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    Rimpar

    Besseres Wasser durch grundwasserschonende Landwirtschaft

    Brunnen IV liefert unter den Rimparer Brunnen das schlechteste Wasser. Hier werden regelmäßig die Grenzwerte für Nitrat leicht überschritten. Foto: Marktgemeinde

    Für die Ertüchtigung der Wasserversorgung in Gramschatz erhebt die Gemeinde Rimpar noch in diesem Jahr Verbesserungsbeiträge. Gleichzeitig möchte sie die Qualität der beiden Brunnen, die seit 2003 Maidbronn und Rimpar mit Trinkwasser versorgen, heben. Dazu soll die grundwasserschonende Landbewirtschaftung im Wasserschutzgebiet ausgedehnt werden.

    Die Marktgemeinde plant, mit den Landwirten Sondervereinbarungen auf freiwilliger Basis zu schließen, die fünf Jahre laufen. Die Landwirte seien die "entscheidenden Partner", betonte Bürgermeister Burkard Losert: "Ohne die geht es nicht." Für Heiko Lukas vom Amt für Landwirtschaft besteht dennoch kein Grund für eine "Dramatisierung": Das Rimparer Grundwasser halte schon heute alle Grenzwerte ein und unterschreite sie zum Teil sogar deutlich. "Mit diesen Werten kann man leben‘", so seine Aussage im Gemeinderat.

    Erhöhte Nitratwerte vor allem durch Maisanbau

    Als Ursache für die zum Teil dennoch erhöhten Werte sieht er die zuletzt trockenen Sommer. Ohne deutlich höhere Niederschläge sei keine spürbar bessere Qualität zu erwarten. Auch sieht der Experte nur einen geringen Spielraum für effektive Nachbesserungen der ohnehin schon bestehenden Auflagen. Laut Lukas sind dennoch unterschiedliche Maßnahmen denkbar, um die 510 Hektar große Schutzzone Maidbronner Forst aufzuwerten und so das Grundwasser zu schützen.

    Neben einer Erweiterung der Schutzzone setzt er auf einen Verzicht des Anbaus von Raps oder Weizen. Stattdessen empfiehlt er den Einsatz von Blühmischungen oder Ackgras-Klee sowie eine Stilllegung von Flächen etwa durch einen Flächentausch. Gegen einen der Hauptverursacher für erhöhte Nitratwerte, eine Biogas-Anlage, die als Grundstoff Mais benötigt, gibt es keine Handhabe. Mais hält der Experte für besonders problematisch. Da er erst im Herbst geerntet werde, sei der Anbau einer stickstoffzehrenden Zwischenfrucht nicht möglich. Wintergetreide allein sei nicht in der Lage, den Stickstoff komplett abzubauen.

    Sehr unterschiedliche Wasserqualitäten 

    Die beiden Brunnen am Rande des Maidbronner Forstes weisen sehr unterschiedliche Wasserqualitäten auf. Während Brunnen V hervorragende Ergebnisse liefert, liegt Brunnen IV seit 2013 mit 50 bis 55 Milligramm pro Liter leicht über den Grenzwerten für Nitrat. Sein Einzugsgebiet umfasst große Flächen, die weiterhin von Landwirten genutzt werden. Erst durch das Mischen des Wassers gelingt es, die vorgeschriebenen Werte einzuhalten.

    Außerdem sind beide Ortsteile an das Fernwassernetz der Mühlhäuser Gruppe angeschlossen, von der beinahe nitratfreies Wasser zugeführt wird. Hier filtert eine Tonschicht das Nitrat weitgehend aus dem Grundwasser. Dies sei ein außerordentlicher Glücksfall, so Lukas. Dieser Effekt sei auf anderem Weg nicht zu erreichen.

    Große Teile der beiden Wasserschutzzonen werden landwirtschaftlich genutzt. Foto: Marktgemeinde

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