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    WÜRZBURG

    Bunte Luftballons über Würzburg als Zeichen gegen Homophobie

    Wer am Donnerstagabend in der Würzburger Innenstadt unterwegs war, konnte eine große Schar an bunten Luftballons beobachten, die sich von der Alten Mainbrücke aufsteigend in Richtung Neubaukirche bewegte. Wer einen dieser Luftballons nach der Landung vorfand, entdeckte einen daran angehängten Zettel mit einem Wunsch oder Gedanken des anonymen Absenders.

    Internationaler Tag gegen Homophobie

    Die bunte Luftballonaktion wurde anlässlich des Internationalen Tags gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie, kurz IDAHOT, vom Verein Queer Pride Würzburg initiiert. Rund 100, vor allem junge Menschen, versammelten sich auf der Alten Mainbrücke zu einer Solidaritätsbekundung.

    Mithilfe von öffentlichen Veranstaltungen Einfluss auf das kulturelle und gesellschaftliche Leben nehmen und so Vorurteile gegenüber sexuell anders Orientierten abbauen – das hat sich der erst im Februar dieses Jahres gegründete Verein auf die Fahne geschrieben. Daneben wollen sie Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Opfer von Gewalt geworden sind, helfen und unterstützen. Nun will der Verein Mitglieder gewinnen. Hauptziel ist es, ab 2019 ein jährliches Straßenfest in der Würzburger Innenstadt zu veranstalten.

    Für mehr Toleranz und Akzeptanz

    „Toleranz und Akzeptanz in einer Gesellschaft, in der man nicht nach seiner Sexualität beurteilt wird, ist etwas, dass wir mit den öffentlichen Veranstaltungen wie dieser erreichen möchten“, erklärte David Hein, einer der Vereinsgründer. Dabei arbeitet der Verein eng mit der Würzburger DejaWü Jugendgruppe und mit dem schwulesbischen Zentrum Würzburg zusammen. Deren gemeinsames Ziel besteht auch darin, Hilfe und Beratung beim Coming-out anzubieten, sowie Räume einzurichten, in denen sich Homosexuelle kennenlernen können.

    So findet im schwulesbischen Zentrum Würzburg neben diversen Veranstaltungen etwa jeden Donnerstag ein offener Abend statt, an dem sich Begegnungen ergeben. Dort wird zusammen gekocht, gespielt und sich ausgetauscht.

    Nach Einschätzung von David Hein sei die Toleranz in Würzburg allgemein recht hoch – in anderen Städten sei die Situation viel schlechter: „Dennoch hat ein jeder im alltäglichen Leben Situationen erfahren, die unangenehm sind und dagegen kämpfen wir an.“

    vga

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