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    KIRCHHEIM

    Beitragsanpassung: Vermessungstrupps ziehen von Haus zu Haus

    Kirchheims Bürgermeister Björn Jungbauer. Foto: Angelika Cronauer

    Ab Ende April gehen Vermessungstrupps eines Ingenieur-Büros aus Veitshöchheim in Kirchheim und Geroldshausen von Haus zu Haus. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für eine Überarbeitung der Satzungen für die Wasserabgabe- und Entwässerung sowie eine Anpassung der Beiträge. Auf einer von gut 300 Bürgern besuchten Veranstaltung in der Kirchheimer Turnhalle informierte Kirchheims Bürgermeister Björn Jungbauer über die Neuvermessung.

    Frage: Was hat es zu bedeuten, wenn ab Ende April ein Vermessungstruppe an der Haustüre klingelt?

    Björn Jungbauer: Es geht darum, die Grundstücke und die einzelnen Geschosse neu zu vermessen. Die Flächen wurden zwar schon einmal erfasst, allerdings liegt dies gut 30 Jahre zurück. Seither hat sich auf vielen Grundstücken einiges verändert: Mal wurde ein Dachboden ausgebaut, mal ein Keller oder ein nicht genehmigungspflichtiger Anbau errichtet. Gemeldet wurde das in vielen Fällen aber nicht.

    Ist auch die Gemeinde betroffen?

    Jungbauer: Ja, auch die Verwaltung muss ran. Auch die Bücher werden gewälzt und die Investitionen etwa in die Kanäle, Regenüberlaufbecken oder das Leitungsnetz überprüft. So kann festgestellt werden, inwiefern die Anlagen bereits abgerechnet wurden.

    Warum finden die Arbeiten ausgerechnet jetzt statt?

    Jungbauer: Kein Grund zur Sorge. Eine größere Baumaßnahme, die auf die Bürger umgelegt werden soll, ist nicht geplant. Nach einer überörtlichen Rechnungsprüfung gab es jedoch 2016 eine Rüge von der Rechtsaufsicht. Kirchheim und Geroldshausen sind hier keine Ausnahmen. In Bayern gibt es regelmäßig Gemeinden, die ihre Zahlen aktualisieren müssen.

    Wie geht die Vermessung vor sich?

    Jungbauer: Wie groß das Grundstück ist, lässt sich in den Bauakten leicht ermitteln. Schwieriger wird es mit der Geschossfläche. Hier nimmt der Vermessungstrupp das Gebäude zunächst von außen in Augenschein. Auch findet eine Befragung des Eigentümers statt. Kriterien für eine Erweiterung der Wohnfläche sind etwa, ob es zu einem Anbau eine Verbindung gibt, eine Wasserleitung gelegt oder Gardinen aufgehängt wurden.

    Muss ich nun damit rechnen, dass auch meine Privaträume begutachtet werden?

    Jungbauer: Durch das Kommunalabgabengesetz besteht eine Mitwirkungspflicht für den Eigentümer. Aber es wird keiner von Zimmer zu Zimmer gehen und mit dem Maßband nachmessen. Nur in Zweifelsfällen werden Sie höflich gefragt, ob die Vermesser rein dürfen. Als letzter Ausweg wird die Fläche geschätzt. Für jedes Grundstück wird ein sogenanntes Aufmaßblatt mit den genauen Angaben erstellt, das später jeder Bürger zugesandt bekommt.

    Kommen durch die Maßnahmen mehr Kosten auf den Bürger zu?

    Jungbauer: Für den einzelnen wird es nicht zwangsläufig teurer. Eine Schätzung, was auf den Einzelnen zukommt, wäre jedoch reine Spekulation. Die Beiträge werden frühestens ab 2019 umgestellt. Auf die Gebühren pro Kubikmeter verbrauchten oder abgegebenen Wassers hat die Erhebung aktuell noch keine keine Auswirkungen.

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