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    WÜRZBURG

    CSU einigt sich auf Rosa Behon

    Die CSU demonstriert Geschlossenheit: Die designierte Bezirkstagskandidatin Rosa Behon mit dem Kreisvorsitzenden Thomas ... Foto: Gerhard Meißner

    Rosa Behon soll für die CSU in den Bezirkstag. Bevor sich die Frage um die Nachfolge der kürzlich verstorbenen Bezirksrätin Elisabeth Schäfer zu einem parteiinternen Gerangel entwickeln konnte, hat sich der Vorstand des Kreisverbands Würzburg-Land am Montagabend geschlossen auf einen Vorschlag geeinigt, teilte Kreisvorsitzender Thomas Eberth am Dienstag in einer Pressekonferenz mit. Die 54-jährige Sparkassenangestellte aus Ochsenfurt sei die perfekte Besetzung für das Amt, betont auch Landrat Eberhard Nuß. Die letzte Entscheidung trifft allerdings erst die Delegiertenkonferenz am 27. Juli.

    Von Behons Interesse nichts gewusst

    Nuß selbst hatte in der vergangenen Woche noch seine Bewerbung auf das Direktmandat im Bezirkstag angekündigt. Da habe er noch nicht gewusst, dass mit Rosa Behon eine weitere geeignete Bewerberin zur Kandidatur bereit ist, so Nuß. Auch der ehemalige Bezirksrat und Röttinger Bürgermeister Martin Umscheid gehörte bis Montagabend zum Bewerberkreis. „Ich habe den Weg frei gemacht für die jüngere Generation und Martin Umscheid hat der Dame den Vortritt gelassen, ich finde, das ist ein fantastisches Ergebnis“, so Nuß am Dienstag. Da könne sich die Parteispitze in München gerne eine Scheibe abschneiden. „Die Basis zeigt, wie es geht.“

    Zwei Stunden lang habe das 20-köpfige Vorstandsgremium am Montag die Vor- und Nachteile jedes Bewerbers abgewogen, sagt Rosa Behon – „offen und sehr demokratisch“. Am Ende sei die Entscheidung einstimmig gewesen. Die 54-Jährige trat 1981 in die Junge Union ein und galt seitdem als enge Vertraute von Elisabeth Schäfer. 2014 wurde Behon in den Kreistag und den Ochsenfurter Stadtrat gewählt und gehört diesem seitdem als zweite Bürgermeisterin an.

    Rosa Behon verfüge nicht nur über kommunalpolitische Erfahrung, sondern auch über ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, lobt Kreisvorsitzender Eberth. „Gerade für die überwiegend sozialen Aufgaben des Bezirks ist sie deshalb prädestiniert“, so Eberth weiter. Sie selbst sieht in der Kulturförderung einen weiteren Schwerpunkt.

    Kampfabstimmung vermeiden

    Wie Teilnehmer der Vorstandssitzung berichten, hatte sich Eberth bereits darauf eingestellt, dass die Kandidatenfrage erst durch Kampfabstimmung in der Delegiertenkonferenz entschieden wird. Dem wollte Landrat Nuß unbedingt zuvorkommen. „Durch eine Kampfabstimmung wären persönliche Beziehungen kaputt gegangen, das braucht niemand“, sagt er.

    Vor der Bezirkstagswahl 2003 war es dazu gekommen, als sich Martin Umscheid in der Delegiertenkonferenz überraschend gegen zwei favorisierte Mitbewerber durchsetzte. Nach seiner Wahl zum Bürgermeister von Röttingen setzte innerparteiliche Kritik ein, Umscheid nehme sein Mandat nicht ausreichend wahr und lasse sich außerhalb seiner Stadt kaum noch auf öffentlichen Veranstaltungen sehen. Er verzichtete deshalb 2013 auf eine erneute Kandidatur und ebnete damit für Elisabeth Schäfer den Weg.

    Zu den Herausforderungen von Rosa Behon wird es nun gehören, sich unter den Wählern im gesamten Landkreis bekannt zu machen. „Im Süden kennt man mich, im nördlichen und westlichen Landkreis eher weniger“, sagt sie. Und auch der CSU-Kreisvorstand steckt in einer schwierigen Phase. Der plötzliche Tod von Elisabeth Schäfer habe die Partei in Schock versetzt, sagt Thomas Eberth. „Der Wahlkampf war ja bereits am Laufen und es ist schwierig, ihn wieder in Gang zu bringen.“

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