahrungen bei einem Praktikum im Gastland zu sammeln. Noch bis zum 12. Mai sind junge Handwerker aus Polen und Frankreich bei Handwerksbetrieben in der Region zu Gast, teilt die Handwerkskammer mit.

    „Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr Gastgeber des Junghandwerkeraustauschs sein können. Er ist eine besondere Gelegenheit für junge Handwerkerinnen und Handwerker, bei einem Praktikum Arbeitserfahrung im europäischen Ausland zu sammeln und den beruflichen Horizont zu erweitern“, wird Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken, in der Pressemitteilung zitiert.

    Viertägiges Praktikum

    Im Mittelpunkt des Austauschs vom 6. bis zum 12. Mai steht ein viertägiges Praktikum, das die französischen und polnischen Teilnehmer in regionalen Handwerksbetrieben absolvieren. Zwei von ihnen sind Friseur Patrick Troni und Konditor Antoine Houot aus Frankreich. Sie entdecken bei der Arbeit in ihren unterfränkischen Gastbetrieben Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede in den Arbeits- und Produktionsweisen ihres Berufes. „In Frankreich bereiten wir ganz kleine Törtchen zu, hier ganze Torten, aus denen Stücke herausgeschnitten werden“, erzählt zum Beispiel Antoine Houot, der in der Backstube des Café Michel am Würzburger Marktplatz unter dem prüfenden Blick seiner Chefin Melanie Michel gerade Tortenböden schneidet. Friseurmeister Michael Ax, Inhaber eines Salons in der Würzburger Innenstadt, ist aufgefallen, dass die Hochsteckfrisuren seines Gasts Patrick Troni deutlich voluminöser ausfallen: „In Deutschland geht der Trend eher zu natürlichen und schlichten Hocksteckfrisuren. Bei den Schnitten sind im Vergleich zu Frankreich die Techniken etwas verschieden, das Ergebnis aber sehr ähnlich“, so Michael Ax.

    Wichtige Erfahrungen 

    Im Rahmen des Junghandwerkeraustauschs lernen die Teilnehmer eine neue Arbeitsumgebung kennen und sammeln für das weitere Berufsleben wichtige Erfahrungen. Diese können sie auch in die Arbeit in den heimischen Betrieben einfließen lassen. Konditormeisterin Melanie Michel unterstützt den Junghandwerkeraustausch aus Überzeugung: „Ein Konditor muss die Welt bereisen und in verschiedenen Ländern Erfahrungen sammeln, um sein Handwerk wirklich zu beherrschen“, findet sie. Sie selbst hat ein Jahr in Frankreich verbracht, der Wiege der Pâtisserie, wie sie sagt.

    Gestartet ist der Junghandwerkeraustausch bereits im Jahr 1984, zunächst zwischen der Handwerkskammer für Unterfranken und ihrer Partnerkammer Calvados-Orne aus Caen in Frankreich. Seit 2001 besteht zudem eine Partnerschaft mit der Handwerkskammer Pommern/Danzig in Polen. Der Austausch findet im jährlichen Wechsel in einem der Partnerländer statt, 2019 in Würzburg. Er wird vom deutsch-französischen und teilweise auch vom deutsch-polnischen Jugendwerk gefördert.

    En vogue: Patrick Troni, Friseur aus Frankreich, bei der Arbeit im Salon von Friseurmeister Michael Ax. Foto: Nadine Heß

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