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    Würzburg

    Corona: Geschützte Wohnplätze im Schullandheim

    Aus Sorge vor der Zunahme von häuslicher Gewalt sollen Schullandheime vorübergehend als Frauenhäuser genutzt werden.
    Das Schullandheim des Landkreises Würzburg kann während der Corona-Krise nicht als solches genutzt werden. Der Kreisausschuss ist deshalb damit einverstanden, wenn dort vorübergehend Opfer häuslicher Gewalt Schutz finden.
    Das Schullandheim des Landkreises Würzburg kann während der Corona-Krise nicht als solches genutzt werden. Der Kreisausschuss ist deshalb damit einverstanden, wenn dort vorübergehend Opfer häuslicher Gewalt Schutz finden. Foto: Daniel Peter

    Im Zusammenhang mit den geltenden Ausgangsbeschränkungen geht die Sorge um, die Fälle häuslicher Gewalt könnten zunehmen. Darauf hat auch das bayerische Schullandheimwerk reagiert und ermittelt in einer landesweiten Umfrage, welche Schullandheime vorübergehend als geschützter Wohnraum für von häuslicher Gewalt bedrohte Frauen zur Verfügung gestellt werden können. Thema war die Umfrage in der jüngsten Sitzung des Würzburger Kreisausschusses. 

    Der Landkreis Würzburg betreibt ein Schullandheim. Der Ausschuss stimmte der vorübergehenden Nutzung als Schutzhaus zu. Gleichzeitig sind im Landkreis Überlegungen im Gang, zusätzliche geschützte Wohnplätze für Opfer häuslicher Gewalt zu schaffen. Einen Betrag von insgesamt einer Million Euro hat der Kreistag in den kommenden beiden Jahren dafür in seine Finanzplanung eingestellt.

    Innovative Schutzkonzepte

    Wie Verwaltungsleiter Rainer Künzig ausführte, gehen die Überlegungen mit einem Förderprogramm des Bundes einher, wonach innovative Wohnprojekte mit einem Zuschuss von bis zu 90 Prozent gefördert werden. Um die Voraussetzungen für eine Förderanfrage ans Bundesfamilienministerium zu schaffen, beschloss der Kreisausschuss, einen Planer mit der Erstellung eines Konzepts und der zugehörigen Kostenschätzung zu beauftragen.

    Wie Landrat Eberhard Nuß betonte, stehe eine solche Wohnanlage nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Frauenhäusern, sondern stelle ein erweitertes Angebot dar. SPD-Fraktionssprecher Stefan Wolfshörndl betonte, dass bei der Planung auch die Situation in den benachbarten Städten und Landkreisen einfließen muss.

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