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    Rimpar

    Biotope am Rimparer Ortsrand sollen Wohnhäusern weichen

    Große Teile der Fläche am Maidbronner Friedhofsweg, die bebaut werden soll, sind als Biotop ausgewiesen. Foto: Christian Ammon

    Wohnraum ist knapp. Nun zeigt sich, dass der Druck auf die Gemeinden wächst, auch an den Ortsrändern neue Wohnhäuser zuzulassen, auch wenn für diese bisher kein Bebauungsplan besteht. Mit gleich zwei Sammelanträgen von Eigentümergemeinschaften hatte sich der Rimparer Marktgemeinderat in der vergangenen Sitzung zu befassen. Zum einen betrifft dies Grundstücke am Friedhofsweg in Maidbronn, zum anderen in der Straße Am Liedlein. Im ersten Fall geht um etwa sieben neue Baugrundstücke, im zweiten zunächst nur um zwei. In beiden Fällen soll nun der Flächennutzungsplan entsprechend angepasst und jeweils ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

    Deutliche Kritik an beiden Vorhaben gab es von der Wählergemeinschaft IGU-RL. "Beide Standorte sind gänzlich ungeeignet", stellte Willi Pototzky fest, der gemeinsam mit Wolfram Bieber gegen die Anträge stimmte. Auf beiden Flächen seien Biotope – Streuobstwiesen und Hecken – ausgewiesen, der Friedhofsweg zudem aufgrund der steilen Hanglage nur schwer zu bebauen. Auch sei bei beiden Fällen die Erschließung "ausgesprochen schlecht". Pototzky vermisst eine Gesamtplanung, wie und wohin sich der Ort entwickeln solle. Die Gemeinde solle Bauinteressenten auf geeignete Grundstücke hinweisen. "Es besteht die große Gefahr, dass wir uns hier verzetteln." Auch befürchtet er, dass "Begehrlichkeiten" weiterer Bauinteressen entstehen, die ebenfalls Anträge stellen könnten. "Am Ende haben wir eine massive Bebauung, die wir hier nicht wollten".

    Junge Familien wollen mit Bauvorhaben ihrem Ort treu bleiben

    CSU- und SPD-Räte stellten sich geschlossen hinter beide Vorhaben. Jeweils ein Mandatsträger beider Parteien war von der Diskussion und Abstimmung wegen "persönlicher Beteiligung" ausgeschlossen. Sie begrüßten, dass junge Rimparer Familien mit ihren Bauvorhaben dem Ort treu bleiben wollten. Für Harald Schmid (SPD) ist jedoch wichtig, dass es zu keiner massiven Bebauung mit mehrstöckigen Häusern wie am Scheuerberg kommt. Auch begrüßt er, dass die möglichen Bauherren am Friedhofsweg den unteren Hangbereich aussparen und als Grünfläche belassen wollen. Dadurch könnte die benötigte Ausgleichsfläche geringer ausfallen.

    Für die CSU betonte Jürgen Neumann, dass der Rat dazu angehalten sei, die Initiative der Bürger aufzunehmen und nicht nach Wegen zu suchen, die Anfrage zu verhindern. Parteikollege Thomas Wetzel verwies im Falle der Straße Am Liedlein auf den hier seit den 1970er Jahren bestehenden Flächennutzungsplan, der große Teile des Südhangs am Nordrand Rimpar als W-Gebiet, also für Wohnungen vorgesehen, ausweist. "Junge Familien aus dem Ort ist genau das, was wir wollen", sagt er. Er hofft nun darauf, dass es in möglichst kurzer Zeit das Signal gebe, dass gebaut werden kann.

    Keine massive Bebauung Am Liedlein geplant

    Auch Bürgermeister Burkard Losert unterstützt beide Anträge. Im Falle des Friedhofswegs betonte er, dass es ohnehin sinnvoll sei, den sehr schmalen und notdürftig asphaltierten Friedhofsweg, der keinen Begegnungsverkehr zulasse, auszubauen. Auch handele es sich hierbei um eine "Baulücke" –am Friedhof befindet sich bereits jetzt ein einzeln stehendes Wohnhaus. Politisch sei es gewollt, solche Flächen zu schließen und Wohnraum zu schaffen. Zum Vorhaben Am Liedlein verwies er darauf, dass anders als bei einem von einem Investor vor einigen Monaten geplanten und schließlich abgelehnten Vorhaben, keine massive Bebauung geplant sei.

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