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    UETTINGEN

    Buchen haben im Sommer stark gelitten

    Der Gemeinderat stimmte dem Forstbetriebsplan für den Uettinger Forst zu. Im Bild: Gemeindewald und Privatwald um den Ma... Foto: Mechtild Buck

    Der für Uettingen zuständige Revierleiter Timo Renz von der Forstbetriebsgemeinschaft Würzburg stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung seinen Jahresbetriebsplan für Forstbetriebsarbeiten im Gemeindewald 2019 vor. Da einige neue Gemeinderatsmitglieder in Bezug auf das Thema Forstarbeiten Hintergrundinformationen wünschten, holte Renz bei seinen Erläuterungen weiter aus und beantwortete die Fragen der Räte.

    Renz bestätigte, dass der trockene Sommer starke Schäden im Wald hinterlassen hat. Besonders die Buchen, die den Großteil des Uettinger Gemeindewalds ausmachen, haben sehr gelitten. Renz empfahl allerdings, zunächst abzuwarten, ob die Bäume im kommenden Jahr wieder austreiben. 2015 gab es schon einmal ein ähnlich trockenes Jahr, welches die meisten Bäume überlebt haben. Glücklicherweise neigt die Buche nicht sehr zu Schädlingsbefall.

    „Leere Stellen“ im Wald

    Ein Gemeinderatsmitglied wollte hinsichtlich vieler „leerer Stellen“ im Wald wissen, warum das Aufforsten so teuer ist. Renz erklärte, dass der Schutz für die Jungpflanzen (Zäune oder Anstrich) die Hauptkosten ausmacht. Außerdem bestehe auch in nicht so trockenen Jahren das Risiko, dass Pflanzen vertrocknen und nachgepflanzt werden müssen und letztlich sei eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen notwendig, die ebenfalls Arbeitszeit und somit Kosten verursacht.

    Mehr als 4000 Euro plant Renz normalerweise nicht für Nachpflanzungen im Uettinger Gemeindewald ein: „Wir versuchen etwas zu machen, aber nicht zu übertreiben.“ Nachgepflanzt wird zurzeit vor allem Weißtanne, mit der man bis jetzt gute Erfahrungen gemacht hat. Auf diese Weise soll der Buchenanteil nach und nach reduziert wird. Eiche wäre auch eine gute Alternative, aber das Saatgut sei in diesem Jahr nicht so gut.

    Probleme mit Buchen

    Und wie sieht die Zukunft des Waldes aus? Auf Grund des Klimawandels sei laut Renz in Zukunft mit höheren Temperaturen zu rechnen. Es gebe zwar Versuchsplanzungen, erläuterte der Revierleiter, aber Bäume bräuchten sehr lange zum Wachsen, so dass sich das Klima wahrscheinlich schneller ändert als die Bäume wachsen können. Da in Uettingen vor allem Buchen stehen, gäbe es hier ein Problem, wenn „die Buche schlapp macht“. Allerdings hoffe man, dass die Buche sich zumindest teilweise dem Klimawandel anpasst. Bäume, die Temperaturen von –20 Grad bis zu großer Hitze und Trockenheit. problemlos bewältigen gibt es laut Renz nicht. Somit sei die Bepflanzung des Waldes immer ein Kompromiss, den man zu optimieren versucht.

    In puncto Holzverkauf erklärte Renz, dass die Tendenz zu Buche gehe, Fichte würde nachlassen.

    Renz erläuterte wie die Planung des Hiebsatzes erfolgt. Hierfür gibt es einen 20-jährigen Plan. Die Hiebmengen müssten aber nicht zwingend eingehalten werden. Nach zehn Jahren erfolge im Allgemeinen eine Revision, um festzustellen, ob der Plan der Realität entspricht und die Mengen gegebenenfalls anzupassen. In Uettingen ist der Plan im Jahr 2009 erstellt worden. Aktuell liegt die Gesamtabgleichung über alle Holzarten leicht über dem Plan (Soll: 11 900 Festmeter, Ist: 12 625 Festmeter). Renz will den den Hiebsatz in Zukunft reduzieren. Für 2019 sind1500 Festmeter Einschlag geplant.

    Für Neuanpflanzungen plant Renz 2250 Euro für 2019 ein (250 Pflanzen in verschiedenen Waldstücken). Zur Nachpflanzung von Dürreschäden stellt er 500 Euro zur Verfügung. Außerdem hat er im Waldstück Hohesroth die Astung der Kirsche aus dem Vorjahr mit 800 Euro eingeplant.

    Der Gemeinderat stimmte dem Jahresbetriebsplan 2019 einstimmig zu.

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