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    Höchberg

    Der Alte Friedhof soll umgestaltet werden

    Der östliche Teil (rechts) des Alten Friedhofs soll saniert werden. Erste Ideen wurden nun dem Marktgemeinderat vorgestellt. Foto: Matthias Ernst

    Auf dem älteren Teil des Alten Friedhofs gibt es einige "Problemzönchen", so Landschaftsarchitekt Ralph Schäffner vom Büro arc.grün aus Kitzingen, der im Auftrag der Marktgemeinde eine Fortentwicklung des Friedhofes untersucht hatte. Das Problem haben viele Kommunen. Der Trend zur Feuerbestattung und anschließender Urnenbeisetzung hält an, sodass die reinen Erdbestattungen, möglichst noch in Familiengräbern, immer weniger werden. Viele Erdgräber werden nach Ablauf der Mietzeit offen gelassen und nicht mehr weiter vermietet. Hinzu kommt auf dem Alten Friedhof noch eine schwierige Topografie mit unterschiedlichen Höhen. Dies mache, so Schäffner, besondere Maßnahmen zum Erhalt und Umbau nötig. Die einzelnen Gräber liegen sehr nah beieinander und sind nur schwer zugänglich. Das derzeitige Wegenetz sei ebenfalls nicht optimal.

    Er stellte Prognosen bis 2032 an, wie sich der Friedhofsteil in den nächsten Jahren entwickeln wird. Obwohl immer mehr Erdgräber offen gelassen werden, stellen sie nie eine einheitliche Fläche da, die umgeplant werden kann, so der Fachmann. Seine Grafiken sahen eher wie ein Flickerlteppich aus. Trotzdem will man den Umbau angehen und den Friedhof langsam in eine Parklandschaft umbauen. Offen gelassene Gräber könnten als gefasste Grünflächen gestaltet werden, Bäume gepflanzt und zusätzliche Bänke aufgestellt werden, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

    Barrierefreiheit auf dem Friedhof

    Außerdem könne er sich vorstellen, die Wege und Zugänge zu den Grabstellen zu verbessern. In einer Art Terrasse würden die beiden Hauptwege angelegt und mit metallenen Stützwänden und einem Fallschutz gesichert, so die Vorschläge. Dadurch werde dir Zugänglichkeit verbessert und man erhalte einen barrierefreien Zugang. Außerdem sollen die bisherigen Müllablageplätze nicht mehr störend ins Bild fallen.

    Natürlich sei klar, dass es sich beim Umbau des Friedhofes um eine sehr sensible Angelegenheit handle, bei der man die Bevölkerung mit ins Boot nehmen muss, stellte Bürgermeister Peter Stichler (SPD) klar. Doch die Tendenz im Marktgemeinderat geht grundsätzlich in Richtung Umbau und Verbesserung der derzeitigen Situation. Bis es aber soweit sein wird, sind noch viele Gespräche zu führen. Die Ausführungen Schäffners waren Ausgangspunkt einer regen Diskussion, die noch mehrere Monate anhalten wird.

    Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 22,29 Euro

    Bei der Vorstellung der Jahresrechnung hatte Kämmerin Stefanie Grund viel Positives zu berichten. Das Jahr 2018 schloss in finanzieller Hinsicht viel besser ab als geplant. Statt der geplanten Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt von 1 916 452 Euro beläuft sich der Überschuss des Verwaltungshaushalts auf 4 375 092,89 Euro und steht damit dem Vermögenshaushalt zur Verfügung.

    Ging man bei der Planaufstellung noch von einer Rücklagenentnahme von über 3,5 Millionen Euro aus, so mussten beim Abschluss nur 1 932 329,18 Euro aus den Rücklagen entnommen werden. Insgesamt steigt der Rücklagenstand jedoch von knapp 21,5 Millionen Euro auf über 22 Millionen Euro zum Ende des Jahres. Die Höhe der Festgeldanlagen zum  Jahresende 2018 beträgt nun 23 548 372,06 Euro, so Grund. Der gesetzliche Mindestbestand liegt bei 220 579 Euro. Trotzdem bezeichnete sie das Jahr 2018 als ein "normales Jahr". Die Verschuldung pro Kopf beträgt nur noch 22,29 Euro.

    Auch die Haushaltsreste seien mit 3,255 Millionen Euro besonders hoch, was zu einem großen Teil aber an den nicht benötigten Ausgaben zur Planung des tegut-Marktes am Hexenbruch liegt, die erst in 2019 anfallen. Bürgermeister Peter Stichler berichtete, dass der Vertrag mit dem Betreiber "tegut" mittlerweile von beiden Seiten unterschrieben sei.

    Neue Server für das Rathaus

    Als neues Mitglied des Stiftungsrates der Bürgerstiftung wurde nach dem Ausscheiden von Walter Müller vom Bündnis 90/Die Grünen Hilke Berends-Mantel vorgeschlagen. Dies fand allgemeine Zustimmung im Rat und die Verwaltung wird Kontakt mit ihr aufnehmen, um ihre Bereitschaft zu erkunden.

    Außerdem wurde beschlossen, zwei neue Server für das Rathaus anzuschaffen, die die bisherigen ersetzen sollen. Den Auftrag hierzu bekam die Firma Bechtle aus Würzburg zu einem Angebotspreis von rund 38 000 Euro, inklusive Wartung.

    Kriterien für Wohnungsbelegungen festgesetzt

    Festgesetzt wurden auch die Kriterien für die Belegung der möglichen Wohnungen "Am Klettenrain", die derzeit von der Regierung von Unterfranken für anerkannte Flüchtlinge und bedürftige Höchberger gebaut werden. Maximal 30 Prozent dieser elf Wohnungen können von Höchbergern belegt werden, die restliche 70 Prozent stehen anerkannten Flüchtlingen zur Verfügung.

    Kritik im Gemeinderat kam zur geplanten Miethöhe von 7,50 bis 8,50 Euro pro Quadratmeter, die die Regierung geplant hat. Dies sei für Sozialwohnungen sehr viel, so der allgemeine Tenor. Man könne an diesem Betrag allerdings nichts ändern, der sei von der Regierung vorgegeben, erklärte Kämmerin Stefanie Grund.

    Letztlich einigte man sich auf die von der Verwaltung vorgestellten Kriterien, wohl wissend, dass es sehr schwer werden wird, Bürger zu finden, die dort einziehen werden. Erste Voraussetzung sei ein Wohnberechtigungsschein, außerdem wurden folgende Kriterien aufgestellt: der zukünftige Bewohner soll aus Höchberg kommen, seine Arbeitsstelle im Ort haben oder ehemals in Höchberg gewohnt haben, Verwandter 1. Grades sein oder eben ein sonstiger Bewerber, wenn sich kein anderer findet.

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