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    Würzburg

    Bahn kann ICE-Zwischenfall in Würzburg vorerst nicht erklären

    Ein ICE auf dem Weg nach Würzburg (Symbolbild). Foto: Patty Varasano

    Warum hat ein Fahrdienstleiter dem ICE 529, der von Essen nach München unterwegs war, am Montagvormittag die Einfahrt nach Würzburg untersagt? Warum mussten die Passagiere 25 Minuten lang in Sichtweite des Hauptbahnhofs ausharren? Der Vorfall werde "intern geklärt", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Dienstag auf Nachfrage. Dem Resultat der Recherchen wolle er nicht vorgreifen. Ob es eine öffentliche Erklärung zu den Hintergründen des außerplanmäßigen Stopps gibt, könne er nicht sagen, so der Sprecher weiter.

    Wie ein Fahrgast, der Rentner Fritz Küderli aus München, berichtete, blieb der Zug am Montag gegen 11.20 Uhr plötzlich stehen. Nachdem die Reisenden im vollen ICE zunächst zehn Minuten gar keine Information erhalten hätten, habe sich der Zugchef gemeldet und gesagt, der Fahrdienstleiter weigere sich, den ICE in den Bahnhof einfahren zu lassen, weil ihm die Zugnummer unbekannt sei. Er werde die Weiterfahrt erst erlauben, wenn er die schriftliche Genehmigung seiner Vorgesetzten habe.  

    Bahn bittet Reisende um Entschuldigung 

    Schließlich habe es, so Küderli in seiner Schilderung gegenüber der Redaktion,  25 Minuten gedauert, bis die Bahn ihre "bürokratischen Probleme" gelöst habe.  Der Zugchef habe sich für den "störrischen Fahrdienstleiter" entschuldigt. Passagiere, die in Würzburg in einen anderen ICE Richtung Wien umsteigen wollten, hätten diesen trotz anders lautender Zusagen verpasst.

    Man bitte die Reisenden um Entschuldigung, heißt es in einer Stellungnahme der Bahn vom Dienstag. Dort erläutert ein Sprecher, der namentlich nicht genannt werden möchte, dass täglich rund 40 000 Züge das Netz der Deutschen Bahn befahren. Mehr als 13 000 Fahrdienstleiter in rund 2800 Stellwerken regelten die "komplexen Verkehrsabläufe". Die Sicherheitsstandards seien extrem hoch, die Bahn sei das "mit Abstand sicherste Landverkehrsmittel".

    Jede Zugnummer wird nur einmal vergeben

    Ein Grundprinzip für die Eisenbahn sei die Nummerierung der Züge, heißt es weiter in der Mitteilung. Jeder Zug, egal ob ICE, S-Bahn oder Güterzug, habe eine ihm zugeordnete Nummer, anhand der er identifiziert und "betrieblich geführt" werden könne. Jede Zugnummer sei bundesweit nur einmal täglich vergeben. Sie regele nicht nur die Einfahrt in einen Bahnhof, sondern auch die Route, die dieser Zug auf seinem Weg zum Zielbahnhof nimmt.

    Ob die Panne in Würzburg technische Ursachen hatte, ob es möglicherweise Missverständnisse zwischen einzelnen Mitarbeitern gab, diese Fragen konnte die Bahn innerhalb eines Tages nicht beantworten.     

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