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    Hettstadt

    Borkenkäfer schädigte 1000 Festmeter Fichten

    Durch Borkenkäferbefall geschädigte Fichten mussten in Hettstadts Gemeindewald gefällt werden. Zumindest konnten die dabei angefallenen 1000 Festmeter als Papierholz verkauft werden. Foto: Andrea Rothenbucher

    Mit welch fatalen Folgen sich Schwammspinner und Borkenkäfer im Waldbestand der Gemeinde Hettstadt wohlfühlen, deutete sich bereits vor wenigen Wochen bei der Waldbegehung mit Revierförster Wolfgang Fricker an. Das ganze Ausmaß der Schädigung aber zeigte sich nun bei der Entnahme der geschädigten Bäume. Etwa 1000 Festmeter Fichten mussten nach einem Bericht von Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher (CSU/UBH) an den Gemeinderat wegen Borkenkäfer-Befalls gefällt werden.

    Wie schon der großflächige Befall von Buchen durch Schwammspinner in Hettstadts Gemeindewald zeigte, scheinen sich Schädlinge im Tännig besonders wohl zu fühlen. Von einer Ausdehnung über etwa fünf Hektar im Herbst 2018 auf rund 17 Hektar hatte sich der Kahlfraß an den Buchen innerhalb von nur vier Monaten bis zum vergangenen Frühjahr rasant ausgedehnt. Der überraschenden Erholung der Bäume folgte eine sich abzeichnende neue Epidemie. Zu Herbstbeginn waren an den Buchen bereits neue, und im Ausmaß deutlich größere Schwammspinnergelege mit der Brut der neuen Generation zu erkennen. Welche Auswirkungen dies auf die bereits angegriffenen Buchen haben wird, wird sich erst zeigen, wenn die Schwammspinner im kommenden Frühjahr schlüpfen. Experten gehen jedoch davon aus, dass eine befallene Buche, die sich einmal erholt, keinen zweiten Befall überstehen wird.

    Weitere 200 Festmeter Käferholz an Buchen und Douglasien

    Im Tännig und im Fußgraben betroffen sind in außergewöhnlichem Umfang aber auch Fichtenbestände. Deren ausgedehnter Befall mit Borkenkäfern sei dramatisch. Um der weiteren Ausdehnung Einhalt zu gebieten und Gefährdungen auszuschließen, hatte Revierförster Wolfgang Fricker im Umfang beschränkte Verkehrssicherungsmaßnahmen empfohlen. Doch selbst aus der zurückhaltenden Entnahme ergaben sich sowohl im Tännig als auch im Fußgraben eine Menge von jeweils 500 Festmetern. Wegen der von den geschwächten Stämmen ausgehenden Gefährdung für die Waldarbeiter wurde die Maßnahme maschinell per Harvester durchgeführt. Andrea Rothenbucher hielt das Drama für den Gemeindewald bildlich fest und präsentierte dies dem entsetzten Ratsgremium.

    Nach Rothenbuchers Schilderung mussten über die Menge der 1000 Festmeter an geschädigten Fichten hinaus weitere rund 200 Festmeter an Buchen und Douglasien gefällt werden. Das einzige Positive an der Aktion bezeichnete Rothenbucher den überraschenden Erlös, der aus dem angefallenen Holz erzielt werden konnte. "Glücklicherweise konnten die Fichten als Papierholz verkauft werden. Mit dem Verkaufserlös lassen voraussichtlich zumindest die Kosten für die Aktion in etwa abdecken, sodass damit nicht auch noch ein finanzieller Verlust verbunden ist", berichtete die Bürgermeisterin.

    Funkgesteuerter Fällkeil zum Schutz der Bauhofmitarbeiter

    Weil weitere vergleichbare Aktionen zu befürchten sind, empfahl Revierförster Wolfgang Fricker den Kauf eines funkgesteuerten Fällkeils zum Schutz der im Wald eingesetzten Bauhofmitarbeiter. Dieses Werkzeug wird wegen der allgemeinen Gefährdung durch die geschädigten Bäume bei der Waldarbeit neuerdings verstärkt eingesetzt. Dabei wird der Fällkeil in den am Stamm angebrachten Fällschnitt angebracht und anschließend in ausreichendem Sicherheitsabstand per Funksignal ausgelöst. Bei einer Gegenstimme sprach sich das Gremium für die Beschaffung zur Sicherheit des Personals aus. Die Kosten belaufen sich auf 3120 Euro.

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