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    Würzburg

    „Cherubim“ legt den Finger in die Wunde der Patientin Kirche

    Das kirchliche Kabarett "Cherubim" ist mit seinem aktuellen Programm in Würzburg zu sehen. Foto: Peter Langer

    Witzig, clever und pointenreich – mitunter aber auch in einer Weise desillusionierend, dass es weh tut: Das neue Programm „An der Sch(m)erzgrenze“ des kirchlichen Kabaretts „Cherubim“ hat es in sich. Nach der erfolgreichen Premiere im Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach ist es am 15. und 16. November um 20 Uhr im Kolping-Center Mainfranken in Würzburg zu sehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Karten gibt es noch für Samstag, 16. November, die Vorstellung am 15. November ist ausverkauft.

    Schauplatz Sanatorium

    Der Hintergrund des Stücks: Die Kirche befindet sich auf einem Dornenweg, der schier kein Ende zu nehmen scheint. Etwas muss geschehen. Davon sind alle überzeugt. Darauf warten alle. Darauf wartet das Volks Gottes in ähnlicher Weise, wie der Kranke darauf wartet, dass der Gipfelpunkt erreicht ist und es ihm endlich besser geht. In diesem Zusammenhang katapultiert „Cherubim“ sein 13. Programm kurzerhand ins Sanatorium.

    Allen müsste so schnell als möglich geholfen werden. Doch nichts geschieht. Das Sanatorium scheint völlig desorganisiert und außerstande, vernünftige Maßnahmen zum Wohle der Patienten in die Wege zu leiten. Das von außen zu betrachten, ist reichlich komisch. Doch wer die Symbol- und Sprengkraft hinter diesen ersten, so munter daherkommenden Bildern erahnt, bleibt das Lachen im Hals stecken. Doch Cherubim wäre nicht Cherubim, wenn es am Ende des Programms nicht einen Hoffnungsschimmer geben würde.

    Seit 1987 machen die Cheruben mit kabarettistischem Gesang, geschliffenen Dialogen und pointenreichen Nummern darauf aufmerksam, was in der Kirche schief läuft. Und sie kriegen vieles mit, denn sie sind alle aktive Katholiken und haupt- und ehrenamtlich in der Kirche engagiert, so die Pressemitteilung.

    Bearbeitet von Anja Behringer

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