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    Leinach

    Damit die Tiere des Waldes keinen Durst mehr leiden

    Von den durch Weidmann Jürgen Freitag (rechts) im Wald künstlich geschaffen Wassertränken fühlt sich allerlei Getier angezogen. Vor allem lässt sich so leicht auch Wildverbiss an Jungkulturen reduzieren, ließ sich Bürgermeister Uwe Klüpfel (links) berichten. Foto: Herbert Ehehalt

    Das Herz geht Jürgen Freitag auf, wenn er in der Morgendämmerung im Revier die erwachende Natur beobachtet. Doch leidet der Weidmann auch mit den Tieren, wenn sie bei Trockenheit verzweifelt nach ein paar Tropfen erfrischendem Nass lechzen. Von ihm künstlich angelegte Tränken sollen für die Tiere des Waldes die fehlenden Niederschläge ersetzen. Leinachs Gemeinderat begrüßte in seiner jüngsten Sitzung das Engagement zum Wohl des Waldes und der Tiere, und erteilte einstimmig die Zustimmung zur Errichtung von drei weiteren betonierten Wasserstellen.

    Nicht erst seit die Schwarzkiefern rund um Leinach mangels Niederschlag ihre Nadeln braun färben und absterben, sind auch die Wildtiere von der Trockenheit betroffen. Deshalb richtete Jürgen Freitag schon vor Jahren rund um eine im Wald versteckte Jagdhütte Wassertränken für die dort lebenden Tiere ein. Dazu hob er zunächst im Erdreich von Hand eine Senke aus, um darin Niederschläge vom Dach der Jagdhütte zu sammeln. Durch Auslegen der Kuhle mit Teichfolie war eine Tiertränke geschaffen.

    Tränken wurden immer wieder beschädigt

    Ob mit Absicht oder unbewusst waren die Tränken aber immer wieder beschädigt, so dass das gesammelte Wasser entweichen konnte. Nach Freitags Feststellung stochern Menschen mit Ästen oder auch mit Walkingstöcken gelegentlich gedankenlos in die flachen Tränken, nur um die Tiefe festzustellen. "In der durch die UV-Strahlen angegriffenen Teichfolie entstehen dann leicht kleine Löcher, durch die das gesammelte Wasser kontinuierlich entweicht", berichtet der Jäger. Wenngleich es nicht zwingend seinem Sinn für natürlichen Lebensraum entspricht, entschied er sich, die Tränken rund um die Jagdhütte mit einer Betonschicht auszukleiden.

    Zur Entstehung weiterer Wasserstellen im weitläufigen Gemeindewald beantragte der Jäger die Genehmigung der Gemeinde für die betonierte Variante. Die betreffenden Stellen hierfür wurden von Jürgen Freitag so ausgewählt, dass natürlich abfließendes Oberflächen- oder Niederschlagswasser in die Tränken eingeleitet und darin gesammelt werden kann. Um Bürgermeister Uwe Klüpfel (CFW) vom Erfolg dieser Strategie zu überzeugen, ließ sich der Jäger bei einem Pirschgang vom Rathauschef begleiten.

    Viele Tierarten nehmen die Wasserstellen an

    Rund um eine naturnahe Wasserstelle am Waldrand zeigte sich durch entsprechende Fährten, dass die Tränke die unterschiedlichsten Tiere anlockt. Vermutlich von Erdkröten wurde die kleine Wasserstelle inmitten des Waldes sogar als Laichgewässer genutzt. Für den Weidmann ist dies Bestätigung, dass selbst nur kleine Mengen an Wasser neues Leben hervorbringen. Die flache Erdsenke hatte Jürgen Freitag ursprünglich von Hand ausgehoben zur Ansammlung von Wasser, um so eine Wildsau-Suhle entstehen zu lassen.

    Vom Gemeinderat wurde die Initiative der im Wald künstlich geschaffenen Wassertränken auch deshalb begrüßt, da somit der Verbiss an aufkommenden Jungkulturen weitestgehend verhindert werden kann. "Denn wenn für die Tiere nirgends Wasser zu finden ist, sind die gut versorgten Triebe von Bäumen und Sträuchern oft die letzte Rettung bei der verzweifelten Suche nach etwas Nass", folgerte auch stellvertretender Bürgermeister Erhard Franz (CSU).

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