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    Würzburg

    Der Bocksbeutel-Paddler trifft den Flaschenpost-Absender

    Die abenteuerliche Tour eines Ungarn aus Norwegen hat ihn auch nach Würzburg geführt. Dort traf er nun den Mann, dessen Flaschenpost er gefunden hatte.
    Georg Götz (links) überreicht dem Paddler Richard J. Varga den Sonderbocksbeutel für seine unglaubliche Tour. Foto: Herbert Kriener

    Es ist eine unglaublich abenteuerliche Geschichte: Am 24. Mai stieg Richard J. Varga an einer Insel der Lofoten in sein Seekajak und paddelte entlang den Küsten Norwegens und Dänemarks durchs Meer, durchquerte in Handarbeit halb Deutschland über Kanäle, den Rhein und den Main und ist nun am Samstag nach fast 4100 Kilometern in Würzburg angekommen.

    Empfangen wurde der aus Ungarn stammende Abenteurer am Alten Kranen von Georg Götz. Der Vorsitzende des Main-Franken-Kreises überreichte dem sportlichen Weltenbummler einen Sonderbocksbeutel, auf dessen Etikett der Paddler in seinem Boot auf dem Main unterhalb der Festung zu sehen ist.

    Beim Holzsammeln fand Varga die Flaschenpost

    Ein anderer Bocksbeutel hatte in dieser Erzählung eine besondere Bedeutung erreicht: Anfang des Jahres war Georg Götz mit seiner Frau Theresa auf dem Hurtigruten-Postschiff auf einer Seereise über das Nordkap unterwegs, bin zur russischen Grenze bei Kirkenes und zurück unterwegs, begleitet von Walter Stoy, dem ehemaligen Präsidenten der Handwerkskammer Unterfranken, und dessen Frau Maria.

    Mit an Bord genommen hatten sie drei Bocksbeutel. Einer davon wurde, kurz vor dem Ende ihrer Reise, so erzählt Götz am Telefon, zur Flaschenpost umfunktioniert. Gefüllt hat er ihn mit einer handschriftlichen Nachricht und seiner Visitenkarte. Dann ging die Flasche über Bord. Wohl angetrieben vom Golfstrom, legte der Bocksbeutel in drei Monaten rund 1000 zurück. Dann wurde er von dem gebürtigen Ungarn Richard J. Varga gefunden, der seit zwölf Jahren auf der Lofoten-Insel Flakstadøy hoch im Norden Norwegens lebt. Beim Holzsammeln an der Küste war ihm der Bocksbeutel vor die Füße geschwemmt worden.

    Jetzt geht es weiter Richtung Ungarn

    Kurz darauf schickte er Götz eine Nachricht per E-Mail mit einem Foto als Beweis. Den Bocksbeutel selbst legte er wieder ins Meer, damit er seine Weltreise fortsetzen konnte. Nach Würzburg gepaddelt sei er wegen einer Schnapsidee, wie er sagt. Seine Mutter hatte ihn gebeten, zu ihr nach Ungarn zurückzukommen, und die lange Paddeltour gebe ihm genug Zeit, darüber nachzudenken. Vor ihm liegen "nur" noch 900 Kilometer. Bei rund 60 Kilometern pro Tag könnte er in gut zwei Wochen am Ziel sein.

    Schon jetzt könnte die Bootstour ein Buch füllen. Einmal wäre der Paddler fast von einem Schiff gerammt worden. Gerettet habe ihn da nur ein Rückspiegel, den er sich an seine Kappe montiert hat. Für Essen hat er immer selbst gesorgt mit seinem Gaskocher an Bord. Da gab es abends Eier mit Reis oder Tortilla, zum Frühstück Haferflocken, Bananen, Nüsse und Rohmarzipan, und viel Energie zu tanken.

    Verfolgen kann man Vargas Tour auf seiner Facebook-Seite  "Endurance Mission - Paddling Upstream", zu Deutsch "Ausdauermission - Paddeln flussaufwärts". Mit der Reise verbindet er den Spendenaufruf an zwei Kinderhilfsorganisationen in Ungarn und Norwegen.

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