• aktualisiert:

    Würzburg

    Caens OB Joël Bruneau möchte im Amt bleiben

    Das Rathaus von Würzburgs Partnerstadt Caen in der ehemaligen Männerabtei (Abbaye aux Hommes). Joel Bruneau, seit März 2014 Oberbürgermeister von Caen, bewirbt sich am 15. März um ein neues Mandat an der Spitze des Stadtrats von Caen.
    Das Rathaus von Würzburgs Partnerstadt Caen in der ehemaligen Männerabtei (Abbaye aux Hommes). Joel Bruneau, seit März 2014 Oberbürgermeister von Caen, bewirbt sich am 15. März um ein neues Mandat an der Spitze des Stadtrats von Caen. Foto: Wolfgang Hugo

    Wahlkampf derzeit auch in Würzburgs Partnerstadt Caen: Ebenfalls am 15. März finden Kommunalwahlen statt, bei denen sich OB Joël Bruneau, seit März 2014 im Amt, erneut um den Chefsessel im Rathaus bewirbt. Insgesamt sieben Listen kämpfen um die 55 Sitze im Rathaus von Caen. Beobachter rechnen damit, dass es eine Woche später, am 22. März einen zweiten Wahlgang gibt, weil keine der Listen am 15. März die absolute Mehrheit erreicht.

    Deutlich unterscheiden sich die Verfahren, wie gewählt wird: Während in Bayern der OB direkt von den Bürgern gewählt wird, ist in Frankreich der Spitzenkandidat einer Liste automatisch OB-Kandidat. Da das Mehrheitswahlrecht der siegreichen Liste eine deutliche Mehrheit der 55 Sitze einräumt, ist die Wahl des OB dann Ende März absehbar.

    Ein bürgerlicher Republikaner

    Bei der Wahl 2014 hatten Joël Bruneau von den bürgerlichen Republikanern des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy und seine Liste im 2. Wahlgang mit 57,03 Prozent den Sieg davongetragen. Bruneaus Liste erhielt 43 Sitze im Stadtrat. Sein Amtsvorgänger Philippe Duron, Sozialist, der im März 2008 als Kandidat der Linksparteien gewonnen hatte, kam auf 42,96 Prozent. Nach französischem Mehrheitswahlrecht erhielt seine Liste zwölf Sitze. Da Listen zwischen dem ersten und zweiten Wahlgang fusionieren können, hatte Bruneau Unterstützung von den liberalen Parteien UDI/Modem erhalten, die Grünen hatten 2014 mit Durons Liste fusioniert. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,46 Prozent.

    Grüne setzen auf Sieg

    Die Grünen von Caen (EELV) setzen nach ihrem Durchbruch bei den Europawahlen im Mai 2019 mit Spitzenkandidat Rudi l’Orphelin auf Sieg. Mit 18,82 Prozent hatten sie in der Universitätsstadt Caen ihr bislang bestes Ergebnis erzielt. Nur die Präsidentenpartei LREM lag mit 26,80 Prozent davor, bei einer Wahlbeteiligung von 55,39 Prozent. Orphelin an der Spitze einer „Ökologischen und Bürgerlichen Liste“ hat auf seiner Liste bereits jetzt konservative Ökologen (Cap 21), Bürgerforum (Citoyens à Caen), Gewerkschafter (CGT) und Kommunisten (PCF) integriert.

    Wie bei vielen früheren Wahlen gehen Caens Bürgerliche auch unter Bruneau mit einer breit gefächerten Liste in den Wahlkampf. Neu hinzugekommen sind Anhänger der LREM (République en marche) von Staatspräsident Emmanuel Macron.

    Unter den insgesamt sieben Listen ist auch eine des „Rassemblement National“ (RN, früher FN) von Marine Le Pen. 2014 erhielt die FN 7,31 Prozent im 1. Wahlgang, steigerte sich aber bei der Europawahl im Mai 2019 auf 12,56 Prozent. Spitzenkandidat der Sozialisten ist Gilles Deterville, bereits jetzt Oppositionsführer im Rathaus von Caen und Fraktionschef der Sozialisten im Départementsrat von Calvados, vergleichbar dem Bezirkstag von Unterfranken.

    Drei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Würzburg-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!