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    Würzburg

    Das neue Mainfranken Theater wächst rasant in die Höhe

    Würzburg kann auch schnell: Das zeigt die Sanierung des Mainfranken Theaters. Im Frühjahr soll das neue Kopfgebäude im Rohbau fertig sein.
    Die neue geschwungene Treppe wird den Innenraum des neuen Kopfbaus am Mainfranken Theater maßgeblich prägen. Gerade werden die ersten Verschalungselemente dafür eingebaut. Foto: Thomas Obermeier

    Gut zwei Monate sind seit der Grundsteinlegung erst vergangen und jetzt zeigt sich bereits sehr konkret, wie das neue Mainfranken Theater einen markanten architektonischen Punkt in der Würzburger Innenstadt setzen wird. Schien sich das alte Theatergebäude mit seinem flachen Vorbau eher verschämt wegzuducken, ragt der neue Kopfbau mit seinem künftigen Stadtbalkon selbstbewusst in die Höhe. 

    Das neue Frontgebäude hat für das Mainfranken Theater eine ganz besondere Bedeutung.  Vor allem deshalb, weil dort die zweite Spielstätte entsteht, die während der Sanierung des Großen Hauses als Hauptbühne des Theaters genutzt werden wird.  Vor wenigen Tagen wurde dort im Obergeschoss des neuen Anbaus der Fußboden für den Theaterraum gegossen, in dem 330 Zuschauer Platz finden werden.

    Von der Oeggstraße aus lässt sich die Dimension des neuen Kopfgebäudes schon gut erkennen. Foto: Thomas Obermeier

    Kleines Haus eröffnet später

    Eigentlich sollte der neue kleine Saal ab Oktober 2020 für Theateraufführungen genutzt werden. Dieser Termin wird jedoch nicht zu halten sein, berichteten Theaterintendant Markus Trabusch und geschäftsführender Theaterdirektor Dirk Terwey bei einem Baustellenbesuch. Dennoch wird diese Theatersaison pünktlich beginnen und zwar im Theater der Musikhochschule in der Bibrastraße. Im Winter 2020 soll dann der neue Saal in Betrieb genommen werden, so Terwey. Diesen zeitlichen Vorlauf benötigen vor allem die Theatertechniker, um alle Anlagen für Licht und Ton in den Griff zu bekommen.

    Neue Treppe als Blickfang

    Dominiert wird der Innenraum des Vorbaus des künftigen Staatstheaters von einer sich durch den Raum schwingenden Treppe. Gerade wurde damit begonnen, die Holzverschalung für die markante Treppe einzubauen. Die einzelnen Holzelemente wurden alle am Computer exakt berechnet und werden nun vor Ort zusammengebaut. Für die Bauarbeiter sei dies eine ganz besondere Herausforderung, berichtet Dirk Terwey, schließlich habe dies mit dem sonst üblichen Baustellenalltag nicht mehr viel zu tun und sei eine willkommene Abwechslung. Ein erstes Teilstück der Treppenverschalung, die zur Ebene des neuen Kleinen Hauses führen wird, ist bereits in ihren Konturen erkennbar.  Noch vor Weihnachten soll die Treppe gegossen werden.

    Auch die Räume für die beiden Probebühnen im Untergeschoss des Vordergebäudes sind bereits im Rohbau fertig. Vor allem die Probebühne I stellt einen großen Gewinn für das Theater dar. Mit einer Größe von 12,5 mal 14,5 Metern entspricht sie den Ausmaßen der Bühne im Großen Haus. Das bedeutet, dass auch Proben für große Opernaufführungen im Maßstab eins zu eins durchgeführt werden können, was bisher nicht möglich war. Die Probebühne II misst 12,5 mal 12,5 Meter. Beide Bühnen sind akustisch vollständig voneinander entkoppelt, so dass ein paralleler Probenbetrieb in beiden Räumen möglich ist.

    Übersicht über die künftigen Nutzungen im neuen Kopfbau des Theaters: Im Untergeschoss die zwei Probebühnen, darüber die Eingangsebene mit Gastronomie und dem Ballett-Probesaal und im Obergeschoss das neue Kleine Haus. Foto: Stadt Würzburg

    Ballettsaal eröffnet Einblicke von außen

    Weit gediehen ist auch schon der Probensaal für das Ballett, der momentan noch einem Wald aus temporären Stützpfeilern gleicht.  Er bekommt an der Vorderseite eine Glasfront, so dass der Probenbetrieb auch von außen beobachtet werden kann. Als sichtbares Zeichen dafür, dass im Theater auch tagsüber gearbeitet wird.  

    Aktuell verändert sich der neue Vorbau, der dem Mainfranken Theater sein künftiges Gesicht geben wird, in ganz kurzen Abständen. In diesen Tagen beginnt auch schon der Innenausbau, zunächst mit der Verlegung von Leitungen. Bis Weihnachten sollen auch die Seitenwände für das Kleine Haus stehen. Auch danach geht es dann mit Riesenschritten weiter, denn im März soll der Rohbau an der Frontseite fertig sein. Vieles deutet darauf hin, dass diese Zielvorgabe eingehalten werden kann - wenn das Winterwetter keinen Strich durch die Rechnung macht.

    Vom künftigen Stadtbalkon im Obergeschoss des Kopfgebäudes haben die Theaterbesucher einen Rundumblick über die Altstadt. Foto: Thomas Obermeier

    Aktuell belaufen sich die Kosten für das gesamte Sanierungsprojekt auf rund 72 Millionen Euro. 75 Prozent der förderfähigen Kosten trägt der Freistaat Bayern. Förderfähig sind Baumaßnahmen in Höhe von 67 Millionen, so dass der Freistaat etwa 50,3 Millionen zum Sanierungsprojekt beisteuert. 

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