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    Würzburg

    Bergwacht rettet Würzburger mit drei Kindern

    Ausflug falsch geplant: Eine Familie aus Unterfranken wurde beim Bergwandern an der Benediktenwand bei Lenggries von der Dunkelheit überrascht.
    Die Bergretter in Lenggries helfen einer Würzburger Familie bei Nacht von der Benediktenwand. Tapfer lief dieses kleine Mädchen an der Hand eines Helfers ins Tal Foto: Bergwacht Lenggries

    Bei einer Bergwanderung an der Benediktenwand nahe Lenggries hat sich eine Würzburger Familie zeitlich völlig verschätzt. Sie geriet am Berg in die Dunkelheit. Die bayerischen Bergretter mussten nachts ausrücken, um den Vater und seine drei kleinen Kinder aus ihrer misslichen Lage zu befreien und sicher zu Tal zu bringen. Das berichtet die Bergwacht Lenggries, die damit einen Bericht der Münchner "tz" bestätigt.

    Zu spät aufgebrochen

    Der Mann aus dem Raum Würzburg und seine drei Kinder im Altern von fünf, neun und elf Jahren hatten am Montag vom Brauneck zur Tutzinger Hütte am Fuß der Benediktenwand laufen wollen, um dort zu übernachten. Sie waren aber nach Einschätzung der Bergwacht für diese Strecke viel zu spät aufgebrochen.

    Sie parkten gegen 14 Uhr an der Brauneck-Bergbahn ihr Auto und fuhren nach oben. Die Tour, die sie geplant hatten, nimmt laut Wanderführer allerdings drei bis vier Stunden in Anspruch. Und sie ist je nach Routenwahl durchaus anspruchsvoll.

    Vater verständigte sicherheitshalber die Bergwacht

    Gegen 17.40 Uhr befand sich die Familie irgendwo in der Nähe der Probstalm - und damit noch ein ganzes Stück von ihrem eigentlichen Ziel entfernt. Weil es mittlerweile aber regnete und dunkel war, verständigte der Familienvater die Rettungskräfte. Die Familie hatte keine Stirnlampen oder ähnliches bei sich.

    Beliebtes Ziel von Bergwanderern: Die Benediktenwand bei Lenggries, an der auch die Familie aus Würzburg unterwegs war, ehe sie in die Dunkelheit geriet.  Foto: Andreas Jungbauer

    "Der Vater konnte den Standort gut beschreiben", sagt Sylvia Frei, Pressesprecherin der Lenggrieser Bergwacht. Sieben Einsatzkräfte machten sich zunächst mit den Einsatzfahrzeugen und dann zu Fuß auf den Weg. Etwa 50 Minuten nach der Alarmierung trafen die Helfer bei der Familie ein. "An einen Rettungshubschrauber war aufgrund des schlechten Wetters nicht zu denken", so Frei.

    Kinder stiegen tapfer mit den Rettern ab

    Die Kinder waren glücklicherweise wohlauf und unverletzt. Nach der Versorgung mit Tee und Essen durch die Bergretter begann der gemeinsame Abstieg über den Probstalm-Steig ins Längental. "Dabei wurde vor allem großer Wert auf die Begleitung der Kinder gelegt, die sehr tapfer mitmachten und sich sogar mit Liedern und Scherzen bei Laune halten ließen", berichtet Frei.

    Die Dunkelheit sowie Nieselregen und das schwere Gepäck der Familie erschwerten den Abstieg. Die Gruppe brauchte rund zwei Stunden, bis sie das Längental erreichte. "Die Kinder schliefen im Bergwachtauto sofort ein und alle waren froh, dass der Abstieg so gut geklappt hatte. Ende gut, alles gut", sagt Frei.

    Die Familie wurde über Nacht in einem Lenggrieser Hotel untergebracht. Die Bergretter meldeten sie zudem in der Tutzinger Hütte ab, damit sich dort niemand Sorgen machte.

    Appell der Bergretter: Touren jetzt besonders sorgfältig planen

    "Die kurzen Tage und die schnelle Dunkelheit im Herbst müssen bei Bergtouren unbedingt eingeplant werden", sagt Frei. Deshalb sollten Wanderer unbedingt rechtzeitig losgehen und auch einen Zeitpuffer einplanen. "Eine Stirnlampe und eine zusätzliche Jacke passen immer noch in den Rucksack", rät Frei. Weitere Tipps, um im Herbst sicher in den Bergen unterwegs zu sein, gibt der Deutsche Alpenverein auf www.alpenverein.de/Bergsport/Sicherheit/

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