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    Würzburg

    Busnetz+: Wie sich Würzburger Stadtteile verbinden lassen

    Aktuell finden Workshops zum Würzburger Busverkehr statt. Dieses Mal ging es um die Stadtteile Heidingsfeld, Steinbachtal, Zellerau, Mainviertel und Dürrbachau.
    Ingmar Vogt von der WSB erklärt den Verlauf der neuen Tangentiallinien 24 und 34.
    Ingmar Vogt von der WSB erklärt den Verlauf der neuen Tangentiallinien 24 und 34. Foto: Patrick Wötzel

    Es waren nur etwa halb so viele Teilnehmer wie eine Woche zuvor, als es um den Würzburger Norden ging, deswegen wurde aber nicht weniger intensiv diskutiert: Im zweiten Bürgerworkshop der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB) zur Optimierung des städtischen Busnetzes ging es um die Bereiche Heidingsfeld, Steinbachtal, Mainviertel, Zellerau und Dürrbachau.

    Im Straßenverkehr und an Ampeln bevorrechtigte Premiumlinien, so genannte "Tangentiallinien" zur direkten Verbindung einzelner Stadtteile, dazu Quartierslinien und für die Außenbereiche Anruf-Sammeltaxis je nach Bedarf – das sind die einzelnen Bausteine für das geplante "Busnetz+", mit dem die WSB den Busverkehr künftig deutlich attraktiver gestalten will. Mit einer dichteren Taktung und vereinfachten Fahrplänen soll der Busverkehr so gestaltet werden, dass die Nutzer spürbar schneller und komfortabler als bisher von A nach B kommen.

    Was Tangentiallinien leisten sollen

    Wie schon im ersten Workshop begrüßten die rund 50 Teilnehmer einhellig die erklärte Absicht, Bussen zumindest auf den Premiumlinien mit eigenen Busspuren und Bevorrechtigung an Ampeln ähnlich der Straßenbahn Vorfahrt vor dem Autoverkehr zu ermöglichen.

    Was Tangentiallinien leisten sollen, erläuterte Ingmar Vogt von der WSB am Beispiel der bestehenden Linie 34 im Südwesten des Stadtgebiets: Sie fährt derzeit im Stundentakt aus Lengfeld und über Hubland und Frauenland nach Heidingsfeld. Diese Verbindung soll mit den künftigen Linien 24 und 34 deutlich ausgebaut werden – beide Busse fahren im 30-Minuten-Takt, dadurch soll in der Hauptverkehrszeit ein Viertelstundentakt erreicht werden, der das Studium von Fahrplänen überflüssig macht.

    Dritte Bürgerwerkstatt am 8. November

    Angebunden werden dadurch auch Grombühl, die Lindleinsmühle und die Sanderau, Endhaltestelle soll am Heidingsfelder Ostbahnhof sein. "Es gibt dadurch umsteigefreie Beziehungen in die einzelnen Stadtteile. Dadurch und durch den dichten Takt wird diese Verbindung für die Fahrgäste vor allem auf Teilstrecken interessant", so Vogt.

    Die beiden Linien werden auch an den Wochenenden verkehren, allerdings in einem weniger dichten Takt. Wie die Linienführung der Tangentialverbindung durch das Frauenland zum Hubland und Richtung Gerbrunn aussieht, wird dann im Detail Thema bei der dritten und letzten "Busnetz+"-Bürgerwerkstatt am 8. November von 16 bis 20 Uhr wieder im WVV-Casino sein, wenn es um den Osten des Stadtgebiets geht.

    Bürger weitesgehend zufrieden

    In der Diskussion um die konkrete Linienführung wurde deutlich, dass es dabei auch darum geht, "Punkte zu finden, an denen Lichtsignalbevorrechtigungen stattfinden und eigene Busspuren eingerichtet werden können. Das ist ein wichtiges Detail, das zusammen mit der Stadtverwaltung untersucht werden muss", erläuterte Vogt.

     Insgesamt wirkten die anwesenden Bürger weitgehend zufrieden mit den vorgestellten Plänen, die nach Auffassung der WSB im Vergleich zum aktuellen Zustand eine wesentliche Verbesserung bringen werden. Anders als beim ersten Workshop zu den Linien in Lengfeld und Versbach waren auch weniger Teilnehmer dabei, die in erster Linie über ihre persönliche Busanbindung und nicht so sehr über das große Ganze sprechen wollten. "Der ÖPNV ist aber kein Maßanzug, der allen Nutzern gleich gut passt", sagt Nahverkehrsexperte Mathias Schmechtig vom Büro "NahverkehrsConsult" aus Kassel, der die WSB bei der Netzoptimierung berät.

    "Und dann müssen wir irgendwann Farbe bekennen und sagen, was die Vielzahl der Wünsche kosten und wann wir uns das leisten können."
    WSB-Prokurist Bernd Karl

    WSB-Prokurist Bernd Karl zog am Ende des vierstündigen Workshops eine positive Bilanz der Gesprächsrunden: Mit den von den Bürgern vorgebrachten Argumenten und Vorschlägen könne die WSB "gut gerüstet" in den Stadtrats-Workshop zum "Busnetz+" am 2. Dezember gehen: "Und dann müssen wir irgendwann Farbe bekennen und sagen, was die Vielzahl der Wünsche kosten und wann wir uns das leisten können."

    Das Thema ÖPNV in Würzburg ist auch Thema beim "StadtGespräch" der Main Post am Dienstag, 22. Oktober, ab 19 Uhr im Rudolf-Alexander-Schröder-Haus.

    Moderatorin Ursula Heller und WSB-Prokurist Bernd Karl präsentieren die Ergebnisse des zweiten Busnetz+-Bürgerworkshops.
    Moderatorin Ursula Heller und WSB-Prokurist Bernd Karl präsentieren die Ergebnisse des zweiten Busnetz+-Bürgerworkshops. Foto: Patrick Wötzel
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