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    Burggrumbach

    Bunter Blütenreichtum für Bienen

    Es summt und brummt überall. Dicke Hummeln saugen an großen gelben Sonnenblumen. Schmetterlinge tänzeln im Sommerwind und fliegen von Blüte zu Blüte. Im Blühstreifen von Edith Sachse herrscht vielfältiges Leben.

    Pflanzen, die den Insekten gut tun

    Auf zwei Flächen, einmal 1000 Quadratmetern und einmal 200 Quadratmetern, hat Familie Sachse aus Burggrumbach in diesem Frühjahr verschiedene Blühmischungen, von einjährig bis mehrjährig, angesät. Die große Fläche zeigt gleich neben der Sommergerste ein buntes Bild, geprägt von Sonnenblumen, Buchweizen, Malven, Ringelblumen, Phacelia, Kornblumen und vereinzeltem Klatschmohn. Alles Pflanzen, die den Insekten in der Agrarlandschaft gut tun. Das Saatgut stiftete das Netzwerk Blühende Landschaft, das 2016 das Projekt "BienenBlütenReich" gemeinsam mit Landwirten und Kommunen startete.

    Weil es auf Feldern und Wiesen, öffentlichen Flächen und in Gärten immer weniger blüht, wolle man auf die dramatische Notlage von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Co aufmerksam machen, heißt es in einer Broschüre. Deshalb solle eine blühende Landschaft gestaltet werden, in der sich Tier und Mensch wohl fühlen und in der vor allem Insekten wieder Futter finden sowie bedrohte Vögel und Säugetiere Rückzugs- und Bruträume.

    Die Pflanzen trotzen der Trockenheit

    "Das ist schon enorm, was sich hier an Insekten tummelt", sagt Sachse begeistert. Spezielle Zusammenstellungen der Mischungen bieten besonders viel Nahrung. Erstaunlich ist auch, dass die Pflanzen der diesjährigen Trockenheit trotzen. Mitmachen können bei der Aktion Kommunen, landwirtschaftliche Betriebe oder regionale Initiativen.

    "Man meldet die Fläche an und die Mitarbeiter vom Netzwerk blühende Landschaft schicken das Saatgut kostenlos und schon für die Fläche berechnet zu", erklärt Sachse. Wenn man keine Maschinen für die Aussaat hat, unterstützt das Netzwerk auch bei der Übernahme der entstehenden Kosten.
    Und auch Menschen, die keine eigenen Flächen, einen Garten oder Balkon haben, können die Aktion unterstützen, nämlich durch eine Blühpatenschaft. 

    Und nach der Blüte? "Wichtig ist, dass der Bestand dann stehen bleibt, weil viele Insekten dort ihre Eier ablegen und überwintern", so Sachse weiter. Und im kommenden Jahr wird es dann wieder blühen, teilweise sogar schon im zeitigen Frühjahr.

    In Eisingen blüht es noch nicht

    Auch die Gemeinde Eisingen hat sich in diesem Jahr an der Aktion "BienenBlütenReich" beteiligt. Mit einer Fläche oberhalb der Schule direkt an der Verbindungsstraße nach Kist. Allerdings blüht es dort noch nicht und die Pflanzen scheinen unter der Trockenheit zu leiden, wie sich bei einem Ortstermin mit Bürgermeisterin Ursula Engert zeigte. Wenn die Fläche blüht, soll auch hier eine Führung angeboten werden.

    Mit Artenvielfalt und Ökologie beschäftige sich die Gemeinde schon seit längerem, sagte Engert. So tragen Eisinger Landwirte mit Blühstreifen zur Förderung des Artenreichtums bei. Ein Landwirt habe auf ökologischen Landbau umgestellt, ein anderer habe große Wiesen, die weder gedüngt noch gespritzt werden, erklärte sie.

    Kein Einsatz von Glyphosat

    Generell werde in Eisingen sehr viel für die Artenvielfalt und die Wildbienen getan, meint Engert. Der Bauhof verzichtet seit langem schon auf Glyphosat und auch auf den von der Gemeinde verpachteten Flächen darf kein Glyphosat eingesetzt werden.

    Die Gemeinde Eisingen und Familie Sachse sind im Landkreis Würzburg bisher die einzigen Partner im Projekt "BienenBlütenReich". Deutschlandweit wurden im Jahr 2018 100 Hektar Blühflächen als Tankstellen für hungrige Insekten angelegt.

    Führung am Sonntag, 22.Juli
    Wer wissen will, was dort alles blüht und welche Insekten unterwegs sind, ist am Sonntag, 22. Juli, um 16 Uhr zu einer Führung eingeladen. Der Blühstreifen befindet sich etwa zwei Kilometer außerhalb von Burggrumbach in Richtung Rimpar. Edith Sachse und der Forstingenieur und Naturfotograf Roland Günter aus Estenfeld werden die Blumen, die Biologie der Insekten und die Bedeutung für die Natur erklären.
    Weitere Informationen gibt es unter www.bluehende-landschaft.deund unter www.bluehpate.de

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