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    Würzburg

    Demonstration in Würzburg: Für Flüchtlinge und Seenotretter

    Das Sterben im Mittelmeer ist unerträglich. Bundesweit demonstrierten am Samstag mehrere Tausend Menschen. In Würzburg sprach Oberbürgermeister Schuchard deutliche Worte.
    Etwa 600 Menschen haben am Samstag in der Würzburger Innenstadt für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer demonstriert.
    Etwa 600 Menschen haben am Samstag in der Würzburger Innenstadt für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer demonstriert. Foto: Daniel Peter

    In rund 90 Städten riefen am Samstag Tausende Bürgerinnen und Bürger einen "Notstand der Menschlichkeit" aus. In Würzburg gingen bis zu 600 Leute auf die Straße. Sie demonstrierten gegen das Blockieren und Kriminalisieren ziviler Seenotrettung und für sichere Fluchtwege und Häfen.

    Seebrücke-Sprecherinnen kritisierten die europäische Migrationspolitik, insbesondere die italienische, als unmenschlich. Flucht sei kein Verbrechen, "unsere Solidarität ist grenzenlos". Das Sterben der Menschen im Mittelmeer müsse "ein Ende haben, jetzt, sofort".

    Beifall für die Kapitänin Carola Rackete

    In den knapp zehn Reden standen die Menschenrechte im Mittelpunkt. Die Würde des Einzelnen müsse die Grundlage jeder Politik sein, forderten die Seebrücke-Vertreterinnen. Großer Beifall brandete auf, als der Name der Sea-Watch-3-Kapitänin Carola Rackete fiel, totenstill waren die Demonstrierenden während einer Gedenkminute für die Ertrunken, ihre Angehörige und die Seenotretter

    Ausdrücklich begrüßten sie,dass Würzburgs OB Schuchardt ihre Forderung, Würzburg zum sicheren Hafen zu erklären, umgesetzt hat, und riefen zum Unterzeichnen seines Briefes an den italienischen Innenminister Salvini auf.

    Für den Würzburger Flüchtlingsrat und das Bündnis für Demokratie und Zivilcourage sprach der Priester Burkhard Hose. Er warnte davor, sich auf Diskussionen über Gesetze einzulassen. Der Streit müsse um das gehen, was hinter Gesetzen stehe: das Menschenrecht, "das durch kein Gesetz abzulösen" sei.

    OB will für das Recht auf Leben streiten und kämpfen

    Eine Sprecherin der Initiative "Mehr als 16a" forderte Solidarität mit allen Menschen auf der Flucht, auch für jene, die in der Sahara auf gefährliche Wege gezwungen und zu Tausenden sterben würden. Wie eine Sprecherin der UNI-Schule, die unter anderem Deutschunterricht für Migranten anbietet, auch, forderte sie unter großem Beifall den sofortigen Stopp aller Abschiebungen.

    Zur Abschlusskundgebung vor der Mozartschule, als viele Demonstrierende nach zweieinhalb Stunden in der Hitze schon kapituliert hatten, kam der OB. Unerträglich sei, sagte er, dass Menschen im Mittelmeer in Lebensgefahr sind und "dass diejenigen, die sich um sie kümmern, in Schwierigkeiten geraten". Das dürfe nicht sein.

    Zu leben sei ein universelles Grundrecht, das geschützt werden müsse, "egal wo, egal wer, egal welcher Herkunft, egal welcher Religion und egal aus welchem Motiv er oder sie sich in irgendwelcher Form auf die Reise gemacht hat." Für diesen Schutz, sprach er weiter, "wollen wir in unserer Stadtgesellschaft streiten und kämpfen, im Zweifelsfalle mit allem, was wir haben."

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