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    Gelchsheim

    Brauchtum am Fest Maria Himmelfahrt

    Zeichen von Brauchtum und Volksfrömmigkeit: Ein bunter Kräuterbüschel vor einem alten Bildstock in der Gemarkung des Sonderhöfer Ortsteils Bolzhausen. Foto: Hannelore Grimm

    Die Kräuterweihe am Fest ,,Maria Himmelfahrt" (Donnerstag, 15. August), ist ein uralter Brauch der auch heute noch in den Dörfern gepflegt wird. Die auch "Würzbüschel" genannten Sträuße, die im Anschluss an den Gottesdienst den kirchlichen Segen bekommen, hatten in früherer Zeit einen besonderen Stellenwert bei der ländlichen Bevölkerung.

    Neben der Verehrung Marias, die auf Bildern oft mit Blumen und Pflanzen in Verbindung gebracht wird, kam einstmals den Kräutern eine besondere Bedeutung bei der Behandlung von Krankheiten zu.

    Zu dem überlieferten Wissen um die Heilkraft von Pflanzen wie: Baldrian, Johanniskraut, Ringelblume, Wiesenknopf (Blutstropfen) Schafgarbe, Klee, Kamille, Salbei, Beifuß, Augentrost,  Thymian, Määdesüß, Labkraut, Rainfarn oder Augentrost und der Königskerze, war es die tiefe Frömmigkeit, die den geweihten Kräutern einen göttlichen  Schutz und Segen zusprachen.

    So gehörte es zum selbstverständlichen Brauch Kräuterbüschel auf dem Dachboden  aufzuhängen, um das Haus vor Blitzschlag zu schützen.

    Bekannt war auch, zum Ausräuchern der Ställe die getrockneten Kräuter zu verwenden damit so die Tiere vor Krankheiten bewahrt würden oder dem ersten Trank eines neugeborenen Kälbchens Teile aus dem Würzbüschel beizumengen, um ein gesundes Wachstum zu erreichen.

    Die bereits aus dem 10. Jahrhundert bekannte  Kräuterweihe trieb ihre buntesten Blüten auch im Aberglauben.  So wurde in der alten Zeit zum Vertreiben von Hexen Wermut ebenso bevorzugt verwendet, wie das Tausendgüldenkraut.

    Wenn auch die Kräuter heute kaum noch in der Hausapotheke verwendet werden, ist so ein  bunter Kräuter- Pflanzen- und Blumenstrauß nicht nur ein dekorativer Zimmerschmuck sondern setzt eine Tradition fort, die seit alters her in den Dörfern gepflegt wird.

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