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    Würzburg

    Dag Seemann stellt in der Galerie Ilka Klose neue Bilder aus

    Das Gemälde "Absolute Mercy" von Dag Seemann ist in der Ausstellung in der Galerie Ilka Klose zu sehen Foto: Dag Seemann

    Es leuchtet nur so von bunten Farben in den Räumen der Galerie Ilka Klose in Heidingsfeld. Mal in größerem, aber auch in kleinerem Format. Das ist der erste Eindruck. Doch in den Bildern der zwei Serien, die der Maler Dag Seemann, ein Meisterschüler des "Malerfürsten" Markus Lüpertz, in der Galerie zeigt, steckt wesentlich mehr.

    "Club Kythera" heißt die eine Bilderfolge, die gerade rechtzeitig und exklusiv für die Ausstellung fertig wurde, "Fragrances" (Düfte) ist die zweite Serie betitelt. Seemann arrangiert in der "Club Kythera"-Serie Tableaus des scheinbar Unvereinbaren zu einem stimmigen Gesamtbild. Figuren aus den Mythen der Antike treffen auf Pop-Art-Interieurs und moderne Architektur, eingearbeitet sind häufig Ausschnitte aus zumeist Schwarz-Weiß Fotografien, die den gemalten Bildelementen zunächst scheinbar unvermittelt gegenüber stehen. 

    Von Mythen und Göttern

    Kythera ist in der griechischen Mythologie die Insel der Liebesgöttin Aphrodite. Für Seemann dient sie im Kontext mit dem "Club" als Symbol dafür, was aus den Mythen und Göttern im Laufe der Zeit geworden ist, erklärt Galerieinhaberin Ilka Klose, die Seemanns Bilder erstmals 1997 bei sich ausstellte, bei einem Rundgang durch die Ausstellung.

    Hier das großformatige Bild "Justicia auf zwei Beinen". Foto: Dag Seemann

    Willkommen im "Club Kythera"

    Hinter jedem Bild Seemanns stehe eine klare Aussage und ein durchdachtes Konzept, erläutert die Galeristin. So sei auch der Ausstellungstitel zu verstehen. Denn auf Kythera, in der Antike die Insel der Liebenden, warten heute Clubs auf die Feriengäste und deren Geld. Mit den Mythen ist es da vorbei. Diesen Ansatz nutzt Seemann beispielsweise auch in dem Bild "Justicia auf zwei Beinen", einer großformatigen Collage. Die klassische Justitia-Figur steht dabei auf einem Fotoausschnitt, der zwei Beine zeigt. im Hintergrund sind Wände mit Bildern zu sehen, die für die Schönheit stehen. Rechts unten ein hässliches Wrestling-Foto, das Brutalität symbolisiert. Dazwischen die Göttin der Gerechtigkeit, die die Wahl hat zwischen dem blauen Himmel des nach oben offenen Raumes oder dem lodernden Fegefeuer unter ihren Füßen. 

    Parfümflaschen mit Botschaften

    Ganz anders die Serie "Fragrances", deren Arbeiten vordergründig Parfüm-Flacons in unterschiedlichen Farben zeigen und im Titel überwiegend die Namen von bekannten Städten wie Venedig, Paris oder Rom tragen. Diese Arbeiten, ebenfalls oft als Collagen angelegt,  haben alle einen Bezug zur Welt des Big Business oder zur aktuellen Politik und sind im wahrsten Sinn des Wortes mehr- oder vielschichtig. So spielt der Flacon "Opium" einerseits auf ein Parfüm von Yves Saint Laurent an, andererseits lässt es Assoziationen auf China und seinen Opiumkrieg zu.  

    Künstler kommt zur Vernissage

    Es gibt also viel zu entdecken in den Bildern von Dag Seemann, wenn der Betrachter sich die Zeit dafür nimmt. Und sicher wird der Künstler bei der Vernissage, die am Samstag, 16. November, von 17 bis 20 Uhr in den Galerieräumen im Leitengraben 3 (Erstes Stockwerk links) stattfindet, auch selbst Auskunft über seine Intentionen geben. Eingeladen sind dazu alle Kunstinteressierten.Die Ausstellung wird bis Ende Februar 2020 gezeigt und kann nach telefonischer Vereinbarung (Tel. 0171 4583744) besucht werden.

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