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    Thüngersheim

    Biodiversität zwischen den Rebzeilen

    Wenn Michael Göpfert in Thüngersheims Weinbergen seiner Leidenschaft frönen kann, geht ihm das Herz auf. Die Begeisterung des Winzermeisters eines örtlichen Weingutes reduziert sich dabei freilich nicht ausschließlich auf die ihm anvertrauten Reben. Vielmehr zeichnet Göpfert ein ausgeprägtes Faible für die Schönheiten der fränkischen Kulturlandschaft und Vielfalt in der Natur aus. Entgegen der überwiegenden monotonen Tristesse in Weinbergen fördert der naturliebende Winzermeister dort die Biodiversität.

    Dolce Vita auf fränkisch

    Bei seiner täglichen Arbeit für ein Thüngersheimer Weingut in den Weinbergen ist Michael Göpfert nie ohne ein Behältnis unterwegs. Sein aufmerksamer Blick gilt der Entwicklung der Reben. Aber nicht nur ausschließlich darauf. Göpferts Wertschätzung gilt auch der einzigartigen Landschaft, in der die Menschen hier leben dürfen. Um dieses genießen zu können, nahm der passionierte Natur- und Tierfreund seinen 50. Geburtstag zum Anlass, zur Gestaltung "seines" persönlichen Michels-Bänkle in den Weinbergen hoch über Thüngersheim. Mehr als ein Dutzend weiterer solcher, in Eigeninitiative gestalteter markanter Punkte als Plätze zum Wohlfühlen und Rasten in den Weinbergen zwischen Thüngersheim und Retzbach sollten seitdem folgen. Bei einem guten Tropfen lässt Michael Göpfert dort abends gerne die Seele baumeln. Dolce Vita auf fränkisch also.

    Ein echtes Biotop zwischen den Rebzeilen

    Für ein echtes Biotop zwischen den Rebzeilen sorgte der Winzermeister bei der Neuanlage eines Weinberges mit Reben vom Weißen Burgunder. Zwischen den einzelnen Zeilen und auf einer Restfläche brachte Göpfert Samen von Wildblumen aus, die er bei seiner täglichen Arbeit in der freien Natur gerne beiläufig sammelt. Die danach getrockneten Samen brachte er zu dessen selbst überlassen Entwicklung insbesondere auch an einem kahlen Wasserabschlag aus. Als Wasserabschlag werden betonierte Rinnen bezeichnet, in denen Niederschlagswasser in Weinbergen gezielt abgeleitet wird.

    Auf der so bei der Weinbergspflanzung im Vorjahr aufgewerteten Fläche entstand in diesem Jahr ein echter Biotop-Weinberg. "Die vielen unterschiedlichen blühendem Pflanzen sind ein Paradies für Insekten und Tiere. Durch sie entstand eine echte naturnahe tierische Kinderstube", freut sich Göpfert. Tatsächlich sorgen schwirrende Bienen, Hummeln und Schmetterlinge in schier unendlicher Vielzahl für Leben in den Rebzeilen.

    Eine Rehgeiß mit zwei Kitzen zwischen den Rebzeilen beobachtet

    Auf einer kleinen, saftigen Kleefläche im Schatten der jungen Reben beobachtete Göpfert kürzlich sogar eine Rehgeiß mit zwei Kitzen zwischen den Rebzeilen. Verwundert ist Göpfert nicht darüber. "Denn die Pflanzenvielfalt im noch jungen Wengert dient den Tieren gleichzeitig als natürliche Apotheke", weiß der Winzermeister. Und wie steht Göpfert zu den auch bei Winzern gefürchteten Verbissschäden durch Wild? "Ach was, das bisschen nehme ich doch gerne im Kauf für eine solche Vielfalt", wiegelt der Winzermeister ab.

    Für mögliche Nachahmer hat Göpfert auch noch einen Tipps parat: "Die Pflanzenvielfalt entwickelt sich komplett ohne Dünger. Von den Blüten sollte aber immer nur ein Teil gesammelt und getrocknet werden. Der in den restlichen Blütenstängel verbliebene Samen sorgt dann wieder für neue natürliche Aussaat eine natürliche Verjüngung.

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