• aktualisiert:

    GELCHSHEIM

    Dem „Neubürger“ auf der Spur

    Die Leitung des von Tanja und Alexander Grimm organisierten „Bibererlebnisses“ hatte der Biberberater des Landkreises Würzburg Manfred Moras aus Winterhausen übernommen.

    An dem idyllisch gelegenen Platz zwischen der ehemaligen Kläranlage und der Rippach, die sich der Biber als Lebensraum ausgesucht hat, öffnete Manfred Moras zunächst seinen „Biberrucksack.“ Mit den putzigen Nachbildungen aus Plüsch sowie mit einem Biberbalg – wie in der Jägersprache das Fell des Tieres genannt wird – und einem Schädel, erläuterte er anschaulich die Lebensweise der Säugetiere.

    Wie Manfred Moras erklärte, galt der Biber seit 1867 als ausgerottet. Nachdem nahezu 100 Jahre später wieder einige Tiere ausgesetzt worden sind, haben sich die Biber rasant vermehrt. Zunächst in der Donau heimisch, ging die Wanderung, bei der die Biber weite Strecken zurücklegen können, weiter an den Main. Von dort siedelten die Tiere in die Tauber und die Gollach über, bis sie auch den Weg in die kleine Rippach fanden.

    Der Biberberater drückte seine Freude darüber aus, dass die Biberfamilie in dem Bach und der angrenzenden, zum Biotop gewordenen ehemaligen Kläranlage einen idealen Lebensraum gefunden hat.

    Moras verhehlte auch nicht, dass das Vorkommen der Biber keinesfalls überall geschätzt wird. Vor allem, so Moras, seien die Landwirte betroffen. In deren Feldern richten die Tiere beachtliche Schäden an. In dem an die Rippach angrenzenden Maisacker eines Gelchsheimer Landwirts zeugt nicht nur der zurückgestaute Graben von den Aktivitäten des tierischen Baumeisters. Die Spuren, die der Biber bei seinen nächtlichen Streifzügen hinterlassen hat, sind unübersehbar. Die Maisstängel, die das Tier nicht mitnimmt, um seinen Damm damit zu verstärken, liegen verdorrt zwischen den Reihen. Der Biberberater wird den Schaden begutachten, um eine Ausgleichszahlung für den Landwirt in die Wege zu leiten.

    Bevor sich nach einer Brotzeit Klein und Groß auf den Weg machten, um die großen Bauwerke in Augenschein zu nehmen, durch die sich die Biberfamilie ihren Lebensraum in dem kleinen Bach geschaffen hat, galt der Dank von Manfred Moras Bürgermeister Hermann Geßner. Durch die Bereitschaft der Gemeinde, den Damm nicht abzusenken, kann der Biber an seinem „Wohnort“ bleiben.

    Nachdem bereits durch die rege Bautätigkeit des Bibers der zur ehemaligen Kläranlage führende Wirtschaftsweg eingebrochen ist, rät der Biberberater zur Sicherung der Bäume, die die Rippach säumen. Wenn für die gefräßigen Vegetarier das Nahrungsangebot von Getreide, Mais und Rüben nach der Ernte nicht mehr zur Verfügung steht, suchen sie ihre Futterquellen an den Bäumen.

    Für die Kinder aller Altersklassen war die Exkursion ein echtes Ferienabenteuer nicht nur wegen des Bibers. Die Entdeckung eines kleinen Salamanders löste ebenso viel Begeisterung bei den Mädchen und Buben aus wie der Nachwuchs der Frösche. Die kleinen Hüpfer wanderten von einer Kinderhand in die andere, bevor sie wieder in ihr nasses Zuhause entlassen wurden.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!