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    Ochsenfurt

    Der Leiter der Straßenmeisterei Ochsenfurt geht in Ruhestand

    Neben seinem Beruf hegt Thomas Bambach noch weitere Leidenschaften. Außer der Musik und gutem Essen ist es seine Zuneigung zu einem ganz bestimmten Tier.
    Thomas Bambach, Leiter der Straßenmeisterei Ochsenfurt, wurde in den Ruhestand verabschiedet.
    Thomas Bambach, Leiter der Straßenmeisterei Ochsenfurt, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Claudia Schuhmann

    Das kommt davon, wenn man sich unvorsichtigerweise als Liebhaber des gemeinen Hausschweins beziehungsweise der daraus hergestellten Produkte outet: Thomas Bambach, Leiter der Straßenmeisterei Ochsenfurt, bekam zur Verabschiedung in den Ruhestand von seinen Kollegen einen Aufenthalt in einem Wursthotel geschenkt. Doch der 60-Jährige, nach dem chinesischen Kalender im Jahr des Schweins geboren, durfte bei der Feier auf dem Gelände der Straßenmeisterei nicht nur nette Präsente, sondern auch viele lobende Worte von seinen zahlreichen Weggefährten entgegennehmen.

    "Straßenmeister ist kein Beruf, wo man nach acht Stunden heim geht", sagt Thomas Bambach, als er das mit einer Schweine-Skulptur dekorierte Podium erklimmt. "Straßenmeister ist man 24 Stunden am Tag." Wenn Bambach und sein Nachfolger André Schlereth aus ihrem Berufsalltag erzählen, wird schnell klar, was gemeint ist. Besonders die kalte Jahreszeit verlangt den Straßenmeistern viel ab. Nicht nur aufstehen zu nachtschlafender Zeit und das nicht ungefährliche Arbeiten auf dunklen Straßen. Immer ist da auch der Gedanke im Hinterkopf: Haben wir gut geplant? Haben wir die richtigen Maßnahmen ergriffen? An den richtigen Stellen genügend Salz gestreut?

    "Straßenmeister ist kein Beruf, wo man nach acht Stunden heim geht."
    Thomas Bambach, Leiter der Straßenmeisterei Ochsenfurt

    Thomas Bambach schläft nicht gut im Winter. "Abends gehe ich nochmal raus und gucke, wie das Wetter ist", sagt er. Manchmal, wenn nicht ganz klar ist, wie kalt es wird, ob Feuchtigkeit im Spiel ist oder Nebel, steht er auch in der Nacht nochmal auf und schaut nach draußen. Er und seine Kollegen in der Straßenmeisterei wissen, dass die Sicherheit vieler Verkehrsteilnehmer von ihrer Fachkompetenz abhängt. Die Straßenmeister müssen anhand der Wettervorhersage entscheiden, wo sie prophylaktisch schon mal Salz ausbringen. "Einfach drauf los streuen geht nämlich nicht", sagt André Schlereth. Denn Streusalz ist nicht eben eine Wohltat für Natur und Umwelt.

    Thomas Bambach (links) mit seinem Nachfolger André Schlereth (rechts) und Bürgermeister Peter Juks.
    Thomas Bambach (links) mit seinem Nachfolger André Schlereth (rechts) und Bürgermeister Peter Juks. Foto: Claudia Schuhmann

    Für rund 320 Kilometer Straße ist die Straßenmeisterei mit ihren Standorten in Ochsenfurt und Giebelstadt und insgesamt 30 Mitarbeitern zuständig. Alles südlich von Kist bis hinunter ins Taubertal ist ihr Beritt. Kreisstraßen, Staatsstraßen, Bundesstraßen - überall muss gewährleistet sein, dass von den Straßen keine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Ob Winterdienst, Gehölzpflege, Mäharbeiten, Markierungsarbeiten, Beschilderung oder Unfallsanierung: Das Aufgabengebiet der Straßenmeisterei ist umfangreich.

    Thomas Bambach kennt all das von frühester Kindheit an. Er ist sozusagen familiär vorbelastet. Schon der Großvater des gebürtigen Rhöners war Straßenoberaufseher des Straßenbauamtes Schweinfurt. Und auch die beiden Brüder sind in der Branche tätig. Landrat Eberhard Nuß streift in seiner Ansprache den beruflichen Werdegang des 60-Jährigen. Nach seiner Maurerlehre arbeitete Thomas Bambach zunächst im Raum Frankfurt, machte dann eine Ausbildung zum Bautechniker und begann 1985 seine Laufbahn als Straßenmeister.

    Der Nachfolger ist der Wunschkandidat

    Dass er sein Handwerk versteht, darüber sind sich die Festredner einig. Als fachlich auf hohem Niveau und persönlich ein Vergnügen bezeichnet Joachim Fuchs, Leiter des Staatlichen Bauamts in Würzburg, die Zusammenarbeit mit Bambach. Bürgermeister Peter Juks lobt das kollegiale Zusammenwirken zwischen dem Ochsenfurter Bauhof und der Straßenmeisterei, wo die städtischen Lehrlinge auch mal das Pflastern üben dürfen.

    Sein Nachfolger in der Straßenmeisterei ist übrigens Bambachs Wunschkandidat. André Schlereth verbrachte vor rund 20 Jahren den praktischen Teil seiner Ausbildung bei Bambach, damals noch in Kitzingen. "Da lernt man, wie man so einen Betrieb führen kann." Der 48-jährige Estenfelder war zuletzt in der Autobahnmeisterei in Kist tätig, die "nur" für 60 Kilometer Straße zuständig ist. Die aber haben es in sich. Eine durch viele Fahrzeuge stark belastete Autobahn in Schuss zu halten, ist aufwändig. Zumal dort ständig Unfälle passieren, die Fahrbahn und Leitplanken ebenfalls schädigen.

    Das Lied vom armen Straßenmeisterlein

    Schlereth (von dem Bambach vor Jahren schon ein Buch mit dem Titel "Das allgegenwärtige Schwein" geschenkt bekam) ist denn auch Teil des spontan zusammengewürfelten Straßenmeister-Chors, der das von Thomas Bambach erdichtete Lied vom armen Straßenmeisterlein zu Gehör bringt. Dann nimmt der frisch gebackene Ruheständler Platz auf dem von seinen Kollegen gestalteten Abschiedsstein, rückt die bunte Straßeneinweihungskrawatte mit Landstraßenmotiv zurecht und posiert fürs Fotoalbum. Die Straße, so scheint es, wird ihn zumindest innerlich nicht so bald loslassen - Ruhestand hin oder her.

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