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    SOMMERHAUSEN

    Der Hauptgewinn in der göttlichen Tombola

    Heiko Schnierer (Bruno), Brigitte Obermeier (rechts/Laurence) und Ana Dyulgerova (Putzfrau) finden plötzlich immer wiede... Foto: Martin Hanns

    Unverhofft kommt oft – zumindest bei der Schuldirektorin Laurence (Brigitte Obermeier) und ihrem Mann, dem Anästhesisten Bruno (Heiko Schnierer). Es beginnt mit einem einzelnen Hunderter auf dem Fußboden – und endet irgendwann mit Säcken voller Geld, in allen Ecken und Enden der Wohnung. Das ist befremdlich, aber schön, denn: „Es ist in unserem Wohnzimmer, also gehört es uns!“.

    Bei der Premiere von „Als ob es regnen würde“ des Theater Sommerhaus im gut besuchten ehemaligen Sommerhauskeller in Sommerhausen schielte auch so mancher Zuschauer auf die grünen Scheine auf der Bühne – was würde man wohl selber tun, wenn im Wandschrank plötzlich 38 230 Euro liegen würde?

    Bruno, genervt von seinem undankbaren Job im Krankenhaus, bei dem er nur mit Bewusstlosen zu tun hat, entscheidet sich fürs Ausgeben. Laurence ist skeptischer: „Geld gehört einem nicht einfach, Geld muss man sich verdienen!“ Nur, woher kommt der Geldsegen?

    Ziemlich schnell wird der erste „Verdächtige“ ausgemacht – denn es muss eine „Schlüsselperson“ sein, klar. Und einen Schlüssel hat, außer dem Ehepaar, nur Putzfrau Theresa (zum Niederknien mit spanischem Akzent: Ana Dyulgerova). Schließlich ist die temperamentvolle Zugehfrau völlig unterbezahlt – und sucht wahrscheinlich Rache. Aber: „Ich habe nichts gestohlen!“ betet die immer wieder, und so steht das Paar weiter im Dunkeln.

    „Es ist wie eine Art göttlicher Tombola“, meint Bruno irgendwann. Blöd nur, dass sich der Geldregen bald anfühlt wie ein Unwetter, das zunehmend zum Problem wird.

    Und dann ist da noch der neue Nachbar, ein gewisser Bedérault (Martin Hanns), der auf der Suche nach Dingen ist, die ihm genommen wurden.

    Das Stück des französischen Autors Sébastien Thiéry hatte 2012 Premiere und feierte in den vergangenen Jahren auf französischen und deutschen Boulevardbühnen Erfolge – auch im Theater Sommerhaus erzielt die skurrile Farce viele Lacher.

    Regisseurin Iwona Jera inszeniert das Stück leicht „entrückt“: Die Schauspieler spielen nicht nur, sie kommentieren auch, denn sämtliche Regieanweisungen werden verbal artikuliert, bis hin zum großen „Peng“ am Ende – das mit tosendem Jubel bedacht wurde.

    kde

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