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    AUB

    Brautkleider und Oldtimer beim Kirchweihumzug

    „Das war der schönste Kirchweihfestzug seit vielen Jahren,“ war eine Bemerkung, die nach dem Umzug am Auber Marktplatz häufiger zu hören war. Besonders die viele Brautpaare in Brautkleidung aus den vergangenen Jahrzehnten erhielten Sonderapplaus.

    Mehr als 300 Darsteller wirkten im Festzug mit. Nicht nur aus Aub, sondern auch aus den Nachbarorten waren Mitwirkende trotz des heißen Sommerwetters nach Aub gekommen, waren in die historischen Kostüme geschlüpft, um die jüngste Auber Stadtgeschichte lebendig werden zu lassen. Viele der örtlichen Vereine und Gruppierungen hatten sich beteiligt, um Szenen aus ihrer Geschichte darzustellen.

    Mit den Turnern des TSV Aub fühlte man sich zurückversetzt in die Zeit des Turnvaters Jahn, mit den Sängern des Liederkranzes in die Revolutionszeit um 1848 oder mit dem Arbeiterkrankenunterstützungsvereins in eine Krankenstube zu Beginn des 20 Jahrhunderts. Recht gesprochen wurde in der Stube des Amtsgerichtes, das ehemals im Schloss untergebracht war. Die Gaubahn, längst schon Geschichte, fuhr mit dem Festzug sogar durch die Straßen des Gollachstädtchens, vielleicht zum Säulesmarkt, der im Festzug ebenso dargestellt war wie die Ochsenfurter Gautracht, getragen von einer Gruppe aus Eichelsee, und im Kontrast dazu die viel schlichtere Auber Stadttracht.

    Dargestellt wurde der Neubau der evangelischen Kirche in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen. Passend dazu die Gruppe, die die Inflationszeit darstellte und mit großen Geldscheinen recht verschwenderisch umging.

    Der Festzug führte über die wilden 1950er Jahre mit Rock 'n' Roll und Petticoats, durch das Wirtschaftswunder bis zur Flower-Power Zeit der 1960er und 1970er Jahre. Dazwischen die Greif-Werke, die im Auber Schloss einst eine Fabrikation von Berufskleidung unterhielten und natürlich, immer wieder schön anzusehen in ihren bunten, fröhlichen Trachten: die Schäfflertanzgruppe.

    Höhepunkt des Festzuges waren die Brautkleider quer durch das 20. Jahrhundert. Hatten in den Zeiten, in denen es der Bevölkerung wirtschaftlich nicht so gut ging, die Bräute einfach ihr bestes Kleid angezogen, meist ein schwarzes, so wurden in den Zeiten des Überflusses die Brautkleider immer üppiger und aufwändiger, ausgenommen natürlich die Zeit des Minirockes, in der auch die Säume der Brautkleider immer weiter nach oben rutschten.

    Ergänzt wurden die Brautkleider, von Auber Frauen anmutig durch die Stadt getragen, vom Hochzeitsfotografen, der in der neueren Zeit die Szenen für die Nachwelt dokumentierte. Mit dabei ein Aussteuerwagen, gefüllt mit allem, was ein junger Haushalt so brauchte. Mit solchen Fuhren zog die Braut in den Haushalt des künftigen Ehemannes ein und dokumentierte den Nachbarn zugleich den Wohlstand, den sie mit in die Ehe brachte.

    Nicht nur die zum Teil Originalkostüme erhielten Bewunderung, es waren auch die vielen kleinen Details, die den Festzug zum Vergnügen für die Zuschauer machten. Ein Mäuschen auf dem Korb, mit dem die Schweine zum Säulesmarkt gebracht wurden, ein Detail an einem Kostüm, das es aus der Masse hervorhob: Es gab für die Zuschauer immer etwas zu entdecken und zum Schmunzeln. Ergänzt wurde der Umzug durch Autos und Motorräder aus vergangenen Jahrzehnten und nicht zuletzt durch die mitwirkenden Musikkapellen und den Fanfarenzug aus Kützbrunn.

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