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    Würzburg

    Demo: Für einen "sicheren Hafen"

    Solidarität mit Menschen auf der Flucht: Die Würzburger Filiale der Internationalen Seebrücken-Bewegung ruft am kommenden Samstag zur Demonstration auf.
    Zur Demo 'Schafft sichere Häfen' am kommenden Samstag ruft die Würzburger 'Filiale' der Internationalen Seebrücken-Bewegung auf. Auf dem Foto kümmern sich Seenot-Retter um Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. 
    Zur Demo "Schafft sichere Häfen" am kommenden Samstag ruft die Würzburger "Filiale" der Internationalen Seebrücken-Bewegung auf. Auf dem Foto kümmern sich Seenot-Retter um Flüchtlinge auf dem Mittelmeer.  Foto: Archiv: dpa/Lena Klimkeit

    Im Februar gründeten Mitglieder des Würzburger Flüchtlingsrats und des KHG-Asyl-Arbeitskreises "Mehr als 16a" eine Würzburger Filiale der Internationalen Seebrücken-Bewegung. Zahlreiche Initiativen und Organisationen schlossen sich zusammen, von der Würzburger Antifa über das Augustinerkloster und den Caritasverband, den Florakreis und das Missionsärztliche Institut bis hin  zu Organisationen von Grünen und Linkspartei. Gemeinsam rufen sie für diesen Samstag zu einer Demonstration mit dem Motto "Schafft sichere Häfen" auf.

    Zu dieser hat auch OB Christian Schuchardt per Mail seine Teilnahme zugesagt. Er setze sich dafür ein,"dass Menschenrechte für alle gelten, unabhängig davon, was der Pass über ihre Herkunft erzählt", schrieb er. Unerträglich finde er, "dass Menschen im Mittelmeer ersaufen‘". Aufgabe "der hohen Politik" in Rom, Berlin und Brüssel sei es, etwas dagegen zu unternehmen. Er verweist auf  seine Initiative für eine "Heimatregelung" für integrierte Flüchtlinge vor einem Jahr. 

    Im Interview äußert sich Marina Bottke, eine Sprecherin des Bündnisses, zur Lage der Flüchtlinge, zur Bedeutung des "Sicheren Hafens" und, warum die Würzburger zum Demonstrieren aufgefordert sind. 

    Frage: Warum braucht es die Seebrücke in Würzburg? Ist das nötig?

    Marina Bottke: Die Seebrücke von deutschen Politikern sichert Fluchtwege, hilft, dass Seenotrettung entkriminalisiert wird und bedeutet eine Solidarisierung mit Menschen, die auf der Flucht sind. Gerade die momentane Situation im Mittelmeer, wo Menschen aus Seenot nicht gerettet werden, weil niemand da ist, wo Menschen zurück nach Libyen gebracht werden in menschenunwürdigste Bedingungen, ist keine Lage, die irgendetwas mit der Einhaltung von Menschenrechten zu tun hat. Nachdem europäische und deutsche Politik nicht reagieren, liegt unserer Ansicht nach die Verantwortung bei zivilgesellschaftlichen Bündnissen und bei kommunaler Politik, ein sehr deutliches Zeichen zu setzen.

    Was können die Würzburger dazu beitragen?

    Bottke: Unser Ziel ist, dass sich Würzburg zum Sicheren Hafen erklärt, das muss im Stadtrat abgestimmt werden. Dafür ist es wichtig, dass die Bürger zeigen, dass auch sie sich mit Menschen auf der Flucht solidarisieren und, dass Menschen aus Seenot gerettet werden.

    Was bedeutet "Sicherer Hafen"?

    Bottke: Die Seebrücke definiert den "Sicheren Hafen" über eine öffentliche Solidaritätserklärung und durch die Unterstützung von Seenotrettung, die nicht kriminalisiert werden sollte. Menschen, die aus Seenot gerettet werden, sollten nicht blockiert werden, sondern direkt in europäischen Ländern aufgenommen werden. Das heißt auch, dass Menschen zusätzlich zur normalen Quote aufgenommen werden. Ich denke, Würzburg hat da viele Kapazitäten und letztendlich bedeutet das auch, mit verschiedensten Organisationen und der Politik dafür zu sorgen, dass Menschen hier gut aufgenommen und integriert werden können.

    Haben Sie bereits Gespräche mit den Fraktionen im Stadtrat geführt?

    Bottke: Unsere erste Aktion wird die Demonstration am Samstag sein, um zu zeigen, dass wir zivilgesellschaftliche Unterstützung haben. Dazu haben wir auch die verschiedenen Parteien eingeladen. Sowohl der Herr Schuchardt (der Oberbürgermeister, d. Red.) als auch der Herr Heilig (der Kreisvorsitzende und OB-Kandidat der Grünen, d. Red.) werden dazu einen Redebeitrag beisteuern.

    Die Demonstration beginnt am Samstag, 18. Mai, um 14 Uhr mit einer Kundgebung am Hauptbahnhof.

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