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    WÜSTENZELL

    Bürgermeister Beck: Nach 24 Dienstjahren ist Schluss

    49 Bürger aus Holzkirchen und Wüstenzell kamen Montag ins Gemeindehaus von Holzkirchen, um einiges über die Entwicklung der Gemeinde zu erfahren. Aber die eigentliche Überraschung verkündete Bürgermeister Klaus Beck erst am Schluss der Bürgerversammlung. Es ging um die Kommunalwahl im Jahr 2020. Das Ortsoberhaupt sagte, dass er für das Amt des 1. Bürgermeisters nach 24 Dienstjahren dann nicht mehr zur Verfügung steht. Er hofft, dass ein geeigneter Kandidat bis dahin gefunden wird, deshalb habe er seine Entscheidung schon jetzt bekannt gegeben.

    Durch mehrere Wegzüge und elf Sterbefälle im vergangenen Jahr ging die Einwohnerzahl in der Gemeinde von 983 -2016 – auf 969 zum 31. Dezember 2017 zurück. In Holzkirchen wohnen 568 Personen, in Wüstenzell 401 Bürger.

    Das Rechnungsergebnis des Haushaltes 2017 lag im Verwaltungshaushalt und im Vermögenshaushalt bei 2,9 Millionen Euro. Als stabile Größe bezeichnete der Bürgermeister die Einnahmen aus der Grundsteuer B mit 68 507 Euro. Das Minusjahr 2016 bei der Gewerbesteuer hat man verlassen und hofft hier auf Einnahmen von etwa 40 000 Euro. Aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland ist die Beteiligung an der Einkommensteuer auf 467 264 Euro angewachsen. Auch die Schlüsselzuweisungen haben sich erfreulich nach oben entwickelt, sie liegen bei 389 040 Euro. Eine leichte Tendenz rückwärts ist bei der Steuerkraft der Gemeinde zu verzeichnen, sie beträgt 452.81 Euro. Im Vergleich zu den drei VG-Gemeinden rangiert man hier auf dem letzten Platz.

    Seit September 2012 ist man schuldenfrei. Ob die schwarze Null weiter Bestand hat, hängt davon ab, wann der geplante Bauhof Realität wird. Erfreulich für die Verbraucher war die Entwicklung der Wasserverbrauchsgebühr. Wieder im Vergleich im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft bezahlen die Bürger mit 1,20 Euro für den Kubikmeter am wenigsten. Die Unterhaltskosten sind hier stabil „und wir haben alles gut im Griff“, sagte Bürgermeister Beck. Die Schmutzwassergebühr konnte ebenfalls auf 3,50 Euro pro Kubikmeter gesenkt werden. Beim Niederschlagswasser liegt man bei 0,85 Euro je Kubikmeter.

    Für eine seit Jahren solide Haushaltspolitik sei auch der Geschäftsstellenleiter und Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Helmstadt, Ralf Büttner, der auch an der Versammlung teilnahm, mitverantwortlich.

    Die gemeindliche Kindertagesstätte wird von Kathy Schreck geleitet, neben drei Erzieherinnen gehören noch zwei Kinderpflegerinnen zum Team. Die Betreuung von Schulkindern stelle ein Problem dar, da die Räumlichkeiten fehlen. Sorgenkind der Gemeinde ist der geplante Bauhof zwischen Holzkirchen und Wüstenzell. Eigentlich wollte man mit dem Neubau schon begonnen haben, aber immer neue Probleme tauchen bei der Baugenehmigung auf. So ist jetzt zu klären, ob eine Einleitung des Niederschlagswassers in den Aalbach möglich ist und welche Anforderungen hierbei zu erfüllen sind. Ferner ist zu ermitteln, welche Anforderungen an eine Einleitung des Niederschlagswassers in den Mischkanal gestellt und welche Maßnahmen erforderlich werden. Der Fachbereich „Wasserrecht“ im Landratsamt hat in seiner Stellungnahme die Empfehlung ausgesprochen, für das Vorhaben ein anderes Grundstück auszuwählen. Notwendige Grundstücke hat die Gemeinde bereits erworben.

    Bürgermeister Klaus Beck ging in seinem Tätigkeitsbericht auf diverse gemeindliche Vorhaben ein. So waren die Sanierung der Friedhöfe, Vorplatz Gemeindehaus, die Feuerwehrausstattung der beiden Feuerwehren, Sanierung Feuerwehrhaus Wüstenzell, Baugebiet Alte Straße und Straßensanierung Themen seines Berichtes.

    Anschließend stellte sich der Bürgermeister den Fragen der Anwesenden. So stellte ein Bürger die Frage nach einer Sanierung der Kirchentreppe in Holzkirchen, dessen Stufen stark ausgetreten sind. Für diese sehr kostenaufwändige Maßnahme hat die Gemeinde zur Zeit keine Mittel, sagte der Bürgermeister. Ein Wüstenzeller Bürger trug den Wunsch vor, in der beengten Aalbachtalstraße zum Schutz der Schulkinder Tempo-30-Zone einzurichten. Bei verschiedenen Ortsterminen mit der Verkehrsbehörde wurde dies abgelehnt, da es kein Unfallschwerpunkt sei.

    Der Bürger meinte abschließend, es müsse erst etwas passieren. Ein Holzkirchener Bürger sprach den Altbestand an alten Gebäuden an, die eine gewisse Gefahr darstellen und auch für das Ortsbild nicht förderlich seien.

    ps

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