• aktualisiert:

    Würzburg

    Buß- und Bettag: Wer betreut den Nachwuchs?

    Kinder haben schulfrei am Buß- und Bettag, Eltern müssen arbeiten. Das sorgt in manchen Familien für Chaos. Muss es aber nicht: Wo es in Unterfranken betreute Angebote gibt.
    Viele Firmen organisieren am Buß- und Bettag eine Kinderbetreuung für ihre Mitarbeiter. Es gibt aber auch öffentliche Angebote.
    Viele Firmen organisieren am Buß- und Bettag eine Kinderbetreuung für ihre Mitarbeiter. Es gibt aber auch öffentliche Angebote. Foto: Daniel Peter

    Wohin mit dem Nachwuchs? Vor dieser Frage stehen Eltern jedes Jahr am Buß- und Bettag. Die Kinder haben schulfrei, Eltern müssen in der Regel arbeiten. Denn ein gesetzlicher Feiertag ist der Buß- und Bettag bereits seit 1995 nicht mehr. Sorgt das für Chaos in den Familien?

    Insgesamt hätten Familien mittlerweile seltener Probleme, ihre Kinder unterzubringen, so Margit Alfes vom Bayerischen Elternverband. Der Grund: "Seit einigen Jahren sorgen immer mehr Firmen und städtische Einrichtungen für eine Betreuung an diesem Tag. Dadurch hat sich die Lage sehr entspannt."

    Betreuungsangebote in Unterfranken: Kinder dürfen mit zur Arbeit

    Auch in Unterfranken haben sich verschiedene Angebote etabliert. Viele Arbeitgeber ermöglichen es ihren Mitarbeitern, Kinder am Buß- und Bettag mit zur Arbeit zur bringen. Ein solcher Mitarbeiter-Kindertag findet zum Beispiel am Landratsamt in Würzburg statt. Seit über zehn Jahren organisiert der Landkreis ein Programm für den Nachwuchs seiner Angestellten im Alter von sechs bis 14 Jahren. Mal geht es ins Theater, mal ins Museum oder zu einer Führung durch die Residenz. In diesem Jahr werden die Kinder die Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins in der Zellerau besuchen. Außerdem dürfen sie dem Landrat in seinem Büro über die Schulter schauen.

    Mit diesem Angebot wolle die Behörde vor allem die Eltern entlasten, so Landratsamts-Sprecherin Eva-Maria Schorno. "Es kommt aber auch bei den Kindern gut an. Viele waren schon öfter dabei und kennen sich deswegen auch untereinander."

    Jonglage, Ferienprogramm oder ein Notdienst für den Notfall

    Auch die Regierung von Unterfranken kommt ihren Mitarbeitern entgegen. "Neben flexiblen Arbeitszeiten und Telearbeit ist auch der Mitarbeiter-Kindertag eine Maßnahme für mehr Familienfreundlichkeit", sagt Sprecher Johannes Hardenacke. Etwa 30 Kinder nehmen jedes Jahr am Betreuungsprogramm teil. Diesmal erwartet sie neben einem Rundgang durchs Regierungsgebäude ein Jonglage-Workshop im benachbarten Kindergarten.

    In den Rathäusern in Würzburg und Schweinfurt sind die Kinder der Angestellten am Buß- und Bettag ebenfalls willkommen, gleiches gilt für viele Firmen in der Region, wie etwa König & Bauer oder die Sparkasse Mainfranken.

    Eine andere Lösung für den schulfreien Tag bietet die Stadtjugendpflege in Karlstadt. Wie in den Schulferien können Eltern ihre Kinder am Buß- und Bettag für ein Ferienangebot im Jugendhaus "Piranha" anmelden. Ein religöses Programm gibt es beim Kinderbibeltag der Auferstehungskirche in Schweinfurt. 

    Und was, wenn keines der Angebote passt? Wer trotzdem keine Betreuungsmöglichkeit für seine Kinder findet, könne an vielen Schulen auf einen Notdienst zurückgreifen, so Claudia Vollmar vom Schulamt Würzburg. "Häufig finden die Eltern aber eine andere Lösung."

    Drei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Würzburg-Newsletter!

    Kommentare (17)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!