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    Würzburg

    BN kritisiert Behörden wegen Beseitigung des Biberdamms

    Der Bund Naturschutz fordert Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt auf, das Grundwasser zu schützen. Mit den Dämmen sei ein Biotop zerstört worden.
    Der Biber und seine Dämme sorgen für Diskussionen in Stadt und Land. Foto: dpa/Felix Heyder

    „Der Bund Naturschutz ist erschüttert über diesen Eingriff“, kritisiert Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg die Entfernung zweier Biberdämme an der Pleichach. „Damit wurde ein letzter wasserreicher Lebensraum an der zur Zeit weitgehend ausgetrockneten Pleichach zerstört und somit auch ein Biotop für Amphibien, Insekten, Fische und andere Wassertiere“, erklärt Steffen Jodl, Biologe und Geschäftsführer beim Bund Naturschutz (BN).

    Stattdessen sollten Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt Würzburg das Grundwasser schützen. Dass die vom Wasserwirtschaftamt angeordnete Dammzerstörung von der Naturschutzbehörde am Landratsamt genehmigt wurde, ist für den Bund Naturschutz unverständlich. "Dies ist kein Naturschutz, sondern eine Eingriffserleichterung“, so Amrehn.

    Mini-Lebensräume für Fische, Insekten und Amphibien 

    Biber leben im Familienverband in geräumigen Wohnbauten, den Biberburgen, die aus Ästen und Schlamm errichtet sind und deren Eingang unter Wasser liegen muss. Daher bauen die Tiere  Biberdämme, die das Wasser aufstauen. Im Umfeld entstehen dabei Mini-Lebensräume für zahlreiche Lebewesen: ruhige Wasserbecken, sauerstoffreiche Wirbel und sichere Verstecke für zahlreiche Wasserlebewesen. "Verschiedene Frosch- und Molcharten sowie zahlreiche Fisch- und Libellenarten fühlen sich im Biberrevier wohl", schreibt der BN in einer Pressemitteilung. Wird der Damm zerstört - wie nun an der Pleichach - ist der Biber gezwungen, diesen neu zu errichten. "Das kostet unnötig Energie und zusätzliches Baumaterial. Das für viele Arten lebenswichtige Feuchtbiotop ist aber erst einmal zerstört."

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