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    Würzburg

    CSU-Stadtratsfraktion stellt sich gegen Antisemitismus

    Die Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern nach dem Anschlag von Halle war in Würzburg groß: Mit einer Lichterkette am 11. Oktober vor dem jüdischen Gemeindezentrum zeigten die Würzburger ihr Mitgefühl. Nun fordert die CSU-Fraktion, dass sich der Stadtrat klar gegen Antisemitismus positioniert. Foto: Thomas Obermeier

    Die CSU-Stadtratsfraktion fordert in einer dringlichen Resolution, dass Oberbürgermeister Christian Schuchardt im Namen der Stadt Würzburg eine neue Arbeitsdefinition für Antisemitismus einführt. Das teilt die Fraktion in einer Pressemitteilung mit. Aufgrund der vielfältigen Formen antisemitischer Ressentiments, mit denen sich Juden ständig konfrontiert sähen, sei es nötig, eine neue Arbeitsdefinition einzuführen. Diese soll auch "als Leitfaden für eine wirksame Bekämpfung von Antisemitismus" dienen.

    Die neue Arbeitsdefinition soll lauten: "Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.“ Sowohl die Bundesregierung als auch die Bayerische Staatsregierung habe die Arbeitsdefinition der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken (IHRA) bereits übernommen. 

    Dieser Dringlichkeitsantrag wurde auf der jüngsten Fraktionssitzung beschlossen, so der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion Wolfgang Roth gegenüber dieser Redaktion. Die Forderung nach der Arbeitsdefinition soll laut Roth in der nächsten Stadtratssitzung Thema sein. Er sagt dazu: "Ich gehe davon aus, dass die anderen Fraktionen im Stadtrat das ähnlich sehen werden." 

    Bearbeitet von Felix Mutscheller

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