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    Würzburg

    Der Beginn einer deutsch-äthiopischen Partnerschaft

    Die Übergabe des Krankenwagens sorgte für große Freude. Foto: Freundeskreis für Äthiopien

    Als erstes Ergebnis einer neuen Zusammenarbeit zwischen dem Würzburger Freundeskreis für Äthiopien und der äthiopischen Stadt Bichena, erreichte Ende Mai ein Krankenwagen die Stadt, der dort Notfallkrankentransporte überhaupt erst ermögliche. Finanziert wurde er laut Pressemitteilung des Freundeskreises mithilfe von Benefizkonzerten in Würzburg und weiteren Spendenaktionen sowie privaten Unterstützern. Die Organisation „Engagement global“ ermöglichte den Transport von Hamburg nach Bichena im Norden Äthiopiens.

    Der Freundeskreis besteht aus Studierenden verschiedener Fachrichtungen von Medizin und sozialer Arbeit über Politik und Soziologie bis Mathematik, sowie Akademikern, Ärzten und Vertretern der Lokalpolitik. Über Ostern waren der Vorsitzende des Vereins, Addis Mulugeta und der Schatzmeister Thomas Siedler gemeinsam mit Professor Thomas Bohrer (Leitender Arzt am Klinikum Kulmbach) in Nordäthiopien, um die Stadt Bichena in der Amhara Region und das dortige Krankenhaus zu besuchen. Bichena liegt etwa sechs Stunden Busfahrt von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt auf 2000 Metern Höhe.

    Das Team des Krankenhauses in Bichena mit dem Team des Freundeskreises für Äthiopien. Foto: Freundeskreis für Äthiopien

    Die Stadt hat 75 000 Einwohner, die Einzugsregion umfasst jedoch weitere 450 000 Einwohner. Das für diese Region zuständige lokale Bichena Primary Hospital hat derzeitig 177 Angestellte, davon 19 Ärzte, heißt es weiter. Im letzten halben Jahr wurden 954 Patienten stationär und 24 458 ambulant behandelt, inklusive 3304 Notfälle und 971 Entbindungen. Allerdings mangele es in der Klinik am Allernötigsten, so die Mitteilung.

    Zusammenarbeit vertiefen

    Das Bichena Hospital werde dennoch sehr sauber und ordentlich geführt. Das ärztliche Team der Klinik und der leitende Health Officer, Herr Andualem, seien hochmotiviert. Der Bezirkspräsident und Bürgermeister der Stadt Bichena unterstützen das Krankenhaus nach Kräften und möchten gerne zusammen mit dem Management und den Ärzten das Krankenhaus weiter ausbauen. Dass eine seriöse Politik mitbeteiligt sei, sei eine gute Voraussetzung für das Ziel des Freundeskreises: nachhaltiges Engagement und eine Kooperation auf Augenhöhe. Umso wertvoller sei es, dass sich diese politische Unterstützung auch auf deutscher Seite wiederspiegele. Denn mit dem Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, Christian Schuchardt, zählt der Freundeskreis einen weiteren tatkräftigen Förderer zu seinen Mitgliedern. Gemeinsam mit den Ärzten, dem leitenden Health Officer und den lokalen Politikern soll die Zusammenarbeit vertieft werden.

    Als weitere Maßnahme sei laut Mitteilung geplant, zunächst das Labor der Klinik auszubauen, um Blutuntersuchungen zu ermöglichen, die im deutschen Gesundheitssystem bei vielen Arztbesuchen Standard sind. Hierfür werden finanzielle Mittel in Höhe von rund 10 000 Euro notwendig. Danach stehen der Ausbau der chirurgischen Abteilung sowie der Notaufnahme an. Ziel sei der nachhaltige Aufbau und die Weiterentwicklung dieser äthiopischen Klinik und dadurch eine Verbesserung der Lebensumstände und Schaffung von Zukunftsperspektiven vor Ort.  

    Im März 2018 gegründet

    Der Verein wurde im März letztes Jahr gegründet in der Absicht, den respektvollen Austausch und die solidarische Unterstützung über Landes- und kulturelle Grenzen hinaus zu fördern und einen Beitrag zur selbstständigen, friedlichen und nachhaltigen Entwicklung in Äthiopien zu leisten, heißt es abschließend in der Mitteilung.

    Fokus seiner Arbeit sei neben dem kulturellen Austausch, die Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Versorgung, Bildung und Themen, die das Leben der Menschen in ähnlicher Weise bestimmen. Dies will der Verein durch materielle und ideelle Förderung erreichen und so die Öffentlichkeit für die Schwierigkeiten in bestimmten Regionen Äthiopiens sensibilisieren.

    Bearbeitet von Lena Bayer

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