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    Ochsenfurt

    Das Ochsenfurter Archiv findet eine würdige Heimat

    Weil der Platz im Lesesaal des Archivs nicht für alle reichte, fand die feierliche Eröffnung im Bauamtshof vor dem renovierten Gebäude des Dompropsts statt. Foto: Helmut Rienecker

    Als das Gedächtnis der Stadt bezeichnete Bürgermeister Peter Juks die neuen Räume des Ochsenfurter Archivs in dem frisch renovierten Gebäude aus dem Jahr 1525. Das wurde von dem Dompropst Friedrich von Brandenburg erbaut und diente über Jahrhunderte zur Aufbewahrung und Vermarktung von Getreide und Wein. Die beiden Ochsenfurter Davit Yüksel und Udo Riedelsberger haben das zuletzt leerstehende Gebäude von der Stadt erworben und mit Hilfe des Architekten Björn Obereder aus Nürnberg in den oberen Stockwerken Wohnungen mit großer Energieeffizienz gebaut. Das ganze Erdgeschoss mit einer Fläche von 215 Quadratmetern  hat nun die Stadt Ochsenfurt langfristig für ihr Archiv angemietet.

    Schlüsselübergabe vor historischem Hintergrund. Architekt Thomas Schmucker, Historiker Georg Menig, Bürgermeister Peter Juks, Altbürgermeister und Archivar Peter Wesselowsky, Pfarrer Jochen Ley und Pfarrer Klaus Weber aus Hopferstadt. Foto: Helmut Rienecker

    Wie der Bürgermeister in seiner Begrüßungsrede bei der Eröffnung ausführte, entsprechen die Räumlichkeiten nun endlich den Anforderungen für eine sichere und dauerhafte Erhaltung der Archivalien. Unter der Leitung von Architekt Thomas Schmucker hat die Stadt 125 000 Euro für die Klimatisierung und die Einrichtungen ausgegeben. Der Bezirk hat sie dabei mit 15 000 Euro unterstützt.

    Alles begann mit dem Umzug der Stadtverwaltung vom alten in das neue Rathaus

    Bestens vertraut mit den Schätzen der Ochsenfurter ist der ehrenamtliche Archivar der Stadt, Altbürgermeister Peter Wesselowsky. Er gab einen Rückblick auf die lange Geschichte des Archivs und seine bisherigen Standorte.

    Alles begann mit dem Umzug der Stadtverwaltung vom alten in das neue Rathaus. Da wurden schon Urkunden und wichtige Schriftstücke eingelagert. Aber niemand zeigte so richtig Interesse für die Sammlung. Das änderte sich, als es 1654 wegen des Ochsenfurter Forsts zu einem Rechtsstreit kommen sollte. Die Herren von Erlach, die Fürsten von Schwarzenberg wollten nicht glauben, dass der Wald zu Ochsenfurt gehörte. Zum Glück fand sich in Sommerhausen eine Urkunde aus dem Jahr 1280, die bewies, dass ein Würzburger Bischof zwei Drittel des Forst an Ochsenfurt und den Rest an Sommerhausen verschenkt hatte. Das war ein heilsames Erlebnis für die Stadt, denn nun erst wurde der Wert von den alten Urkunden erkannt.

    Der Rat der Stadt verpflichtete sogleich vier seiner Mitglieder, die Archivalien zu ordnen und ein Verzeichnis anzufertigen. Das war der Beginn des Ochsenfurter Archivs. Dreihundert Jahre später war das Archiv immer noch im Rathaus untergebracht. Doch mit den Eingemeindungen von den Orten Hopferstadt, Goßmannsdorf, Darstadt, Tückelhausen und Erlach im Jahr 1972 kam viel Archivgut nach Ochsenfurt. Unter der Leitung von Stadtarchivar Hans Hohe wurden die Bestände in den ehemaligen Sitz des Stadtschultheißen beim Palatium verlegt.

    Nicht nur die Archivräume standen zur Besichtigung

    Viele der Besucher nahmen bei der Eröffnung die Gelegenheit wahr, nun den dritten Standort des Archivs in Augenschein zu nehmen. Doch nicht nur die Archivräume standen zur Besichtigung. Unter fachkundiger Führung der Hausherren Yüksel und Riedelsberger war es auch möglich den Dachboden mit seinem fast 500 Jahre alten Gebälk zu besichtigen. Und auch der Gewölbekeller, so groß wie das ganze Gebäude, stand den Besuchern offen. Bei Bauarbeiten zum Einbau des Aufzugs wurde hier unter einer Sandschicht ein abgedeckter Brunnenschacht entdeckt. Das Wasser aus dem zehn Meter tiefen Brunnen dient nun zur Bewässerung der Außenanlagen.

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