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    GEROLDSHAUSEN

    Bei Großübung der Feuerwehr gab es alle Hände voll zu tun

    Fahrer mit Herzinfarkt: Der „Patient“ muss bei der Großübung der Feuerwehr Geroldshausen liegend aus dem Fahrzeug transp... Foto: Wilma Wolf

    Ein Verletzter in einem abgestürzten Auto, ein LKW-Fahrer mit Herzinfarkt in seiner Kabine, ein Kind im Radlader eingeklemmt, eine verletzte Person in einer Rüben-Maus (Ladegerät) und ein Brand in einer Fahrzeughalle. Bei einer Großübung in Geroldshausen hatten fünf Feuerwehren alle Hände voll zu tun.

    Doch damit nicht genug der Herausforderungen. „Die Halle ist voll mit Rauch, die Feuerwehrmänner müssen mit Atemschutz rein und eine vermisste Person retten, die unter einem LKW in einer Grube liegt“, erklärt Kreisbrandmeister (KBM) Jürgen Fuß, der sich alle Übungen ausgedacht hat. Es werde schwierig sein, diese Person überhaupt zu entdecken.

    Auch beim Fahrer mit Herzinfarkt gibt es einiges zu beachten: „Der Patient muss liegend aus dem Fahrzeug transportiert werden“, sagt Fuß. Das funktioniert in dieser Höhe nur mit einer sogenannten Rettungsplattform. Während seine Feuerwehr-Kollegen diese innerhalb weniger Minuten aufbauen leistet Christian Popp aus Reichenberg in unbequemer Lage von LKW-Einstieg aus die notwendige Erstversorgung am „Kranken“.

    Dazu gehören die Kontrolle der Vitalwerte, Sauerstoffgabe und Vorbereiten für den Notarzt.

    „Es geht ihm gut, aber wir brauchen jetzt dringend den Arzt“, sagt er. „Notarzt alarmiert, Rettungsdienst kommt“, ruft ein Feuerwehrmann ihm zu. Derweil steht die Plattform und mehrere Feuerwehrmänner bringen den Herzinfarktpatienten in einer Schaufeltrage aus dem LKW.

    Auch der „Mann“ im Bunker der Rüben-Maus, in diesem Fall eine Holzpuppe, wird auf einer Trage liegend aus der Maschine gerettet. „Alles schon vorgekommen, dieses Szenario ist gar nicht so unrealistisch“, meint Jürgen Fuß.

    Mit dem Ablauf der gesamten Aktion auf dem Gelände der Spedition Kabus ist er zufrieden. Vom Heulen der Sirenen bis zur Rettung der „Opfer“ ist nicht einmal eine halbe Stunde vergangen. Ganz bewusst hat der KBM und „Übungsbeobachter“ dieses Mal sehr viel technische Hilfeleistung in die Großübung mit insgesamt rund 80 Feuerwehrleuten der Wehren Geroldshausen, Albertshausen, Moos, Reichenberg und Uengershausen eingebaut.

    Dabei sei ihm auch eines wichtig: Auch mit einfachen Mitteln funktioniert technische Hilfeleistung. „Die kleineren Wehren haben keine große technische Ausrüstung wie Spreitzer, Schere oder Hebekissen. Trotzdem konnten sie die Person aus dem Rübenernter retten können“, erläutert er. Und das mit einfachsten Mitteln wie Leiter, Trage und Leinen. „Es muss nicht immer Hightech sein“, meint Fuß.

    Das sei der Sinn dieser Übung gewesen. Ein bis zweimal pro Jahr sollte jede freiwillige Feuerwehr, an einer solchen Alarmübung teilnehmen, sagt Fuß. Für elf Feuerwehren ist er als KBM zuständig. Das Abhalten solcher Übungen zählt er zu seinen Aufgaben, auch wenn es „keine gesetzliche Verpflichtung dafür gibt“.

    Solche Übungen seien immer sinnvoll, gerade für Wehren mit wenig Einsätzen, damit „die mal wieder in Wallung kommen“. Ziel sei auch, dass wirklich jeder Feuerwehrmann auch tatkräftig was machen kann. Überwältigt ist er auch von der großen Anzahl der Teilnehmer bei der Großübung in Geroldshausen.

    Bilanz der Aktion: Fünf Feuerwehren, elf Einsatzfahrzeuge und rund 80 Feuerwehrleute haben die Herausforderungen „super“ gemeistert. Auch KBM Heiko Drechsel, der zweite „Beobachter“ und der Geroldshäuser Kommandant und Einsatzleiter Andreas Meder sind zufrieden. Und als Dankeschön gibt es am Ende für Alle noch eine ordentliche Brotzeit von der Firma Kabus, auf deren Gelände die Feuerwehrler üben durften.

    Von unserer Mitarbeiterin Wilma Wolf

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