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    Bergtheim

    Blühende Bienenweiden in Bergtheimer Weinbergen

    Das Winzerehepaar Anja Schmitt-Kraiß und Frank Kraiß hat gute Erfahrungen gemacht mit bunten Bienenweiden im Weinberg. 7...

    "Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft", besagt ein Sprichwort. Mit Saatgutpäckchen beweist das Weingut Schmitt in Bergtheim nicht nur die Verbundenheit mit seinen Kunden, sondern tut auch Insekten und Kleinlebewesen Gutes. Das Weingut lebt die Verantwortung für die Natur vor. Mittlerweile hat es die Mischung "Veitshöchheimer Bienenweide" auf zwölf Hektar Rebfläche ausgesät.

    "Wir sähen seit einigen Jahren spezielle Klee- und Kräutermischungen in unseren Rebzeilen ein", erklärt das Winzerehepaar Anja Schmitt-Kraiß und Frank Kraiß. Bienen und andere Insekten sollen sich im "Bergtheimer Harfenspiel" wohl fühlen, Nahrung und Unterschlupf finden. Außerdem will Familie Kraiß "die Monokultur Weinberge" mit den blühenden Pflanzen durchbrechen.

    In diesem Jahr hat Frank Kraiß die Klee- und Kräutermischungen "in größerem Stil" ausgesät, vor allem in jungen Weinbergen. Er hat die Erfahrung gemacht, dass beispielsweise Feldhasen lieber den Klee zwischen den Zeilen fressen als die jungen Rebentriebe anzuknabbern. Außerdem sorgt das umgewalzte Grün nach der Blüte im Frühsommer dafür, dass der Boden weniger austrocknet. Und es gebe guten Humus und "neuen Stickstoff für den Boden".

    Um ihre Kunden an der Arbeit im Weinberg und ihrer Denkweise teilhaben zu lassen, gibt das Weingut Schmitt heuer jedem Weinkäufer ein Päckchen der bewährten Saatgutmischung mit. Es reicht für 10 Quadratmeter und enthält 40 Wild- und Kulturarten. Die Mischung besteht aus einjährigen und mehrjährigen Wildkräutern und hat eine Standzeit von bis zu fünf Jahren.

    Weil Familie Kraiß auch bei den Weinbestellungen die Saatgutpäckchen beilegt, wurde die "Veitshöchheimer Bienenweide" schon in ganz Deutschland verteilt. Die Resonanz sei überaus positiv. "Wenn man es hochrechnet, haben unsere Kunden heuer schon einen dreiviertel Hektar Grünland mit dem Samen von uns angesät", freut sich Anja Schmitt-Kraiß.

    Nicht nur in den Weinbergen des Bergtheimer Harfenspiels, sondern deutschlandweit blühen nun Wegwarte, Wilde Möhre, Schafgarbe, Kornblume, Wilde Malve, Klatsch-Mohn, Kleiner Wiesenknopf, Wiesen-Salbei, Dill, Ringelblume, Buchweizen, Horn-, Rot- und Weißklee, weißes und echtes Labkraut, Koriander und Borretsch. "In unseren Weinbergen gibt es gerade so viel Blüten, dass sogar ein Bienenzüchter seine Kästen hier aufstellt", ist Familie Kraiß stolz. Von April bis November finden die Bienen hier nun ein reiches Nektar- und Pollenangebot.

    Gräser- und Kräutermischungen hat Familie Kraiß auch an Wegraine und unter Obstbäumen eingesät. Um die Biodiversität zu erhalten, legte das Weingut außerdem zwischen den Weinbergen mit Steinen, alten Gehölzen und Hecken einen kleinen Lebensraum für Eidechsen und Kleinlebewesen neu an.
    "Bienenweiden sind in den ausgeräumten Agrarlandschaften von heute ein Muss, um Bienen, Hummeln und Schmetterlingen ausreichend Nahrungsangebot über das ganze Jahr zu bieten", wirbt der Saatguthersteller für sein Produkt. Die Zusammenstellung der Saatgut-Mischung "Veitshöchheimer Bienenweide" basiert auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim.

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