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    WÜRZBURG

    CSU-Vize: Dorothee Bär soll Barbara Stamm beerben

    Seit 24 Jahren ist Landtagspräsidentin Barbara Stamm stellvertretende Vorsitzende der CSU. Dass sie beim Parteitag am 15. und 16. Dezember nicht mehr kandidiert, ist seit dem Sommer bekannt. Gleichwohl möchte der CSU-Bezirksverband Unterfranken eine gewichtige Stimme im Parteivorstand behalten. Er schickt deshalb Dorothee Bär ins Rennen. Die Parlamentarische Staatssekretärin aus Ebelsbach (Lkr. Haßberge) soll Vize werden.

    Fragt sich nur: wessen Stellvertreter? Bleibt Horst Seehofer? Kommt Markus Söder? Oder Alexander Dobrindt? Oder Ilse Aigner? Oder Manfred Weber? Anders als bei Bär möchte sich der Bezirksvorstand da mit Wünschen nicht festlegen. Man habe Vorstellungen und bringe die parteiintern auch ein, sagt CSU-Bezirksgeschäftsführer Georg Brückner. Einen Favoriten öffentlich benennen traut man sich in der gegenwärtigen angespannten Lage aber nicht. Andere Bezirksverbände waren da mutiger. So hat sich die Oberpfalz-CSU bereits für eine Ablösung von Horst Seehofer stark gemacht.

    Fallen personelle (Vor-)Entscheidungen?

    Gut möglich, dass am Samstag, wenn in München zuerst die CSU-Landtagsfraktion und anschließend der Parteivorstand tagen, neben der Diskussion um das Ergebnis der Jamaika-Sondierung auch personelle (Vor-)Entscheidungen fallen. Sicher aber ist das keineswegs. Derzeit wartet alles in der Partei auf ein Signal Seehofers.

    "Unsere Barbara stand stets in vorderster Front bei wichtigen Weichenstellungen"

    Derweil würdigt der CSU-Bezirksvorstand in einer Pressemitteilung die lange Parteiarbeit von Barbara Stamm. Sie war Stellvertreterin von immerhin vier CSU-Vorsitzenden: Theo Waigel, Edmund Stoiber, Erwin Huber und Horst Seehofer. Bezirkschef Gerhard Eck wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: „Unsere Barbara stand stets in vorderster Front bei wichtigen Weichenstellungen und bei Koalitionsverhandlungen wie auch aktuell bei den Sondierungsgesprächen in Berlin. Sie setzte sich stets für die Anliegen der Frauen und der sozial Schwachen ein.“

    Ob die Landtagspräsidentin bei der Bayern-Wahl im kommenden Jahr noch einmal als Spitzenkandidatin antritt, hat sie eigenen Angaben zufolge noch nicht entschieden.

    Die 73-Jährige betonte vor dem Bezirksvorstand, ihr Posten in der CSU-Landesleitung sollte wieder von einer „Frau aus Franken, am besten aus Unterfranken“ besetzt werden, um so die Rolle der Frauen in Gesellschaft und Politik zu stärken. Einstimmig schlägt der Vorstand der Unterfranken-CSU deshalb Dorothee Bär vor, heißt es in der Pressemitteilung. Die 39-Jährige kennt die Arbeit in der engeren Parteiführung gut. Von 2009 bis 2013 war sie stellvertretende Generalsekretärin. Bereits seit 2002 ist Bär Mitglied des Bundestags.

    Für den erweiterten Vorstand schlagen die unterfränkischen Christsozialen den tausend Delegierten zur Wiederwahl Innenstaatssekretär Gerhard Eck (Donnersdorf), Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé und die Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber (Schwebheim) vor. Neu kandidieren Bayerns Justizminister Winfried Bausback (Aschaffenburg) und die Bundestagsabgeordnete Andrea Lindholz (Goldbach).

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