• aktualisiert:

    Würzburg

    Bürgerenergiepreis Unterfranken: Engagement für Energiewende gewürdigt

    Das Bayernwerk hat bereits zum fünften Mal den Bürgerenergiepreis Unterfranken verliehen. Die unterfränkischen Energiehelden 2019 sind die Bioenergiegenossenschaft Wettringen eG, Johannes Hemmelmann aus Himmelstadt und Familie Jung aus Eltmann. Regierungspräsident Eugen Ehmann (Zweiter von rechts) und Ingo Schroers, Bayernwerk (Fünfter von links) zeichneten die Preisträger in der Regierung von Unterfranken aus. Foto: Johannes Hardenacke, Regierung von Unterfranken/ Bayernwerk AG

    Ein Dorf heizt Bio: In Wettringen im Landkreis Schweinfurt steht seit 2011 ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das inzwischen zwei Drittel des Dorfes mit Wärme und Strom versorgt. Betrieben wird die Anlage mit Hackschnitzeln. Das „Bioenergiedorf Wettringen“ ist einer von drei Gewinnern des Bürgerenergiepreises, der jedes Jahr von der Bayernwerk Netz GmbH mit Unterstützung der Regierung von Unterfranken vergeben wird. Das teilte die Regierung in einer Pressemitteilung mit. Außerdem wurden Johannes Hemmelmann aus Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart) und Familie Jung aus Eltmann (Lkr. Haßberge) in der Regierung von Unterfranken in Würzburg geehrt.

    „Wenn wir Klimawandel und Energiewende ernst nehmen, müssen wir jetzt handeln und innovative Lösungen finden. Der Bürgerenergiepreis macht ein breites Publikum auf diese vorbildlichen Projekte aufmerksam und wir freuen uns, dass so viele Menschen mit gutem Beispiel vorangehen“, erklärte Ingo Schroers, Mitglied der Geschäftsleitung von Bayernwerk, bei der Preisverleihung.

    Klimafreundlich und smart

    Seit 2010 hat Familie Jung aus Eltmann ihr im Jahr 1983 erbautes Zweifamilienhaus kontinuierlich zu einem klimafreundlichen und energieeffizienten Smart Home umgebaut. Basis sind eine Photovoltaikanlage, eine Wärmepumpe, die auch als Klimaanlage funktioniert, sowie eine Solarthermieanlage mit Heizungsunterstützung und ein wasserführender Pelletofen.

    Den Umbau der Heizungsanlage hat Matthias Jung größtenteils in Eigenregie durchgeführt. Mit Hilfe eines Smart-Home-Systems kann die Familie die energetische Versorgung ihres Hauses digital steuern. Die gesamte Beleuchtung ist auf LED umgerüstet, bei neuen Geräten achten die Familienmitglieder auf Energieeffizienz. Zum Fuhrpark der Familie gehören ein Elektroauto, ein Elektromotorrad und ein E-Roller. Als nächsten Schritt ist die Anschaffung eines Speichers für die überschüssige Energie aus der Photovoltaik-Anlage geplant. Familie Jung erhält ein Preisgeld von 3.000 Euro.

    Effizientes Blockheizkraftwerk

    Auf Initiative der Bioenergiegenossenschaft Wettringen entstand in dem unterfränkischen Dorf im Jahr 2014 ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW). Diese Kraftwerke dienen der lokalen Energieversorgung einzelner Quartiere und arbeiten effizient nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Das Besondere am Wettringer BHKW ist, dass es komplett CO2-neutral mit Holzpellets betrieben wird. Ein dorfeigenes Nahwärmenetz versorgt inzwischen schon zwei Drittel der Bewohner mit Wärme aus dem BHKW. Den selbst erzeugten Strom speisen die Wettringer in das Stromnetz ein. Da immer mehr Dorfbewohner an das Wärmesystem angeschlossen werden möchten, denkt die Genossenschaft derzeit über eine Erweiterung der Anlage nach. Die Bioenergiegenossenschaft erhält ein Preisgeld von 3.000 Euro.

    Vier Generationen, ein Wärmenetz

    Zehn Bewohner aus vier Generationen leben auf dem Anwesen der Familie Hemmelmann in Himmelstadt. Für die Gebäude in der Hauptstraße, deren Ursprung teilweise auf das 19. Jahrhundert zurückgeht, hat Johannes Hemmelmann ein eigenes Nahwärmenetz installiert. Auch die neu gebaute Weinscheune mit Platz für 50 Besucher hat er an das Netz angeschlossen. Der Wärme- und Warmwasserbedarf wird über eine Pelletheizung und eine Solarthermieanlage gedeckt. Drei Pufferspeicher sorgen dafür, dass die Pelletheizung in den Sommermonaten nur sehr selten eingesetzt werden muss. Unterstützt wird das System durch eine intelligente Steuerung, die auf Wettervorhersagen reagiert. Familie Hemmelmann erhält ein Preisgeld von 4.000 Euro.

    Der Bürgerenergiepreis wurde erstmals 2013 in Niederbayern verliehen. Inzwischen werden regelmäßig Gewinner in den Regierungsbezirken Niederbayern, Oberbayern, Unterfranken, Oberfranken und in der Oberpfalz gesucht. Mitmachen können Vereine, Kindergärten, Schulen oder Privatpersonen. Ausgeschlossen sind Projekte von Unternehmen, die sich gewerblich mit Energieeffizienz beschäftigen.

    Bearbeitet von Stefanie Dürr

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!