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    Höchberg

    Busunfall: Helferin wird dringend gesucht

    Es war ein schwarzer Tag für Judy H. aus Höchberg: In einem Linienbus stürzte die 46-Jährige so schwer, dass sie noch immer krank geschrieben ist. Schuld ist ihrer Meinung nach der Busfahrer. Aber um das beweisen zu können, braucht sie die einzige Zeugin des Unfalls.

    Sonntag, 15. Juli, 9.25 Uhr. Judy H. (Name ist der Redaktion bekannt) ist in Höchberg mit einem Bus der Linie 17 auf dem Weg von ihrer Arbeitsstelle nach Hause. Bis zur Haltestelle Bergstraße ist sie der einzige Fahrgast. Dann steigt noch eine junge Frau ein. Nach Judy H.'s Erinnerung ist sie etwa 20 bis 25 Jahre alt, circa 1,70 Meter groß, schlank und hat blonde Haare. Bekleidet war die Frau mit einer Jeans, einem blau-weiß-gestreiften Shirt und Jeans. Sie trug eine kleine, dunkle Tasche bei sich.

    Busfahrer machte eine Vollbremsung

    "Meine Mandantin hat mir gesagt, dass der Fahrer sehr schnell gefahren sei und während der Fahrt mit seinem Handy telefoniert habe", erzählt die Würzburger Anwältin Irene Josberger-Schwital, die Judy H. vertritt. Kurz vor ihrer Zielhaltestelle sei die 46-Jährige aufgestanden und habe den Halteknopf gedrückt. Aber der Mann am Steuer habe nicht angehalten. "Stopp", habe Judy H. ihm zugerufen, "ich will aussteigen". Da habe der Busfahrer in der Heidelberger Straße, etwa 50 Meter von der Haltestelle entfernt, "eine Vollbremsung gemacht".

    Tatsache ist, dass Judy H. mit dem Gesicht gegen eine Haltestange prallte, das Gleichgewicht verlor, auf den Boden des Busses stürzte und über das geriffelte Bodenblech schrammte. Mit einem offenen Nasenbeinbruch, einem dick geschwollenen, blauen Auge und aufgeschlagenen Knien blieb die 46-Jährige liegen. Der Busfahrer, so Josberger-Schwital, habe sich laut ihrer Mandantin "nicht um sie gekümmert".

    Wer half, war die junge Frau, die in der Bergstraße zugestiegen war. Sie tröstete Judy H., reichte der in ihrem Blut liegenden Frau Taschentücher - und sie rief mit deren Handy den Ehemann der 46-Jährigen an. "Er kam sofort, holte seine Frau aus dem Bus und brachte sie in eine Klinik", erzählt Josberger-Schwital. Als der Mann mit seiner verletzten Frau den Bus verlassen habe, habe der Fahrer Gas gegeben und sei davon gefahren. Vor lauter Aufregung habe das Ehepaar vergessen, sich Name und Adresse der einzigen Zeugin geben zu lassen.

    Fahrer war für Stellungnahme nicht zu erreichen

    Dies alles ist die Darstellung von Judy H. Was der Busfahrer, den die 46-Jährige wegen "Unfallflucht", "fahrlässiger Körperverletzung" und "unterlassener Hilfeleistung" angezeigt hat, dazu sagt, ist nicht bekannt. Er war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen und hat sich auch nicht bei Judy H. gemeldet.

    Ihre Mandantin habe "keinerlei Rachegelüste", betont die Anwältin. Es gehe ihr nicht darum, dass der Fahrer bestraft wird. Die 46-Jährige wolle aber Schmerzensgeld. Schließlich habe sie seit dem Unfall Schlafstörungen und Probleme beim Sprechen und Essen. Außerdem sei zu befürchten, dass an ihrer ramponierten Nase Schönheitsoperationen nötig würden, die die Berufsgenossenschaft nicht bezahlt.

    Der Fahrer ist für einen Subunternehmer der APG tätig, die die Buslinien im Landkreis betreibt. Laut Josberger Schwital hat die Firma ihre Versicherung von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt.

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