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    THEILHEIM

    BallHelden für einen guten Zweck

    Zu BallHelden wurden am Mittwoch die knapp 100 Schüler der Grundschule Theilheim. Von der ersten bis zur vierten Klasse versammelten sie sich auf dem Sportplatz, um verschiedene Übungen zu absolvieren. Die BallHelden - eine etwas andere Form des Spendenlaufes - wurden im vergangenen Jahr als Gemeinschaftsaktion von BFV (Bayerischer Fußballverband) und BLLV (Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband) ins Leben gerufen und vom Kultusministerium unterstützt. Nachdem bei der Premiere 55 Grundschulen im Freistaat an den Start gingen, hat sich im 2018, im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft, die Teilnehmerzahl beinahe verdoppelt.

    Zum Spaß an der Bewegung motivieren

    Der Sinn der Aktion ist, die Kinder hierzulande zum Spaß an der Bewegung und am Ballspiel zu motivieren und die dabei erzielten Punkte in Spendengelder umzumünzen. Die Kinder suchen also - wie beim Spendenlauf - in ihrem Umfeld Erwachsene, die pro Punkt eine kleine Spende geben. Mit den hierbei gesamten Geldern werden dann weltweit Projekte unterstützt, die Kindern in ärmeren Ländern den Start ins Leben erleichtern.

    „Für uns sind die BallHelden etwas Neues“, sagt Sabine Schneegold, die Theilheimer Schulleiterin. „Insofern sind wir selbst ein bisschen gespannt, wie es wird.“ Einen ganzen Tag hat die einzügige Landkreisschule für die Aktion nicht blockiert, zweieinhalb Stunden, findet die Rektorin, reichen. „Schließlich machen wir machen schon bei vielen anderen sportlichen Aktionen mit.“

    Geübt im Umgang mit dem runden Leder

    Was den allermeisten Kindern irgendwo auch anzusehen ist. Ob Jungs oder Mädchen, völlig ungeschickt präsentiert sich das Gros der Sechs- bis Elfjährigen auf dem Fußballrasen nicht. Im Gegenteil: Manch einer oder eine zeigt sich recht geübt im Umgang mit dem runden Leder und schnell auf den Beinen.

    Alle Teilnehmer absolvieren fünf Stationen. Neben Geschicklichkeit, Zielgenauigkeit und Technik sind Bewegungsfreude und Teamgeist gefragt - sowie Kreativität. Letzteres vor allem beim Gestalten eines Fanrituals. „Ballhelden, schießt ein Tor“ hat sich Leas Gruppe aus der dritten Klasse ausgedacht und ein Plakat in Schwarz-Rot-Gold dazu gestaltet. „Ballhelden, Ballhelden - tschatschatscha“ feuern dagegen einige Jungs aus der Klasse ihr Team an - schwungvolle Hüftbewegungen miteingeschlossen.

    Teamgedanken und Fairness im Vordergrund

    „Neben Geschick und Ausdauer gehe es auch um den Teamgedanken und Fairness“, hatte Schneegold angekündigt. So ähnlich wie Bundestrainer Jogi Löw die Rolle des Teams bei der jetzt beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft sehe, ergänzte sie, müsse auch in Theilheim wie bei einem Puzzle alles zusammenpassen und alle zusammenhalten. „Deshalb: Wer gerade nicht selber dran ist, unterstützt die anderen und feuert sie an“.

    Bei der Ballstaffel um bunte Hütchen klappt das bestens. Und beim jeweils klasseninternen Turnier sechs gegen sechs lassen sich die selbst ausgedachten Fanchöre gleich live ausprobieren.

    Es geht nicht um Wettbewerb

    Damit fußballerische Vorkenntnisse für nicht zu große Ungleichheit sorgen, können die Übenden selbst entscheiden, welchen Schwierigkeitsgrad sie wählen. Nimmt ein Könner doch einen zu geringen Abstand, um mit dem Ball ins kleine Tor zu treffen, ist das nicht weiter schlimm. Es geht ja nicht um Wettbewerb, sondern um maximal 25 Spendenpunkte.

    An welches gemeinnützige Projekt der Spendenanteil der Theilheimer Schule (ein Drittel des Gesamtbetrags) fließt, das müssen die Theilheimer erst noch gemeinsam festlegen. Die restliche Summe geht in diesem Jahr an eine karitative Fußballinitiative in Mozambik und ein Kinderhaus in Peru. Nach einem Fußballquiz in den Klassenräumen wurden aus den BallHelden wieder ganz einfach Grundschüler.

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