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    MÜNCHEN / WÜRZBURG

    Neujahrsappelle der Bischöfe

    (lby/geha) Die bayerischen Bischöfe haben die Menschen aufgerufen, im neuen Jahr wichtige Weichen zu stellen. Sie sollten sich für ein gutes Miteinander im Gemeinwesen einsetzen, forderte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx aus München, in seiner Silvesterpredigt. Sie sollten sich auf christliche Tugenden wie Klugheit, Gerechtigkeit und Maß besinnen. „Wenn wir auf eine Lebensführung, die sich am Guten orientiert, verzichten, ist unsere Kultur wertlos geworden“, heißt es im vorab verbreiteten Manuskript.

    Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm forderte mehr Solidarität und Mitgefühl. Deutschland sei mit großem materiellen Wohlstand gesegnet und müsse dazu beitragen, andere daran teilhaben zu lassen, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland laut vorab verbreiteter Neujahrsansprache.

    Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann nahm die weltweite Verfolgung der Christen in den Blick. „Christen werden heute schlimmer verfolgt als im alten Rom“, zitierte er Papst Franziskus. Schätzungen sprächen von mehr als 100 Millionen verfolgter Christen. „Viele davon kommen aus dem Nahen Osten und suchen bei uns Schutz und Geborgenheit“, sagte der Bischof laut Pressemitteilung des Ordinariates im Würzburger Dom. Allein im syrischen Aleppo sei die Zahl der Christen von 400 000 auf unter 50 000 gesunken. Man dürfe die Hinrichtung tausender Christen im Irak, Syrien oder Nigeria nicht stillschweigend hinnehmen.

    Zugleich erinnerte er auch an die Attentate von Paris, Brüssel, Nizza, Würzburg und Berlin. Aber man dürfe nicht Hass mit Hass beantworten, betonte Bischof Hofmann. Es bleibe deshalb ein Gebot der Stunde, die vielen Flüchtlinge weiter zu betreuen und zu integrieren. Er dankte allen Helfern wie auch Polizei und Ordnungskräften für ihren Einsatz.

    Bearbeitet von Gerlinde Schlereth

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