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    Ochsenfurt

    Bürgerversammlung: Verkehrsthemen sind Ochsenfurtern wichtig

    Parkplatznot, Fußgängerzone und lange Ampelschaltzeiten beschäftigen die Bürger. Kann die Stadt etwas tun?
    Diskutiert wurde über die Frage, ob an der Kreuzung Brunnenstraße-Floßhafenstraße-Tückelhäuser Straße ein Kreisverkehr entstehen könnte. Foto: Claudia Schuhmann

    Die Örtlichkeit war die gleiche wie in den Vorjahren, doch am Rednerpult stand diesmal jemand anders: In Vertretung des Ersten Bürgermeisters Peter Juks (UWG) leitete seine Stellvertreterin Rosa Behon (CSU) die Bürgerversammlung im gut besuchten Ochsenfurter Schützenhaus. Wie berichtet, was Juks am Freitagabend bei einer Veranstaltung in der Altstadt zusammengebrochen und musste in die Würzburger Uni-Klinik gebracht werden. Dass sich Juks auf dem Wege der Besserung befinde, war Behons erste Ankündigung des Abends, verbunden mit guten Wünschen für den Bürgermeister und seine Familie.

    Abwechselnd mit dem Dritten Bürgermeister Joachim Eck (SPD) führte Behon durch den Abend. Nach dem mit Daten und Fakten gespickten Bericht über den aktuellen Zustand der Stadt - "Geburten laufen auch ganz gut" - hatten die Bürger das Wort. Zwei schriftliche Anträge waren zuvor eingegangen. Heinz Wanderer aus dem Bärental fühlt sich von Emissionen aus der Zuckerfabrik beeinträchtigt. Sein Stadtteil sei bei Westwind davon besonders betroffen, außerdem verbreiteten die Schlammteiche zu manchen Zeiten einen schlimmen Gestank, sagte er. Rosa Behon hält ein gemeinsames Gespräch unter anderem mit Bürgern, Vertretern der Stadt und der Zuckerfabrik zu diesem Thema für sinnvoll und möglich.

    Für einen Kreisverkehr 

    Die meisten anderen Diskussionsbeiträge drehten sich um das Thema Verkehr. So hatte Helene Hartenstein schriftlich angeregt, die Ampelanlage an der Kreuzung Brunnenstraße, Floßhafenstraße und Tückelhäuser Straße durch einen Kreisverkehr mit Zebrastreifen für Fußgänger zu ersetzen. Deshalb wollte sie wissen, was die Wartung der Ampelanlage kostet. Laut Rosa Behon belaufen sich die jährlichen Wartungskosten für die schon relativ betagte Anlage aus dem Jahr 1983 auf rund 13.000 Euro.

    Die untere Parkgarage in der Jahnstraße ist von der B 13 aus erreichbar. Wer die Altstadt verlassen will, muss aber durch die Fußgängerzone fahren. Foto: Claudia Schuhmann

    Allerdings sei bei einem Kreisverkehr mit Herstellungskosten von annähernd 600.000 Euro zu rechnen, so die zweite Bürgermeisterin. Schon vor etlichen Jahren habe es nämlich Überlegungen zum Bau eines Kreisels an dieser Stelle gegeben. Laut Bauamt reiche aber der Platz dafür nicht aus.

    Die Situation ist unbefriedigend

    Bürger aus dem Bärental meldeten sich mit Klagen über die Parkplatzsituation in ihrem Stadtteil zu Wort. Durch zugeparkte Straßen entstünden gefährliche Situationen für Radfahrer, insbesondere für Kinder. Und der Bau des neuen Wohngebäudes für anerkannte Flüchtlinge und sozial Benachteiligte am Eingang zum Bärental habe das Problem noch verschärft.

    Die Situation sei unbefriedigend, gab Joachim Eck zu. Das sei aber auch in anderen Stadtteilen mit dichter Bebauung, namentlich am Südhang, nicht anders. Jede Familie besitze inzwischen mehrere Autos. Auf öffentlichem Grund, also auch an Straßenrändern, sei das Parken grundsätzlich erlaubt. Dazu kommt laut Eck, dass so mancher Hauseigentümer seine Garage nicht zum Unterstellen des Autos nutze.

    Gefangen in der Fußgängerzone

    Klaus Börschinger stellte die Frage, ob die Fußgängerzone in der Altstadt noch zeitgemäß sei. Dort gebe es inzwischen so viele Ausnahmen, dass sie kaum noch zu durchblicken und schon gar nicht zu kontrollieren seien. Außerdem sei nach dem Neubau der Neuen Mainbrücke an der Zufahrt zum unteren Teil der Parkgarage in der Jahnstraße eine absurde Situation entstanden, ergänzte Sandra Jaekel.

    Autofahrer dürften dort zwar hoch-, aber nicht mehr hinunter fahren und seien somit gezwungen, die Altstadt durch die eigentlich nicht zu befahrende Fußgängerzone zu verlassen. Stadtbaumeister Jens Pauluhn gab zu, dass die Situation "relativ kompliziert" sei. Das Ordnungsamt befasse sich aber damit.

    Ortsschild steht an der falschen Stelle

    Volker Ohnemus schilderte seinen Eindruck vom Ortseingang in Kleinochsenfurt nach dem Ausbau der Würzburger Straße. Dort werde der aus Richtung Würzburg kommende Verkehr zwar durch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer vor der neuen Verschwenkung mit Überquerungshilfe für Fußgänger heruntergebremst, bevor das Ortsschild erreicht wird. In umgekehrter Richtung stehe aber das Ortsschild weit vor der Überquerungshilfe, so dass dort theoretisch sofort 100 Stundenkilometer gefahren werden dürften. "Das passt alles nicht", kritisierte Ohnemus.

    Nach einer weiterhin lebhaften Diskussion, unter anderem über die Frage fehlender Leitplanken auf der Neuen Mainbrücke und als nervtötend empfundene Schaltzeiten bei den Ampeln an der Südtangente, ging die Bürgerversammlung nach rund drei Stunden zu Ende.

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