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    Würzburg / Schweinfurt

    Bahn wird attraktiver: Im Stundentakt durch Mainfranken

    Das Zugangebot in Mainfranken wird weiter verdichtet. Im Bild der Main-Spessart-Express. Foto: Günter Roth

    Wer in Mainfranken Bahn fährt, darf sich mittelfristig über ein besseres Angebot freuen: Die Bayerische Eisenbahngsellschaft (BEG), die den Regionalverkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, kündigt ab Dezember 2021 ein dichteres Netz an. Fast überall in der Region fahren die Züge künftig mindestens im Stundentakt.

    Gemeinsam mit den Verantwortlichen in Hessen und Baden-Württemberg hat die BEG das sogenannte E-Netz Mainfranken ausgeschrieben und erneut an die Bahntochter DB Regio AG vergeben. Das Netz umfasst die Strecken Würzburg-Nürnberg, Würzburg-Bamberg, Würzburg-Lauda, Würzburg-Gemünden, Würzburg-Marktbreit, Gemünden-Schlüchtern und Gemünden-Aschaffenburg.

    Die Leistungen in einem Umfang von rund 4,35 Millionen Zugkilometern pro Jahr sollen elektrische Gebrauchtfahrzeuge der Baureihe ET 440 erbringen – mit mehr Sitzplätzen in den Zügen als bisher. Der Vertrag läuft bis Dezember 2027, er beinhaltet eine Verlängerungsoption um ein Jahr. Folgende konkrete Verbesserungen kündigt die Eisenbahngesellschaft an:

    Strecke Würzburg-Schweinfurt-Bamberg

    Zwischen den ICE-Knotenbahnhöfen Würzburg und Bamberg verkehren die Regionalzüge künftig im Stundentakt, und zwar werktags von 4.30 bis 0.30 Uhr, samstags ab 5 Uhr und sonntags ab 6 Uhr. Die aktuell noch bestehende Lücke abends nach 22 Uhr sowie an Samstagen und Sonntagen, wo zwischen Schweinfurt-Stadt und Haßfurt nur alle zwei Stunden eine Verbindung bestand, wird somit geschlossen. Der Haltepunkt Schonungen (Lkr. Schweinfurt) wird dann ebenfalls stündlich bedient.

    Strecke Würzburg-Lauda

    Aktuell wird bei Wittighausen (Main-Tauber-Kreis) noch gebaut, es fahren Ersatzbusse. Ab Dezember fahren die Züge dann werktags von 5 bis 23 Uhr stündlich. Ab Dezember 2021 gilt der Stundentakt  auch am Wochenende, bis dahin verkehrt die Regionalbahn nur alle zwei Stunden.

    Strecke Würzburg-Gemünden-Schlüchtern/Lohr

    Das Angebot auf der Regionalbahn-Linie Würzburg-Gemünden-Schlüchtern wird auf hessischer Seite auf einen durchgehenden Zweistundentakt zwischen 6.30 und 20.30 Uhr (am Wochenende ab 8.30 Uhr) ausgeweitet, zwischen Würzburg und Gemünden (teilweise bis Jossa) besteht ein Stundentakt. Ganz neu ist die Frühverbindung von Montag bis Freitag ab Jossa um 6.36 Uhr nach Würzburg Hauptbahnhof (Ankunft: 7.34 Uhr): ein Wunsch vieler Pendler. Auch Lohr profitiert von einer neuen Frühverbindung von Montag bis Freitag: Abfahrt ist in Lohr um 5.04 Uhr, Ankunft in Würzburg um 5.49 Uhr.

    Einzugsbereich Würzburg

    Zwischen Würzburg, Karlstadt, Kitzingen und Marktbreit verkehrt die Regionalbahn künftig im Halbstundentakt – zumindest montags bis freitags von 13 bis 19 Uhr. Eine Erschließung fast schon mit S-Bahn-Charakter.

    Neue Haltepunkte

    Mit Mitteln aus der "Stationen-Initiative Bayern" werden in Würzburg die Haltepunkte Heidingsfeld-Ost (entlang der Strecke Würzburg-Marktbreit) und Heidingsfeld-West (Strecke Würzburg-Lauda) gebaut. Beide sollen mindestens stündlich bedient werden und bieten direkten Anschluss ins ÖPNV-Netz der Stadt. Knackpunkt ist die Fertigstellung: Während Heidingsfeld-Ost bereits 2022 eröffnet werde, soll es bei Heidingsfeld-West erst 2026 soweit sein. Das dauere viel zu lang, beklagt die BEG. Man werde weiter Druck bei der Bahn-Tochter Station&Service machen, so ein Sprecher. 

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