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    Kürnach

    BN legt Finger in die Wunden

    30 Jahre Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kürnach-Estenfeld-Prosselsheim. Im Bild: (von links) Gemeinderat Benedikt Öchsner, ...

    Aus Buchszweigen gebunden prangte ein großes "30" am Scheunentor des Biolandhofes von Friedbert Bieber in Kürnach. Die Ortsgruppe Kürnach-Estenfeld-Prosselsheim des Bund Naturschutz beging nämlich dort am 1. Juli ihr 30jähriges Bestehen.

    Im Kürnacher Sportheim hatten sich am 11. Juli 1988 Mitglieder des Bund Naturschutz und andere Interessierte getroffen und im Beisein des damaligen Kreisvorsitzenden Professor Gerhard Kneitz die Ortsgruppe gegründet. Als 1. Vorsitzender wurde Bernhard Fuchs gewählt. 2. Vorsitzender wurde Friedbert Bieber, auf dessen Hof jetzt gefeiert wurde.

    In der großen Scheune wurde Platz gemacht für Bänke und Tische. Mitglieder schmückten diese mit hübschen Blumensträußen und an Schauwänden konnten die Gäste sich über die Aktivitäten der Gruppe seit ihrer Gründung informieren. Auf Tischen gab es eine Vielzahl von - zum Teil extra vorgezogenen - Wildkräutern und -blumen, auch Tütchen mit Samenmischungen, mit Erläuterungen und Empfehlungen, sodass man richtig Lust zum Sähen und Anlegen im eigenen Garten bekam. Tierpräparate, Hummelkasten, Glasröhrchen mit Brutkammern von Wildbienen und mehr konnten bestaunt werden. Der Hobbyimker und frühere Ortsgruppenvorsitzende Ulrich Krammel bot alles auf, was ein Imker für seine Arbeit braucht und informierte über Entwicklung und Krankheiten der Biene. Und Kinder hatten in einer ruhigen Ecke die Möglichkeit, Kuckucksflöten zu basteln.

    Vorsitzender Erhard Reiniger konnte unter den Gästen auch Bürgermeister Thomas Eberth von Kürnach und Bürgermeisterin Rosi Schraud von Estenfeld, MdL Kerstin Celina und stellvertretenden Landrat und Vorsitzenden der BN-Kreisgruppe Armin Amrehn begrüßen.

    Erhard Reiniger gab keine Rückschau, sondern sprach die aktuellen Umweltprobleme in der unmittelbaren Umgebung an: Der ungebremste Flächenverbrauch, der beängstigende Artenschwund bei Tieren und Pflanzen, die schwierige Situation der bäuerlichen Landwirtschaft und das Verbraucherverhalten der heutigen Konsumgesellschaft. "Nur mit vereinten Kräften erhalten wir unsere Lebensgrundlagen. Der Bund Naturschutz muss die Finger in die Wunden legen. Aber es ist uns wichtig, in gutem Einvernehmen mit den Gemeindevertretern, mit den Landwirten, den Jägern und Förstern sinnvolle und verträgliche, für beide Seiten akzeptable Lösungen zu suchen und zu finden. Dankenswerterweise finden wir da im Allgemeinen viel Bereitschaft", so Erhard Reiniger.

    Dass das Thema "Flächenverbrauch" bei den anwesenden Gemeinderäten und Bürgermeistern nicht unwidersprochen blieb, damit war zu rechnen. So konnte es Bürgermeister Thomas Eberth  nicht verkneifen zu erwähnen, dass man heute immer mehr den Eindruck habe, die Naturschützer sähen ihre Aufgabe im Verhindern. Dann aber überreichte er versöhnlich dem Reininger einen Scheck für die Arbeit der Gruppe.

    Junge Musiker des Jugendblasorchesters Kürnachtal sorgten für heitere Stimmung. Für viele Gäste interessant war ein Video vom Hoffest vor 20 Jahren. Danach führte Friedbert Bieber die Besucher durch Stallungen und Hofanlagen. Vom Café BieberBau wurden die Gäste noch mit Kaffee und Kuchen verwöhnt.

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