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    BIEBEREHREN

    Das Käppele strahlt wieder über dem Tal

    Schmuckstück im Inneren der Kreuzkapelle ist das Kreuz aus Eichenholz, das ein Bauer Mitte des 18. Jahrhunderts auf dem ... Foto: Markhard Brunecker

    Als „ganz besondere Pilger“ bezeichnete Pfarrer Gerhard Hanft im Grußwort zur Festschrift die gut zwei Dutzend Helfer, die dem Inneren der Bieberehrener Kreuzkapelle in über 1200 Arbeitsstunden ein neues Gesicht gegeben haben. Zum Fest der Kreuzerhöhung pilgerten am vergangenen Sonntag rund 200 Gläubige von der Pfarrkirche zum Ölberg am Fuß der Kreuzwegs und bestiegen die 240 Stufen, die zum „Käppele“ hinaufführen.

    Nachdem das Bauwerk am Eulenberg vor über 30 Jahren bereits eine umfassende Außenrenovierung erfuhr, setzten sich bereits seit Jahren Bürger für eine Innenrenovierung ein. Auf Wunsch der Kirchengemeinde fand im Juni 2015 ein erster Ortstermin mit Vertretern der Denkmalbehörde statt, um die notwendige Arbeiten abzustimmen.

    Risse und faule Balken

    Ein weiterer Ortstermin nur einen Monat später brachte bei einer Öffnung des Außendaches an verschiedenen Stellen abgefaulte und wurmbefallene Konstruktionsträger zum Vorschein. Auch Risse über Tür und Fenster unterstrichen die Notwendigkeit einer Sanierung.

    Im Februar 2017 erhielt man durch die Untere Denkmalschutzbehörde die Genehmigung für die Renovierung. Da man die geschätzten Kosten von mindestens 65 000 Euro nicht so einfach stemmen konnte, waren Eigenleistung und Spendenaufrufe gefragt.

    Die rund 30-köpfige Helfergruppe begann umgehend mit dem Abrissarbeiten. Nur wenig Tage später waren zwanzig neue Bogensegmente für die Decke eingebaut und mit Eisenarmierungen vorgerichtet. Dach und Giebel wurden stabilisiert und neue Kassettenleisten aus Fichtenholz eingebaut, Kirchenbänke und das Eichenholzkreuz außerhalb in Werkstätten restauriert. Damit am Ende auch wirklich alles wieder glänzt, wurden auch die 14 Stationen des Kreuzwegs gereinigt und versiegelt. Bis auf noch wenigen ausstehenden Kleinigkeiten, strahlt die kleine, rund 170 Jahre alte Bergkirche westlich von Bieberehren nun wieder hoch über dem Taubertal.

    Bei der Segnung durch Pfarrer Gerhard Hanft richtete Pfarrgemeinderatsvorsitzende Monika Schmid im Namen der Kirchengemeinde den Dank an die Bevölkerung und die zahlreichen Helfer. Rektor a. D. Erwin Gotthard stellte beim anschließenden Einweihungsfest im Ort die von ihm in kurzer Zeit ausgearbeitete Festschrift vor.

    Dank für die Errettung

    Auf 56 Seiten hat er alles Wissenswerte über die Kreuzkapelle zusammengefasst. So etwa die Sage wonach einem Bauer beim Pflügen die Pferde durchgegangen sind und er sich erst kurz vor dem Abgrund aus der misslichen Lage befreien konnte. Zum Dank für seine Errettung errichtete er das erste Kreuz auf dem Eulenberg, an dessen Stelle später die Kapelle gebaut wurde.

    Monika Schmid freut sich, dass die Bevölkerung so mitgezogen ist und jetzt wieder ein Kleinod hat, das sowohl von den Einheimischen als auch von vielen Gästen gern besucht wird. Selbst von Radfahrer, denen beim Überqueren der Tauberbrücke der Kreuzweg und Kirche ins Blickfeld rücken, steigen zum Käppele auf. Gerne, so Monika Schmid, dürfen auch weiterhin noch Spenden das Käppele auf die Konten der Kirchengemeinde überwiesen oder die Festschrift erworben werden.

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