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    VEITSHÖCHHEIM

    Bernhard Schlereth: Ein Abtritt auf Raten

    Wird ab Herbst ein wenig mehr Zeit haben für seinen Garten in Veitshöchheim: Fastnachts-Präsident Bernhard Schlereth tri... Foto: Joachim Fildhaut

    Geht die Ära von Bernhard Schlereth in der fränkischen Fastnacht zu Ende? Noch auf der Bühne nach der Sendung „Fastnacht in Franken“ im Februar hatte der 66-Jährige aus Veitshöchheim (Lkr. Würzburg) seinen Abschied aus dem Elferrat der Live-Sitzung verkündet: „Das war's“, hatte er mit Tränen in den Augen gesagt. Die für alle überraschende Ankündigung ließ Raum für Spekulationen.

    Marco Anderlik soll neuer Präsident werden

    Dass sich im Oktober mit dem Bankfachwirt Marco Anderlik aus Oberfranken Schlereths bisheriger Stellvertreter um das Amt des Präsidenten im Fastnacht-Verband Franken (FVF) bewerben wird, hatten beide schon seit geraumer Zeit vereinbart. Aber zieht sich Schlereth, der seit 2003 als Präsident amtiert, auch aus der Organisation der Fernsehsitzungen zurück? „Ich hätte auch da meinen Platz geräumt“, sagt Schlereth. „Man muss auch abtreten können, wenn junge Leute nachrücken. Jeder ist ersetzbar.“

    Doch seit wenigen Tagen steht fest: Bernhard Schlereth wird auch in den kommenden drei Jahren von Fastnachtsseite die populären Fernsehsendungen verantworten: Auf einer Sitzung der FVF-Veranstaltungsgesellschaft wurde Schlereth ohne Gegenstimme als Vorsitzender wiedergewählt. Anderlik habe ihn gebeten, noch eine Amtsperiode weiterzumachen. „Wir haben seit Jahren ein sehr gutes Miteinander“, bestätigt Anderlik (54). „Es war mir ein Anliegen, dass er mit seinem Weitblick und seiner Erfahrung dem Verband in dieser Funktion erhalten bleibt.“ Gerade die Zusammenarbeit mit dem übertragenden Sender BR habe Schlereth geprägt.

    Künftig höhere Gagen für Künstler?

    Schließlich gibt es viel zu tun: Der Dreijahres-Vertrag mit dem BR läuft 2019 aus, die neuen Verhandlungen laufen bereits. Schlereth möchte die Gage der Künstler, die bislang bei 200 Euro pro Tag liegt, erhöhen – die Antwort aus München vom Programmdirektor steht noch aus. Am 12. Mai soll auf einer Klausurtagung mit Verantwortlichen des BR über Strukturen debattiert werden, schließlich steht auch noch ein Gespräch mit Norbert Neugirg an. Der Kommandant hatte mit seiner Altneihauser Feierwehrkapell'n in diesem Jahr einen umstrittenen Auftritt geliefert, dessen Aufarbeitung noch ansteht. Die öffentliche Kritik an der despektierlichen Nummerüber die Frau des französischen Präsidenten Macron fand Schlereth „auch heilsam“. Sie führe dazu, „dass man sein Tun reflektiert“.

    Macher der Fastnachts-Akademie

    Im Sommer geht es dann auch schon an die künstlerische Planung der Sendung am 22. Februar 2019 – bei der Schlereths Gesicht im Elferrat fehlen wird. Der Fastnacht aber wird er also treu bleiben – als Vizepräsident im Bund Deutscher Karneval genauso wie als Leiter des Deutschen Fastnachtsmuseums in Kitzingen. Auch den benachbarten Bau der Fastnachts-Akademie in der Kreisstadt am Main verantwortet er maßgeblich.

    Es wird also ein Abtritt auf Raten werden, und zunächst freut sich der Veitshöchheimer darüber, dass er bald etwas kurzer treten kann. Als Verbandspräsident die 330 fränkischen Fastnachtsvereine zu repräsentieren, sei eine anstrengende Aufgabe. „Ich werde mich in Zurückhaltung üben“, sagt Schlereth über seine Zukunft, „aber meinen Rat geben, wenn ich gefragt werde“.

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