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    Ochsenfurt

    Corona: Polizei löst Hochzeitsfeier mit 15 Personen auf

    Den geltenden Ausgangsbeschränkungen zum Trotz hat eine Hochzeitsgesellschaft vor dem Rathaus einen Sektempfang veranstaltet. Die Polizei hat dafür kein Verständnis.
    Standesamtliche Trauungen dürfen zwar derzeit noch stattfinden, jedoch nur noch mit dem absoluten Minimum an Personen.
    Standesamtliche Trauungen dürfen zwar derzeit noch stattfinden, jedoch nur noch mit dem absoluten Minimum an Personen. Foto: Andreas Lander, dpa

    15 Personen, fröhlich feiernd, sich küssend und umarmend: Dieses Szenario fand die Polizei am Samstagmittag um 11.45 Uhr vor dem Ochsenfurter Rathaus vor. Ein Szenario, wie es angesichts der wegen der Coronakrise geltenden Ausgangsbeschränkungen derzeit gar nicht existieren dürfte. Ein Zeuge habe die Beamten von der Feier in Kenntnis gesetzt, sagt Kathrin Thamm von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken im Gespräch mit der Redaktion.

    Die Feiernden, so Thamm weiter, hätten Sekt getrunken, Gruppenfotos gemacht, Küsschen verteilt und sich umarmt - von einem Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Personen konnte keine Rede sein. "Wir wollen ja keine Spielverderber sein, aber so etwas muss aktuell verhindert werden", sagt sie. Nach der Trauung hätten sich die 15 Leute, darunter das Brautpaar, vor dem Rathaus aufgehalten. Die Polizeibeamten hätten die Feiernden aufgefordert, sich unverzüglich nach Hause zu begeben. Dem sei auch Folge geleistet worden.

    "Wir wollen ja keine Spielverderber sein, aber so etwas muss aktuell verhindert werden."
    Kathrin Thamm, Polizei

    Gegen die Feiernden wird ermittelt

    Ob die Leute einsichtig oder mit Unverständnis reagiert hätten, entzieht sich Thamms Kenntnis, denn das werde normalerweise im Bericht nicht erfasst. Die Polizeihauptkommissarin geht aber davon aus, dass die Feiernden den Ernst der Lage vorher vermutlich nicht richtig erfasst hatten. "Wir haben uns schon gewundert, dass so etwas überhaupt stattfinden konnte", sagt sie.

    Ohne Konsequenzen wird ihr Verhalten für die Feiernden wohl nicht bleiben. Gegen sie werde ermittelt, sagt Kathrin Thamm. Wegen welcher Verstöße im Einzelnen, werde derzeit geprüft. Laut der vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege am 20. März erlassenen Allgemeinverfügung können Verstöße jedenfalls als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, für die eine Geldbuße bis zu 25 000 Euro fällig werden kann.

    Standesamtliche Trauungen sind noch möglich

    Standesamtliche Trauungen dürfen zwar derzeit noch stattfinden. Wie das bayerische Innenministerium mitteilt, werden die Beteiligten aber "nachdrücklich gebeten, die Zahl der Anwesenden auf das absolute Minimum (bestmöglich: Brautpaar und Standesbeamter) zu beschränken". So sei es am Samstag auch in Ochsenfurt gehandhabt worden, sagt Verwaltungsleiter Wolfgang Duscher.

    Seines Wissens war der Termin für die Eheschließung bereits vor der Coronakrise vereinbart worden. Allen Brautpaaren werde in der aktuellen Situation vorab mitgeteilt, dass nur die unbedingt notwendigen Personen das Rathaus zur Trauung betreten dürften, sagt Duscher. Und mehr als diese Personen seien am Samstag auch nicht im Rathaus gewesen.

    Zu der Feier vor dem Rathaus könne er nichts sagen, denn das liege außerhalb der Zuständigkeit der Verwaltung. In Zeiten ohne Ausgangsbeschränkungen sei es ohne weiteres möglich, sich vor dem Rathaus zu treffen und dort auch ein Glas Sekt zu trinken, so der Verwaltungsleiter. Eine Erlaubnis hierfür seitens der Verwaltung sei nicht vonnöten, solange nicht Tische aufgestellt würden oder Ähnliches.

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