• aktualisiert:

    Würzburg

    Beeindruckend offenes Irland

    Die Würzburger Kajak-Gruppe eines Inklusions-Projekts von Turngemeinde Würzburg-Heidingsfeld und Bayerischer Sportjugend Würzburg besteht jetzt schon seit fünf Jahren. In diesem Jahr weitete sie ihre Begegnungs- und Freundschaftsliste auf Würzburgs irische Partnerstadt Bray aus. Dort gibt es neben Vereinen für Fußball, Hurling oder Rudern auch einen Club für „handicapped“, der seinen Mitgliedern nicht nur den Kanusport, sondern auch das Segeln ermöglicht.

    Da Bray südlich von Dublin am Meer liegt, bot es sich an, mit „Bray Adventures“ eine Küsten-Tour in See-Kajaks zu unternehmen. Allein oder im Zweier ging es in der irischen See ganz schön auf und ab, so dass der Weg bis zur Schmugglerbucht einiges an Kondition erforderte, berichtet die Würzburger Gruppe.

    Geschenke und Ideen ausgetauscht

    Ein städtischer Empfang mit Rathausführung und vielen touristischen Informationen zur Umgebung Brays rundeten den Besuch ab. Brays Partnerschaftsbeauftragte und der Würzburger Gruppenleister Christoph Hoffmann tauschten sowohl Gastgeschenke als auch Ideen für zukünftige sportliche Begegnungen beider Städte aus.

    Eine weitere Station der Reise war die Stadt Kilkenny, wo zwei weitere Kanu-Touren geplant waren. Leider führte der River Nore aufgrund der auch an Irland nicht spurlos vorüber gegangenen Trockenheit zu wenig Wasser. Doch auf Irlands größtem Fluss, dem Barrow River lag genügend Wasser unterm Kiel und die 21-köpfige Gruppe paddelte durch malerische Landschaften vom Ort Borris bis Craignamanagh und zurück. Einmalig auf dem Weg die historische Doppelschleuse, deren Zahnräder man mit Hilfe einer schweren Eisenkurbel selber in Bewegung setzen musste.

    Untypisch sonnige Woche

    Daneben bot Kilkenny als heimliche Hauptstadt der traditionellen irischen Musik täglich Live–Auftritte in den zahlreichen Pubs. Ein Ausflug zu den Cliffs of Moher an der Westküste brachte den einzigen verregneten Nachmittag der ansonsten für Irland untypischen, durchgehend sonnigen Woche.

    Kulturelle Höhepunkte waren zum Schluss in Dublin der obligatorische Besuch der Guinness Brauerei, des Historischen Museums, des Irish Whisky Museums sowie ein Besuch des Musicals „Riverdance“. Hier gab es noch einen besonderen Kick, als nach 40 Minuten Aufführung der Alarm alle Besucher von den Sitzen hob. So traf man sich mit den Darstellern auf der Straße zu einem kleinen Plausch und rätselte, was wohl zur unfreiwilligen Pause geführt hatte: Feuer, Bombendrohung, Technischer Defekt ?

    Im Irish Rock'n' Roll Museum

    Neben dem immer im Programm stehenden Besuch des Hard Rock Cafes stand das Irish Rock’n' Roll Museum bei den Teilnehmern ganz vorn auf der Wunschliste. Hier gab es die Probe- und Pausenräume sowie die Aufnahme-Studios zu sehen, in denen sich die irischen Bands wie U2, Thin Lizzy, Sinead O‘Connor oder die Corrs einfinden, sowie früher auch van Morrison und Rory Gallagher ein- und ausgingen. Als Höhepunkt bot die interessante Führung die Möglichkeit, im Tonstudio selbst zu den Instrumenten zu greifen und echten eigenen Sound auszuprobieren, was besonders dem Würzburger Gitarristen Theo Lucas gefiel, der sich sofort die Lead Guitar schnappte, auf der U2–Star Bono schon gespielt hatte.

    Im Ha’Penny Bridge – Pub im Dubliner Stadtteil Temple Bar wurde mit Tanz und Gesang der Meisterschaftssieg des Dubliner Teams im Gälic Football lautstark gefeiert.

    Als auffälligste Unterscheidung zu den bisherigen internationalen Fahrten der Würzburger Gruppe zeigte sich Irland in seiner einmaligen Weltoffenheit, Gastfreundschaft und im sozialen Miteinander, das alle einbezieht, jung oder alt, Ausländer oder behindert. "Beeindruckend und sicherlich bleibend in Erinnerung", sagt Christoph Hoffmann.

    Bearbeitet von Robert Menschick

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!