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    Würzburg

    Beschwerde: Unzumutbare Hygienezustände im Schulschwimmbad

    Da viele Duschköpfe wegen der dicken Kalkschichten nicht mehr benutzbar sind, müssen Mädchen und Jungen gemeinsam duschen. Foto: Schülerin Lea

    Ein Schwimmbad ist ein Ort, bei dem Hygiene besonders groß geschrieben werden sollte. Zentimeterdicke Kalkschichten an den Duschköpfen und Schimmel an den Wänden der Umkleiden gehören nicht dazu. Doch so soll es im Schwimmbad der Franz-Oberthür Schule in Würzburg aussehen. Das Problem sei seit langer Zeit bekannt, meinen Schüler. Behoben wurde bis heute nichts, so der Vorwurf. Nun hat sich eine Schülerin des Matthias-Grünewald Gymnasium (MGG) mit einer E-Mail an diese Redaktion gewandt, um auf das Problem aufmerksam zu machen. 

    Mädchen müssen mit Jungs duschen

    "Die hygienischen Verhältnisse sind inakzeptabel, besonders in den Duschen und Umkleiden", sagt Schülerin Lea, die lieber anonym bleiben möchte. Die Schüler des MGG haben regelmäßig Schwimmunterricht im Schwimmbad der Nachbarschule. Die Bilder, die sie geschossen hat, sprechen für sich: Zentimeterdicke, grünlich-gelb schimmernde Kalkschichten verstopfen die Duschköpfe an der Decke. "Nachdem mittlerweile aus kaum einem Duschkopf mehr Wasser kommt, sind Mädchen und Jungs seit einiger Zeit dazu gezwungen, gemeinsam zu duschen", berichtet sie. Die Badeklamotten blieben hierbei selbstverständlich an. 

    Zentimeterdicke, grünlich schimmernde Kalkschichten verstopfen die Duschköpfe. Foto: Schülerin Lea

    Während ein Schwimmlehrer des Matthias-Grünewald Gymnasiums laut Lea sehr dahinter sei, eine Lösung zu finden, erhoffen sich die Schüler von ihrer Schulleitung keine Hilfe. "Erfahrungsgemäß ist da nichts zu erwarten", sagt Lea. "Dafür macht unser Schwimmlehrer der Schule regelmäßig Druck." 

    Das Schwimmbad wurde in den 60er Jahren gebaut, wie Stadtsprecher Christian Weiß auf Anfrage mitteilt. Seitdem habe es keine größeren Renovierungsarbeiten gegeben.

    Die Schüler haben genug von solchen Aussagen

    Der Schulleitung des Matthias-Grünewald Gymnasiums sei kein Problem bekannt. Nachdem Schulleiter Martin Sachse-Weinert jedoch mit einigen Schülern aus der Oberstufe nach der Anfrage dieser Redaktion gesprochen hat, wurde er informiert, dass vor etwa zwei Wochen das Wasser in den Jungsduschen nur noch tröpfelnd gelaufen sei. "Das hat aber nichts mit hygienischen Gründen zu tun", sagt er. Und: "Das Problem wird ja scheinbar nicht als gravierend eingeschätzt, sonst wäre man ja schon zu mir gekommen."

    Schimmel an der Decke der Umkleiden: Die Schüler haben genug von den unhygienischen Zuständen im Schwimmbadbereich. Foto: Schülerin Lea

    Der Zustand der Duschköpfe wurde laut Sachse-Weinert von den Schülern an die Franz-Oberthür Schule gemeldet. "Die werden sich darum kümmern", wurde den Schülern bestätigt, so der Schulleiter des MGG. Von diesem Aussagen hat Schülerin Lea jedoch genug. "Das wurde schon oft gesagt", schimpft sie. Doch immer seien es nur Worte gewesen – nie Taten.

    Es gab schon einmal Probleme

    Dass es schon einmal Probleme mit dem Schwimmbad in der Franz-Oberthür Schule gegeben hat, das könne Sachse-Weinert wiederum bestätigen. "Aber das ist schon über ein Jahr her. Und damals ging es nach meinem Kenntnisstand darum, dass sich die Temperatur der Duschen nicht optimal regeln ließ."

    Auch der Schulleiter der FOS wisse von nichts

    "Uns sind keine Beschwerden bekannt", sagt auch Gerhard Schenkel, Schulleiter der Franz-Oberthür Schule. "Da dies eine öffentliche Einrichtung ist, werden regelmäßig Kontrollen vom Gesundheitsamt durchgeführt." Er verweist jedoch in diesem Zusammenhang an das Rathaus. "Unsere Schule ist im Grunde auch nur ein Nutzer des Schwimmbades." Bei der Franz-Oberthür-Schule handelt es sich um eine Schule in städtischer Sachaufwandsträgerschaft. 

    Doch scheinbar herrscht zwischen den Schulen, Schülern und der Stadt wohl noch Redebedarf, denn Weiß wiederum könne bestätigen, dass das Thema der fehlenden Hygiene im Schwimmbad der Franz-Oberthür-Schule sehr wohl bekannt sei. "Die Kalk- und Schimmelbeseitigung ist bereits beauftragt", sagt er. Die Arbeiten werden jetzt in den Pfingstferien durchgeführt.

    Und auch über das Problem mit der Reinigungsfirma wisse die Stadt Bescheid. "Der Vertrag läuft Ende Juli aus." Die Reinigungsarbeiten seien bereits an eine neue Firma mit "viel Erfahrung" vergeben. 

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