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    Würzburg / Bad Kissingen

    Coronavirus: Sieben Fälle in Unterfranken

    Jetzt ist es offiziell: Auch der Schüler der Leonhard-Frank-Schule am Würzburger Heuchelhof, die von 230 Kindern besucht wird, und dessen Eltern haben sich angesteckt. Was nun passiert.
    Verwaist: Die Leonhard-Frank-Grundschule am Würzburger Heuchelhof am Donnerstag.  Foto: Daniel Biscan

    Sechs Menschen in Würzburg haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. So fiel am Donnerstag bei dem Schüler, der die Würzburger Leonhard-Frank-Grundschule besucht, sowie bei seinen Eltern der Test positiv aus. Der Schüler zeige milde Symptome, seine Eltern bislang gar keine. Dies gab das Würzburger Gesundheitsamt bei einer Pressekonferenz am Nachmittag bekannt.

    Insgesamt stehen in Stadt und Landkreis Würzburg neun Menschen auf Anordnung des Gesundheitsamtes unter Quarantäne, davon zwei im Krankenhaus.

    Zwei Schulhäuser nächste Woche geschlossen

    Aus Sicherheitsgründen bleibt die Leonhard-Frank-Grundschule im Würzburger Stadtteil Heuchelhof ebenso wie das Schulhaus in Rottenbauer auf Anordnung des Gesundheitsamtes bis einschließlich Freitag, 13. März, geschlossen.

    Einer der Infizierten hat sich in Italien angesteckt

    Von der Schulschließung betroffen sind 230 Schüler, davon 100 an der Grundschule am Heuchelhof. Die Lehrer organisieren eine Notbetreuung. Doch das Gesundheitsamt appelliert an die Eltern, ihre Kinder, wenn möglich, zuhause zu lassen. Das Gesundheitsamt schließt weitere Schulschließungen nicht aus. Man müsse flexibel reagieren, so der Tenor der Verantwortlichen.

    Bereits am Vormittag hatte das bayerische Gesundheitsministerium mitgeteilt, zwei Verdachtsfälle hätten sich durch Labortests bestätigt. Es handelt sich um ein junges Paar. Die beiden werden stationär im Juliusspital (Klinikum Würzburg Mitte) versorgt und sind dort in Quarantäne. "Die Patienten sind in keinem kritischen Gesundheitszustand, sie zeigen nur milde Symptome", hieß es aus der Klinik. Einer der beiden hat sich laut Gesundheitsamt bei einem Italien-Aufenthalt angesteckt. Der Schüler, bei dem der Test nun positiv ausgefallen ist, hatte in den letzten Faschingstagen Kontakt zu dem Infizierten.

    Dozent an der Uni Würzburg infiziert

    Am Donnerstagabend meldete die Uni Würzburg einen weiteren Fall. Dabei handelt es sich laut dem Gesundheitsamt Würzburg um einen Dozenten, der sich zwar nicht mehr in der Region aufhält, aber an der Uni Kontakt zu mehreren Personen hatte. "Die Universität Würzburg wird die aktuelle Lage weiterhin sorgsam beobachten und alles ihr Mögliche tun, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen", hieß es in einer Pressemitteilung.

    Auch im Landkreis Bad Kissingen gibt es inzwischen einen bestätigten Coronavirus-Fall. Ebenso im Main-Tauber-Kreis im benachbarten Baden-Württemberg. Unterdessen kommt Entwarnung aus Bamberg: Die sechsköpfige Familie, die Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Mittelfranken hatte, wurde negativ getestet. Insgesamt wurden aus Mittelfranken drei Fälle aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim sowie je ein Fall aus Nürnberg und dem Landkreis Roth gemeldet.

    So viele bestätigte Fälle gibt es in Bayern und Deutschland

    Am Morgen hatten sich Rettungsdienste, Hausärzteverband und Klinikbetreiber zu einer Krisensitzung getroffen und die Lage in Unterfranken besprochen. Dabei ging es nicht nur um Corona, sondern vor allem um die Frage: Wie lässt sich bei dieser zusätzlichen Belastung die reguläre medizinische Versorgung aufrechterhalten?

    Der Erreger Sars-CoV-2 ist mittlerweile in allen Bundesländern außer in Sachsen-Anhalt nachgewiesen worden. In Deutschland sind laut dem Robert-Koch-Institut 400 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. In Bayern wurden seit vergangenem Donnerstag mehr als 70 Fälle bestätigt, gab das Gesundheitsministerium bekannt.

    Aufklärung statt Hysterie: Info-Telefon für Bürger
    Mit Bekanntwerden der Corona-Fälle in Würzburg stand am Donnerstag das Telefon im Gesundheitsamt und im Schulamt nicht mehr still. Viele Eltern sind besorgt ob einer Ansteckungsgefahr. Die kassenärztliche Vereinigung hat deshalb außerhalb der Sprechzeiten von Hausärzten unter der Telefonnummer 116 117 eine Patientenhotline eingerichtet. Hier werden Anrufer von Ärzten beraten. Wer Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber hat und sich in einer Region mit Corona-Fällen aufgehalten hat, soll sich telefonisch an den Hausarzt oder die 116 117 wenden. Das gilt auch bei einem persönlichen Kontakt mit jemandem, bei dem das Virus nachgewiesen wurde. Zusätzlich haben Stadt und Landkreis Würzburg in Sachen Corona ein eigenes Bürgertelefon unter der Nummer (0931) 8003-5100 eingerichtet. Es ist am Freitag von 8 bis 16 Uhr, am Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr besetzt. Informationen im Internet: www.116117.de

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